Die Gewinnerin des zehnten Max Mara Art Prize for Women steht fest! In Zusammenarbeit mit Max Mara, der Collezione Maramotti und dem Museum MACAN in Jakarta wurden die Preisträgerin sowie die Finalistinnen bekannt gegeben: Dian Suci, Betty Adii, Dzikra Afifah, Ipeh Nur und Mira Rizki.
Der “Max Mara Art Prize for Women”, der einen bedeutenden Meilenstein seines zwanzigjährigen Bestehens erreicht hat, schlägt für den Zeitraum 2025 bis 2027 ein neues internationales Kapitel auf. Unter der Leitung von Cecilia Alemani, Direktorin und Chefkuratorin der High Line Art in New York, wurde Indonesien als zentraler künstlerischer Schauplatz ausgewählt. In Kooperation mit dem renommierten Museum MACAN in Jakarta und der Collezione Maramotti wurden nun die fünf Finalistinnen des Max Mara-Kunstpreises bekannt gegeben: Betty Adii, Dzikra Afifah, Ipeh Nur, Mira Rizki und Dian Suci. Diese Entwicklung unterstreicht nicht nur die globale Ausrichtung des Preises, sondern bekräftigt auch dessen Bestimmung: die Förderung weiblicher Kreativität, die Schaffung von Chancengleichheit und den Aufbau kultureller Brücken, die kommende Generationen weltweit inspirieren.
Juryvorsitzende Cecilia Alemani betonte: “Die Wahl Indonesiens als Ausgangspunkt für dieses neue Kapitel offenbart eine dynamische, resiliente und zutiefst poetische Kunstszene.” Sie hob hervor, dass sich diese fünf Künstlerinnen an der Spitze einer ästhetischen Bewegung befinden, die von der Alchemie der Keramik über Mythen des Ozeans bis hin zu zeitgenössischen Klanglandschaften und Videokunst reicht. Besonders bemerkenswert ist ihre Fähigkeit, private und familiäre Erzählungen meisterhaft mit makroskopischen politischen Ereignissen und sozialer Gerechtigkeit zu verweben.
Was ist der Max Mara Art Prize for Women?

Above Der zehnte Max Mara Art Prize for Women fördert visionäre Künstlerinnen (Foto: Max Mara)
In der zeitgenössischen Kunstwelt nimmt der “Max Mara Art Prize for Women” eine Sonderstellung ein. Dieser von der Max Mara-Modegruppe 2005 ins Leben gerufene Preis ist die erste Auszeichnung, die sich exklusiv an aufstrebende und etablierte Künstlerinnen richtet. Das Ziel ist es, ihnen an einem entscheidenden Wendepunkt ihrer Karriere Zeit und Raum zu bieten, um ehrgeizige und innovative Kunstprojekte zu verwirklichen.
Above Ein faszinierendes Werk von Dian Suci (Foto: Max Mara)
Die Preisträgerin wird von einer Jury aus renommierten Expertinnen der Kunstszene – darunter Galeristinnen, Kritikerinnen, Künstlerinnen und Sammlerinnen – sorgfältig ausgewählt. Die Gewinnerin erhält eine sechsmonatige, maßgeschneiderte Residency in Italien, kuratiert von der Collezione Maramotti. Im Anschluss wird das neue Werk in zwei Ausstellungen präsentiert: einer internationalen Partnereinrichtung und schließlich dauerhaft in der Collezione Maramotti.
Die Preisträgerin des zehnten Max Mara Art Prize for Women: Dian Suci
Above Dian Suci präsentiert im Rahmen des Max Mara Art Prize (Foto: Max Mara)
Die 1985 in Kebumen geborene und heute in Yogyakarta lebende Dian Suci besitzt eine intuitive Begabung für räumliche Kompositionen und nutzt eine Vielzahl von Medien, von Installationen über Malerei bis hin zu Skulptur und Video. Ihre Ästhetik verbindet private Familiennarrative mit politischer Machtkritik. Ausgehend von ihren Erfahrungen als alleinerziehende Mutter beleuchtet Suci Themen wie den Patriarchalismus, Autoritarismus und den Kapitalismus und zeigt auf, wie diese Strukturen die Lebensrealität von Frauen im heutigen Indonesien prägen.

