Entstanden aus einer tausende Kilometer langen Reise durch den Archipel, präsentiert Chefkoch Fernando Sindu das Salira – ein modernes ‘Roemah Makan’, das die geschmackliche Vielfalt Indonesiens zelebriert.
Inmitten des lebhaften Senopati-Viertels, das zunehmend von globalen Konzepten geprägt ist, etabliert sich das Salira als erfrischende Alternative und kultureller Ankerpunkt. Dieses Restaurant ist weit mehr als nur eine neue kulinarische Destination; es ist die Manifestation einer spirituellen und physischen Reise von Chefkoch Fernando Sindu, der jahrelang den indonesischen Archipel durchstreifte. Mit dem Fahrrad erkundete er Küstenstädte, traditionelle Märkte und die Esstische von Familien in entlegenen Dörfern. Das Salira versucht nicht, prätentiös zu sein – es wählt bewusst den Weg der Aufrichtigkeit.
Die Entstehung des Salira wurzelt in einer tiefen persönlichen Reflexion. Vor ihrem Tod hinterließ ihm seine Mutter die Botschaft, dass ein Koch niemals wahre Größe erreichen könne, wenn er die Gerichte seiner eigenen Heimat nicht beherrsche. Eine ähnliche Herausforderung formulierte seine aus Manado stammende Ehefrau: Sie erinnerte ihn daran, dass internationale Expertise wenig bedeute, wenn man nicht einmal ein authentisches Sambal zubereiten könne. Fernando, der 15 Jahre seiner Jugend im Ausland verbracht hatte, verspürte den dringenden Wunsch, intellektuell „nach Hause“ zurückzukehren.

Above Das nostalgische Innendesign des Salira besticht durch handwerkliche Akzente aus dem indonesischen Archipel
Über sieben Monate lang unternahm Fernando eine kulinarische Entdeckungsreise durch mehr als 30 indonesische Regionen – vom Toba-See und Pematang Siantar über Bengkulu, Yogyakarta und Solo bis hin zu entlegenen Orten in Ostjava wie Ngawi. Er besuchte einfache Straßenstände im ländlichen Madiun ebenso wie traditionelle Manufakturen in Ostjava, um die wahre Essenz der indonesischen Küche zu ergründen, die oft aus der bloßen Notwendigkeit des Überlebens heraus entstand.
Diese Reise prägt die heutige Speisekarte des Salira, welche die immense kulinarische Vielfalt Indonesiens auf eindrucksvolle Weise widerspiegelt. In seiner Küche in Senopati kreiert er ausdrucksstarke und doch bodenständige Gerichte: vom pikanten Rinderbäckchen-Tinorangsak aus Nordsulawesi über Sate Daging Klopo aus Ostjava bis hin zur wärmenden Würze des Itiak Lado Mudo aus Westsumatra. Jede Zutat erzählt dabei ihre ganz eigene Geschichte: Tapai aus Jember, Garnelenpaste aus Lasem oder Palmzucker aus Palu, der im Rahmen einer Post-Disaster-Kooperation mit einer lokalen Gemeinschaft bezogen wird.
“Wir sind bei unseren Zutaten äußerst präzise. Unser Tapai muss beispielsweise zwingend aus Jember stammen, da er ein unverwechselbares Geschmacksprofil besitzt, das unsere Gäste in unserem Gabin-Tape-Dessert direkt erleben können”, erklärt Sindu.

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Above Das traditionelle Gericht Pipi Sapi Tinorangsak im Restaurant Salira
Das Salira wurde von dem renommierten Architekten Cheong Yew Kuan als modernes, einladendes und offenes ‘Roemah Makan’ entworfen. Das Interieur zeichnet sich durch erdige Materialien und natürliche Texturen aus, bereichert durch nostalgische Elemente wie traditionelle süße Sojasaucenflaschen aus verschiedenen Regionen und historische Schulbücher. Der visuelle Charakter wird durch Stoffe aus der privaten BINhouse-Kollektion unterstrichen, die als Hommage an die textile Handwerkskunst des Archipels die Decke schmücken.
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Das kulinarische Erlebnis im Salira Senopati basiert auf drei tragenden Säulen: dem Tunjuk-Tunjuk-Konzept, das von der traditionellen Warteg-Kultur inspiriert ist und es den Gästen ermöglicht, ihre Gerichte direkt an der Theke auszuwählen; einem à la carte-Menü, das die Tradition des gemeinsamen Essens in den Mittelpunkt stellt, um die Verbundenheit am Tisch zu fördern; sowie einem Warkop-Angebot, das bereits ab sieben Uhr morgens die authentische indonesische Kaffeekultur zelebriert.
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Above Ein erfrischendes Dessert nach typischer Art des Hauses Salira

Above Die raffinierte Kreation Salmon Asap Lodeh im Restaurant Salira
Für Chefkoch Sindu steht das Salira vor allem für Aufrichtigkeit. “Dies ist ein ehrlicher Preis für die herausragende Qualität der Zutaten, die wir verwenden”, betont er. Mit dem Salira möchte er nicht nur erlesene Speisen servieren, sondern seine Gäste dazu einladen, den aufwendigen Prozess dahinter zu würdigen – denn genau wie die traditionelle Batik-Kunst erfordert auch die indonesische Küche viel Zeit und Geduld, um wahre Perfektion zu erlangen.
Für die Zukunft plant er, im oberen Stockwerk ein gehobeneres Fine-Dining-Konzept zu etablieren, um einen kulinarischen Dialog zwischen alltagstauglichen Gerichten und höchster Gastronomie-Expertise zu schaffen. Inmitten der Modernität Jakartas erinnert uns das Salira eindrucksvoll daran, dass es in der indonesischen Küche stets um ehrliches Handwerk, herzliche Wärme und exquisite Aromen geht, die man jeden Tag aufs Neue genießen kann.








