Cover Korakoth Kunalungkarn, Präsidentin der TIDA, fördert thailändisches Design.

Die große Mission der “TIDA”, thailändisches Design in ein Ökosystem zu verwandeln, das Innenarchitekten echte internationale Power verleiht.

Während “Soft Power” zu einem der wichtigsten politischen Agendapunkte Thailands geworden ist, steht die lokale Designszene vor einer weitaus spannenderen Herausforderung: Der Gesellschaft zu vermitteln, dass Design weit mehr als bloße Ästhetik ist. Es ist ein professioneller Dienstleistungssektor und eine Kreativwirtschaft, die Werte schafft, exportiert und im internationalen Wettbewerb bestehen kann. Die “TIDA” spielt dabei eine zentrale Rolle.

Das Jahr 2026 markiert einen entscheidenden Wendepunkt, da sich die Designbranche mit dem durch KI ausgelösten Wandel auseinandersetzen muss. Vor diesem Hintergrund fungiert der Verband der Innenarchitekten Thailands (“TIDA”) als treibende Kraft, die das Talent thailändischer Designer systematisch für die Industrie nutzbar macht.

Einst ein stetiger Quell für die Branche, fungiert die “TIDA” heute als breiter Strom, der Fachkräfte, Bildungseinrichtungen, Regierung und Wirtschaft vernetzt, um die “Power” des thailändischen Innendesigns zu festigen. Eine der treibenden Kräfte ist Korakoth Kunalungkarn, die Präsidentin des Verbandes. Kurz vor ihrem geplanten Eintritt in den Ruhestand fand sie eine neue Herausforderung und übernahm die Führung der “TIDA”.

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Above Korakoth Kunalungkarn, Präsidentin der “TIDA” (Thailand Interior Designers’ Association).

“Wir präsentieren die Arbeiten thailändischer Designer auf der Weltbühne. Ich kann mit voller Überzeugung sagen, dass unsere Interior-Projekte herausragend sind und den Vergleich mit anderen Nationen definitiv nicht scheuen müssen”, sagt Korakoth. “Wir wollen, dass es nicht nur beim Begriff Soft Power bleibt, sondern echte, greifbare Power entsteht.”

Diese Aussage unterstreicht nicht nur das Vertrauen in thailändisches Design, sondern auch die Mission, eine Struktur zu schaffen, in der dieses Talent nicht isoliert bleibt, sondern als kollektive Kraft wachsen kann – von der Nachwuchsförderung bis hin zur Etablierung des Berufsstandes als wirtschaftlich wertvolle Dienstleistung.

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Above Korakoth Kunalungkarn setzt sich für die internationale Anerkennung der “TIDA” ein.

Wurzeln stärken durch die “TIDA”

Wie jedes architektonische Meisterwerk benötigt auch der Aufbau einer nachhaltigen Designbranche ein stabiles Fundament. Korakoth betont, dass die Vorbereitung auf das Berufsleben nicht nur darin besteht, Studierenden eine Plattform zu bieten, sondern sie direkt mit der Realität der Branche zu verknüpfen.

“Die “TIDA” Thesis Awards sind wie eine Quelle, die bereits auf akademischer Ebene ansetzt”, erklärt sie. Das Projekt verbindet Kreativität mit funktionaler Anwendung. Bei den “TIDA” Thesis Awards 2025 zeigten 23 Bildungseinrichtungen aus ganz Thailand eine beeindruckende Vielfalt – von mentalen Gesundheitsräumen bis hin zu innovativen Community-Projekten. Die Gewinnerin, Rigzen Dema von der King Mongkut’s University of Technology Thonburi, überzeugte mit einem Entwurf für ein kommerzielles Fischereizentrum, das lokale Tradition mit moderner Architektur verschmilzt.

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Above Einblicke in die Arbeit der “TIDA” bei der Nachwuchsförderung.

Das Programm öffnet Türen: Gewinner erhalten die Chance auf Lighting-Kurse im deutschen Wismar oder nehmen an internationalen Workshops mit der Asia Interior Design Institute Association (“AIDIA”) teil. Der interkulturelle Austausch stärkt das Selbstvertrauen und das Verständnis für das eigene Potenzial.

