Wir tauchen in die Welt von Anne-Sophie Pic ein, der renommierten Köchin, die mit ihrer französischen Kochkunst und lokalen thailändischen Zutaten das “Le Normandie” neu belebt.
In der klassischen, atemberaubenden Kulisse direkt am Ufer des Chao Phraya Flusses, wo das “Le Normandie” seit 1958 als das erste französische Fine-Dining-Restaurant Thailands ein kulinarisches Wahrzeichen im Mandarin Oriental, Bangkok, darstellt, trafen wir Anne-Sophie Pic. Die französische Spitzenköchin, die weltweit die meisten Michelin-Sterne einer Frau hält, kehrt regelmäßig nach Bangkok zurück, um ihr kulinarisches Angebot zu verfeinern, seit das historische Lokal im September 2025 als “Anne-Sophie Pic at Le Normandie” neu eröffnet wurde.
In dem vom renommierten Designstudio Humbert & Poyet neu gestalteten Ambiente, das die reiche Geschichte des Ortes respektiert und gleichzeitig eine neue Ära einleitet, bringt Chefköchin Anne-Sophie ihre Philosophie der ‘Suffusion’ – der kunstvollen Verschmelzung von Aromen – den thailändischen Feinschmeckern näher. Dies erstreckt sich weit über die Teller hinaus und umfasst auch eine anspruchsvolle Ästhetik im Bereich der Getränke.
“Die Eröffnung diente dazu, meine kulinarische Identität und Philosophie dem Publikum in Bangkok vorzustellen”, erläutert die Chefköchin ihren Weg als Erbin dieses historischen Restaurants. “Doch gemeinsam mit Chefköchin Tamaki Kobayashi habe ich mich dazu entschlossen, noch einen Schritt weiter zu gehen. Wir integrieren nun verstärkt lokales Gemüse. Die Qualität und Tiefe dieser Lebensmittel sind absolut faszinierend, und ich möchte diese exquisiten Zutaten immer stärker in meine Kreationen einfließen lassen.” Ob exzellente <strong>Nahrung</strong> oder kreative Komposition, die Qualität steht stets im Mittelpunkt.

Above Chefköchin Anne-Sophie Pic im Le Normandie, Mandarin Oriental, Bangkok (Foto: Worapon Teerawatvijit). Eine Ikone für die Welt der feinen Nahrung.
Eine interkulturelle Allianz
Die aktuelle Saison zeichnet sich durch eine nahtlose Verbindung der kulinarischen Kulturen Frankreichs, Japans und Thailands aus. Für Anne-Sophie Pic begann die Bindung zu Thailand bereits mit 22 Jahren. Heute ist diese Beziehung durch ihre Freundin Nathalie Obadia verwoben, die sie einst in Frankreich mit Aromen wie Galgant und Kaffernlimetten vertraut machte. Das persönliche Erleben dieser tiefgründigen Aromen vor Ort hat ihren Horizont in Bezug auf kulinarische <strong>Nahrung</strong> vollkommen erweitert. “Mein Ziel ist es nicht, thailändische Gerichte zu kopieren, sondern meine französische DNA zu nutzen, um die lokale Vielfalt auf demütige, aber einzigartige Weise neu zu präsentieren”, sagt sie.
Auf die Zusammenarbeit mit ihrer langjährigen Wegbegleiterin, Chefköchin Tamaki Kobayashi, angesprochen, schmunzelt sie: “Manchmal denke ich, ich habe mehr japanische Ideale als Tamaki selbst. Wenn ich nach Dashi verlange, warnt sie mich oft, dass es zu wenig französisch wirken könnte. Aber ich entgegne: ‘Keineswegs, wir bewahren den französischen Geist in jeder Zutat.’”

Above Die exquisite Les Gambas Kuruma Ebi im Le Normandie, ein Meisterwerk der gehobenen Nahrung.

Above Le Boeuf Wagyu im Le Normandie, perfekt zubereitet für anspruchsvolle Feinschmecker.
Anne-Sophie Pic betont, dass sie die Grundlagen der französischen Küche beherrscht, es aber liebt, diese mit zeitgenössischen Einflüssen zu bereichern. “Es geht nicht darum, wahllos zu kombinieren, sondern um eine klare Logik. Bei der Entwicklung eines Consommé habe ich beispielsweise mit Ringelblumen experimentiert und mich schließlich für eine Ente entschieden, um die salzige Balance zu verfeinern.” Zudem nutzt sie Techniken des Räucherns mit speziellen Hölzern, um dem Fisch eine neue Dimension zu verleihen.
Diese Tiefe findet sich auch im Signaturgericht ‘Les Berlingots ASP’ wieder. Diese pyramidenförmigen Pasta-Taschen sind gefüllt mit cremigem Camembert aus der Little Goat Farm in Nakhon Pathom, veredelt mit Safran, Kamille und der erfrischenden Säure lokaler Tomaten – ein exzellentes Beispiel für ihre Vision von hochwertiger Nahrung.

Above La Sardine Japonaise präsentiert im Le Normandie, ein visuelles Highlight der Nahrungskultur.

Above La Daurade d'Akashi, frisch interpretiert im eleganten Ambiente des Le Normandie.
Lokale Beschaffung als neuer Luxus
Die Definition von Luxus in der Küche des Le Normandie hat sich hin zu Nachhaltigkeit und Respekt gegenüber der Natur gewandelt. Die Speisekarte ist reich an erstklassigen Produkten aus ökologischem Anbau, von Käse aus Nakhon Pathom bis hin zu Kaffee und Vanille aus Chiang Mai. “Wir versuchen, so viel wie möglich lokal zu beziehen. Auch wenn die Zertifizierungsprozesse für unseren hohen Nachhaltigkeitsanspruch komplex sind, bleibt unser Wille ungebrochen.”
“Thailand ist ein Paradies für kulinarische Rohstoffe”, lobt sie. “Auch die Tomaten aus Chiang Mai haben eine so feine Säure, die das Gericht ausbalanciert – es ist purer Genuss, mit solch wunderbaren Zutaten zu arbeiten.” Ihre Suche nach den besten Produkten führt sie regelmäßig auf die Märkte Bangkoks, wie den Pak Khlong Talat, um Inspiration für ihre Arbeit zu finden.

Above Anne-Sophie Pic im Le Normandie, eine Visionärin der gehobenen Nahrung. (Foto: Worapon Teerawatvijit)
Privat liebt Anne-Sophie Pic das Einfache. An ihren freien Sonntagen bereitet sie gerne ein gebratenes Estragon-Huhn nach Familientradition zu oder genießt ein ‘Omelette baveuse’, das innen cremig und butterzart bleibt. Auf ihre liebste thailändische Spezialität angesprochen, lacht sie: “Mango Sticky Rice! Das ist für mich der Inbegriff eines köstlichen Desserts.”
Abschließend reflektiert sie über ihre Reisen: “Das Reisen ist meine größte Inspiration. Das Verstehen der lokalen Nahrung und die Begegnung mit den Erzeugern vor Ort ermöglichen es mir, die französische Küche kulturell sensibel und auf höchstem Niveau zu interpretieren. Der Austausch mit meinem Team und Chefköchin Tamaki beim Entdecken neuer Zutaten ist für mich ein Moment des reinen Glücks.”
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