Above Dian Suci, geboren 1985 in Kebumen, lebt und arbeitet aktuell in Yogyakarta (Foto: Max Mara)
Suci überzeugte die Jury mit ihrem Projekt “Crafting Spirit: Cultural Dialogues in Heritage and Practice”. Darin vergleicht sie religiöse Handwerkstraditionen Indonesiens mit dem globalen Kapitalismus. Im Zentrum stehen die handwerkliche Fertigung ritueller Objekte und die Frage, wie Glaube kommerzialisiert wird. Suci untersucht, ob und wie Spiritualität selbst in einem von Unterdrückung geprägten System als Ausdruck von kultureller Resilienz überdauern kann.
Die herausragenden Finalistinnen dieses Jahrgangs
1. Betty Adii: Die poetische Stimme aus Papua

Above Betty Adii, geboren 1997 in Wamena, Papua, lebt heute in Yogyakarta (Foto: Max Mara)
Die autodidaktische Künstlerin Betty Adii (geb. 1997) thematisiert in ihren Zeichnungen und Installationen den Kampf, die Solidarität und den Überlebenswillen papuanischer Frauen. Sie fordert dominierende historische Narrative heraus und verschafft den Stimmen der Frauen aus Papua weltweit Gehör, etwa auf der Sharjah Biennale.

Above In Her Image 2023, © Betty Adii, Foto: Loudry Garfield Somnaikubun (Foto: Max Mara)
2. Dzikra Afifah: Keramik als körperlicher Dialog

Above Dzikra Afifah, geboren 1998 in Bandung, wo sie auch lebt und arbeitet (Foto: Max Mara)
Die in Bandung lebende Dzikra Afifah (geb. 1998) nutzt für ihre Keramikarbeiten eine spezielle “subtraktive Technik”. Durch das Aushöhlen geformter Tonobjekte entstehen während des Brennvorgangs Transformationen. Für Afifah ist die Arbeit mit dem Material ein körperlicher Akt, der die Grenzen zwischen Künstlerin und Medium fließend werden lässt.
Above Leather Weather #1 2023, © Dzikra Afifah, Courtesy of artist and Gajah Gallery, Foto: Adi Rahmatullah (Foto: Max Mara)
3. Ipeh Nur: Verbindung von Mythen und maritimer Kultur

Above Ipeh Nur, geboren 1993 in Yogyakarta, ist als Künstlerin in ihrer Heimatstadt tätig (Foto: Max Mara)
Ipeh Nur (geb. 1993) arbeitet malerisch und integriert Batik, Keramik und Druckgrafik in ihre Werke. Sie verarbeitet Erinnerungen und mündliche Überlieferungen. Seit 2019 widmet sie sich verstärkt der Erforschung der maritimen Kulturen des indonesischen Archipels.
Above Like a dark and mysterious sea 2023, © Ipeh Nur, Foto: ARTJOG (Foto: Max Mara)
4. Mira Rizki: Immersion durch Klanglandschaften

Above Mira Rizki, 1994 in Bandung geboren, erforscht in ihren Werken Klang und Wahrnehmung (Foto: Max Mara)
Die Künstlerin Mira Rizki (geb. 1994) spezialisiert sich auf Klang- und interaktive Kunst. Sie fokussiert sich darauf, wie Umwelt und auditive Erinnerungen unsere Wahrnehmung formen. Durch ihre immersiven Klanglandschaften macht sie die individuellen Wege der Weltinterpretation erfahrbar.

Above Menjejak Jejak 2025, © und Foto: Mira Rizki (Foto: Max Mara)