“Ich sehe, dass unsere jungen Designer absolut konkurrenzfähig sind. Sie sind mutig, innovativ und ihre Sprachkenntnisse sind hervorragend”, schwärmt Korakoth. “Sie bringen ihre kulturelle Identität subtil und elegant ein, ganz ohne lautstarkes Marketing.”

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Above Die “TIDA” als Brückenbauer für junge Designtalente.

Bewusstsein inmitten des digitalen Wandels bei der “TIDA”

Um die Hürden des Berufseinstiegs zu überwinden, dient der “TIDA” Club als Community, in der erfahrene Designer ihre Erfahrungen teilen. Angesichts des KI-Booms wählte Korakoth für die ASA Expo einen mutigen Ansatz: Die Ausstellung “TIDA” Salone 2026 unter dem Titel “IA AI” hinterfragte die Koexistenz von künstlicher Intelligenz und menschlicher Intuition.

Der vom pbm-Studio gestaltete Stand verbarg die Buchstaben “IA” und “AI” in der Struktur, die erst beim Perspektivwechsel sichtbar wurden – ein Sinnbild für das notwendige menschliche Bewusstsein (*awareness*) gegenüber technischen Hilfsmitteln.

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Above Die innovative “TIDA” Salone-Ausstellung.

“KI ist lediglich ein Werkzeug, kein Ersatz für den menschlichen Geist”, erklärt Korakoth. Diese Philosophie wurde in der “Interface of Awareness”-Zone vertieft, wo Designer und Marken wie Lupine und Craft Concrete sowie Integrated Field gemeinsam Installationen entwickelten, die die Unvollkommenheit und die menschliche Erfahrung zelebrierten – Aspekte, die KI niemals vollends replizieren kann.

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Above Korakoth Kunalungkarn und die “TIDA” im Dialog mit der Industrie.

Stimme verleihen mit der “TIDA”

Um staatliche Unterstützung für thailändische Designer zu sichern, fungiert die “TIDA” zudem als Mediator. Bei Awards wie den DEmark-Preisen des DITP konnte der Verband durch Aufklärungsarbeit erreichen, dass Innenarchitektur stärker als exportierbare Dienstleistung anerkannt wird, was die Anzahl der Einreichungen sprunghaft ansteigen ließ.

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Above Die “TIDA” fördert thailändisches Design auf internationalem Parkett.

Gemeinschaft vor Kommerz

Der Höhepunkt dieser Bemühungen ist die Kooperation mit der Fiera Milano, um die FIND Design Fair Asia Ende 2026 in Bangkok zu etablieren. Die “TIDA” legt dabei großen Wert darauf, Innovation und Design in den Vordergrund zu stellen, anstatt nur kommerzielle Interessen zu verfolgen. Unter dem Banner “TIDA BY TIDA” sichert der Verband den Platz für thailändische Kreative.

Korakoth betont, dass der Erfolg auf dem Prinzip der “guten Freunde” (Galyanamitra) basiert. Egal ob alteingesessene Experten oder Newcomer, das Netzwerk der “TIDA” funktioniert ohne politische Barrieren.

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Above Korakoth Kunalungkarn stärkt die “TIDA” durch Zusammenhalt.

“Wir sind ein Verband, der aus purer Leidenschaft agiert. Es gibt keine Politik, wir sprechen offen miteinander”, sagt Korakoth. In Zeiten, in denen der Begriff Soft Power inflationär verwendet wird, beweist die “TIDA”, dass die wahre Power thailändischen Designs in der Schaffung eines funktionierenden Systems liegt, das Wachstum ermöglicht, gehört wird und professionelle Exzellenz beweist.

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Chutima Katepongchai
Redaktionsassistentin, Wohnen & Lifestyle, Tatler Thailand
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Chutima Ketpongchai, stellvertretende Redakteurin bei Tatler Thailand, verantwortet die Bereiche Architektur, Design und Lifestyle. Sie erzählt Geschichten über Häuser und die Räume um uns herum als verborgene Inspirationsquellen im Alltag, eingebettet in zeitgenössische Kontexte.