Cover Es hat etwas zutiefst Nostalgisches, das vertraute Totenkopf-Motiv von Alexander McQueen wieder auf dem Laufsteg zu sehen (Foto: Alexander McQueen)

Mit der Rückkehr von Alexander McQueen zur London Fashion Week steht der legendäre Totenkopf wieder im Mittelpunkt

Zwei der “Big Four”-Modewochen sind bereits Geschichte, und nun richtet sich der Blick auf London. In dieser Woche begrüßt die britische Hauptstadt einige der größten Namen der Branche — von Burberry und Erdem bis hin zu Simone Rocha und Richard Quinn. Hinzu kommen das Debüt von Christopher Kane bei Mulberry und vor allem die triumphale Rückkehr von Alexander McQueen in den Zeitplan der London Fashion Week.

Doch ein Entwurf aus der neuesten Kollektion von Alexander McQueen ist mir besonders im Gedächtnis geblieben: dieses dramatische Totenkopf-Kleid. Sobald ich es sah, erinnerte ich mich sofort an die glanzvollen Tage des ikonischen “Skull Scarf” des Hauses. Dieses Accessoire wurde in den 2000er Jahren zum Synonym für den Namen Alexander McQueen und war an Stars wie Kate Moss, Kim Kardashian, Nicole Richie und Johnny Depp zu sehen. Es hat etwas unglaublich Nostalgisches und zugleich zutiefst Typisches für Alexander McQueen, dieses vertraute Totenkopf-Motiv wieder auf dem Laufsteg zu erleben.

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LOS ANGELES, CA - MARCH 21:  Kim Kardashian sighting on March 21, 2009 in West Hollywood, California.  (Photo by Jean Baptiste Lacroix/WireImage)
Above Kim Kardashian trägt den legendären Schal von Alexander McQueen (Foto: Getty Images)
LOS ANGELES, CA - MARCH 21:  Kim Kardashian sighting on March 21, 2009 in West Hollywood, California.  (Photo by Jean Baptiste Lacroix/WireImage)

Wenn man an Alexander McQueen denkt, kommt einem wahrscheinlich als Erstes der ikonische Totenkopfschal von Lee McQueen in den Sinn. Er avancierte zu einem der erkennbarsten Accessoires der 2000er Jahre und erhob den Totenkopf von einem wiederkehrenden Motiv innerhalb der Kollektionen zu einem eigenständigen Modesymbol.

Doch die Geschichte des Totenkopfes reicht weit über den Schal hinaus. Schon früh war Lee McQueen fasziniert von den Themen Tod, Vergänglichkeit und der dunklen Seite der Schönheit. Er verflocht diese Konzepte auf dramatische, romantische und bisweilen verstörende Weise in seine Kollektionen. Als der Schal schließlich erschien, war der Totenkopf längst fest in der DNA von Alexander McQueen verankert.

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Above Alexander McQueen Frühjahr/Sommer 2027 Kollektion (Foto: Alexander McQueen)

Vor dem Schal kam die Vision von Alexander McQueen

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FRANCE - MARCH 30:  96' Women Fall Fashion Shows In NYC - On March 30th, 1996  (Photo by Alexis DUCLOS/Gamma-Rapho via Getty Images)
Above Alexander McQueens Herbst/Winter-Kollektion 1996 (Foto: Getty Images)
FRANCE - MARCH 30:  96' Women Fall Fashion Shows In NYC - On March 30th, 1996  (Photo by Alexis DUCLOS/Gamma-Rapho via Getty Images)

Lange bevor der Totenkopf zum bekanntesten Motiv von Alexander McQueen wurde, fühlte sich Lee McQueen zur dunklen Ästhetik hingezogen. Tod, Natur und die Flüchtigkeit des Lebens waren wiederkehrende Themen seiner Arbeit, oft inspiriert vom viktorianischen Memento-mori-Gedanken — einer steten Mahnung an die eigene Endlichkeit.

Eines der prägnantesten Beispiele hierfür war seine Herbst/Winter-Kollektion 1996 mit dem Titel “Dante”. Die Show fand in der Christ Church in Spitalfields statt und begann mit einem Skelett, das inmitten des Publikums saß. Dies gab den Ton für eine Kollektion an, die voller Anspielungen auf Religion, Krieg und Tod steckte. Es klingt dramatisch, aber genau das zeichnete Alexander McQueen aus: Er verstand es, das Dunkle in etwas zutiefst Schönes, Romantisches und Unvergessliches zu verwandeln.

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Der Totenkopfschal wird zum Kultobjekt von Alexander McQueen

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A model walks the runway at the Spring 2003 Alexander McQueen show in Paris. (Photo by Giovanni Giannoni/Fairchild Archive/Penske Media via Getty Images)
Above Alexander McQueens Frühjahr/Sommer-Show 2003 (Foto: Getty Images)
A model walks the runway at the Spring 2003 Alexander McQueen show in Paris. (Photo by Giovanni Giannoni/Fairchild Archive/Penske Media via Getty Images)

Im Jahr 2003 begann der Totenkopf, eine eigene Dynamik zu entwickeln. Für die Frühjahr/Sommer-Kollektion 2003 namens “Irere” präsentierte Lee McQueen den mittlerweile berühmten Schal, bei dem zarte Seide von Reihen winziger Totenköpfe geziert wurde. Er kam genau zur richtigen Zeit. Grunge, Rock und Punk prägten die Mode, und so fühlte sich die Mischung aus fließender Seide und rockigen Totenköpfen wie die perfekte Balance zwischen Eleganz und Rebellion an.

Der Schal wurde zu einem modischen Statement, das man sofort erkannte. Ob um den Hals gebunden, an die Handtasche geknotet oder über die Schultern drapiert — er verlieh schlichten Outfits stets diese unverwechselbare, düstere Note von Alexander McQueen. Ein schwarzes Tanktop und Jeans wurden durch das Accessoire sofort aufgewertet. Es war dieser Kontrast aus femininer Seide und den grafischen Totenköpfen, der Alexander McQueen so einzigartig machte.

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In den 2000er Jahren wurde der Totenkopf-Schal von Alexander McQueen selten nur als Schal getragen. Modebegeisterte verwandelten ihn in Oberteile, Kleider oder verzierten damit ihre Taschen. Es war Teil des Reizes, zu beobachten, wie kreativ das Publikum mit dem Accessoire umging.

Und heute, über zwei Jahrzehnte nach der letzten Show des Designers in London, kehrt der Totenkopf zurück auf den Laufsteg. Wer sich an die Ära des Schals erinnert, empfindet dabei pure Nostalgie. Für alle anderen ist es ein Beweis dafür, warum dieses kleine Stück Seide ein so bedeutendes Kapitel in der Geschichte von Alexander McQueen schrieb.

Der Schal mag ein Klassiker der 2000er sein, doch der Totenkopf von Alexander McQueen erlebt zweifellos eine neue Glanzzeit.