Cover Das Ballett “Dó” bricht mit akademischen Normen und verbindet klassische Tanztechnik auf meisterhafte Weise mit der rauen Seele und den traditionellen Wurzeln Vietnams.

Weit über die akademischen Bühnenstandards hinaus, bringt “Dó” das Ballett zurück zur rauen Natur von Papier und Fischreusen. Ohne distanzierte, hohe Spitzenschritte ist die Aufführung ein direkter Dialog zwischen westlicher Technik und dem Atem der Erde, der tief in den indigenen Wurzeln verankert ist.

In der Aufführung verzichten die Balletttänzer bewusst auf ihre traditionellen Spitzenschuhe, um einen anderen Ankerpunkt zu finden: den Boden. Anstatt sich die lokale Kultur nur als äußeres Gewand zu borgen, integriert das Werk vertraute Elemente wie Fischreusen, Papierfächer oder Bambusrollos tief in jede physische Bewegung. Durch die Vision der Regisseurin Hương Na Trần und ihres Kreativteams wird der Tanz von distanzierter Technik befreit. Es ist eine schlichte, emotionale Reise, bei der diese jahrhundertealte Kunstform westlichen Ursprungs auf natürliche Weise mit der beständigen, rustikalen Seele Vietnams verschmilzt.

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Above Die talentierten Tänzer des Balletts Dó verschmelzen förmlich mit der Erde.

Die Ästhetik des Körpers

Das markanteste Merkmal von liegt in der Art und Weise, wie das Werk eine Revolution im Bewegungsansatz vollzieht. Anstatt wie im klassischen Ballett stolze, nach oben strebende Linien zu bevorzugen, verlagern die Künstler in ihren Schwerpunkt bewusst nach unten und schöpfen das volle Potenzial von Dreh-, Roll- und Gleitbewegungen aus. Diese Veränderung etabliert ein neues ästhetisches Bezugssystem, in dem der Körper des Künstlers nicht mehr isoliert ist, sondern in direkte und intime Interaktion mit dem Boden tritt.

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Above Eine ausdrucksstarke und zugleich geerdete Choreografie prägt dieses außergewöhnliche zeitgenössische Werk.
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Above Die anmutigen Bewegungen auf der Bühne spiegeln lokale vietnamesische Traditionen wider.

Die alltäglichen Rhythmen des landwirtschaftlichen Lebens – wie das Auswerfen von Netzen, das Aufstellen von Fischreusen oder das Tragen von Wasser – werden nicht in einer trockenen, realistischen Weise reproduziert. Vielmehr werden sie in faszinierende Bewegungsbahnen abstrahiert, die tief von den anthropometrischen Proportionen und der Sensibilität des vietnamesischen Volkes geprägt sind.

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Above Bambus und Papier werden auf der Bühne zu lebendigen und interaktiven Elementen transformiert.
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Above Traditionelle vietnamesische Requisiten finden ihren Platz im modernen, anspruchsvollen Tanzkontext.

Bambus und Matten auf der Bühne sind nicht länger leblose Requisiten. Sie verwandeln sich in lebendige Entitäten, die aktiv an der Gestaltung des Raumes für die Tänzer mitwirken. Diese Kombination eröffnet eine völlig neue Richtung: Die akademische technische Grundlage bleibt erhalten, aber die dynamische Ausdrucksform wird umstrukturiert, um dem Ballett ein neues Gesicht zu verleihen. Jeder Sprung geht über die bloße Zurschaustellung von Technik hinaus und wird zu einer tiefgreifenden emotionalen Erfahrung in der Symphonie des modernen Lebens.

Die Symphonie des Windes und der Kreislauf der Wiedergeburt

Diese physischen Bewegungen werden von einem zutiefst filmischen akustischen Raum getragen, in dem Vivaldis “Vier Jahreszeiten” von Max Richter neu arrangiert erklingen. Die scharfen, repetitiven Noten, die wie der unerbittliche Takt der Zeit wirken, verflechten sich mit den Klängen der traditionellen T’rưng- und Tranh-Zithern und schaffen so ein faszinierendes kulturelles Aufeinandertreffen.

Die Musik nimmt das Publikum mit auf die Reise des Windes: von der kontemplativen Kälte des Winters bis hin zur explosiven Energie im Satz “Betrunkener Wind”.

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Above Die emotionale Verschmelzung von Mensch und Natur wird auf der Bühne meisterhaft inszeniert.

Genau in dieser Resonanz von Klang und Choreografie fallen alle gedanklichen Barrieren und machen Platz für eine absolute Harmonie zwischen Mensch und Natur. Das Finale schließt die Aufführung ab, indem alles an seinen Ursprung zurückkehrt und eine kraftvolle Vitalität der Wiedergeburt suggeriert.

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Above Ein überaus eindrucksvolles Finale, das den ewigen Kreislauf der Wiedergeburt kraftvoll symbolisiert.

Mit der Teilnahme von zwanzig Balletttänzern und dem herausragenden Solisten Hà Tứ Thiên vermittelt jede Bewegung eine Botschaft von Freiheit und dem Verlangen nach Kreativität. erinnert uns daran, dass wahre Schönheit nicht weit entfernt ist, sondern in zarten Papierbögen, in ehrlichen, bodenständigen Schritten und in der Liebe zu den authentischsten Elementen der Heimat zu finden ist.


VERANSTALTUNGSDETAILS

Zeitgenössisches Ballett
Datum: 29. März 2026
Ort: Hồ-Gươm-Oper, 40 Hàng Bài, Hoàn Kiếm, Hanoi
Regie: Hương Na Trần
Choreografie: Phan Lương – Ngọc Khải

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