The cosy kitchenette underneath the mezzanine structure
Cover Der Architekt und Designer Gae Avitabile verwandelte einen alten Lagerraum in ein Apartment, das voller Vintage-Objekte und Familienerbstücke steckt
The cosy kitchenette underneath the mezzanine structure

Der Architekt und Designer Gae Avitabile verwandelte einen alten Familien-Lagerraum in “Casa Egle” — ein Apartment, das von einer eklektischen Sammlung an Objekten, Vintage-Fundstücken und Familienerbstücken erzählt

In Kampanien, nördlich von Neapel in Süditalien gelegen, ist die historische Stadt Caserta vom monumentalen Erbe der Bourbonen-Dynastie geprägt, insbesondere durch den königlichen Palast aus dem 18. Jahrhundert. Diese Sammlung an Objekten historischer Architektur findet hier ihren Ursprung.

Der von Karl von Bourbon, König von Neapel, 1752 in Auftrag gegebene und von Luigi Vanvitelli entworfene Königspalast wurde in einer Größenordnung konzipiert, die mit anderen bedeutenden königlichen Residenzen Europas — vor allem Versailles und dem Königspalast von Madrid — vergleichbar ist.

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Heute bilden der Palast, seine Gärten, der Aquädukt von Vanvitelli und der Komplex von San Leucio ein UNESCO-Welterbe. In fußläufiger Entfernung lebt eine Anwältin mit einer Leidenschaft für Vintage-Märkte und Reisen. Sie beauftragte den Architekten Gae Avitabile damit, einen alten Lagerraum ihres Hauses in ein 45 Quadratmeter großes Pied-à-terre zu verwandeln, das nun eine einzigartige Auswahl an Objekten beherbergt.

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Nicknamed Casa Egle, the two-room apartment used to be a family storeroom, spanning less than 485 sq ft
Above Das “Casa Egle” genannte Zwei-Zimmer-Apartment war ursprünglich ein einfacher Lagerraum für die Familie
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Green wainscot continues through the door linings and doors, paired with original Herringbone terracotta flooring
Above Grüne Wandverkleidungen setzen sich in den Türrahmen und Türen fort und betonen die Objekte im Raum
Nicknamed Casa Egle, the two-room apartment used to be a family storeroom, spanning less than 485 sq ft
Green wainscot continues through the door linings and doors, paired with original Herringbone terracotta flooring

Das intime Pied-à-terre fungiert für Egle, die Eigentümerin, als einladender Rückzugsort und als Ort für Freunde und Verwandte, die aus verschiedenen Teilen Italiens anreisen, um ihre Objekte zu bewundern.

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“Egle bat mich, ein Interieur zu schaffen, das ausschließlich Objekte, Materialien, Leuchten und Möbel verwendet, die entweder ihrer Familie gehörten oder auf Reisen und Vintage-Märkten erworben wurden”, erinnert sich Avitabile.

“Ich empfand diesen Ansatz als sehr andersartig zu meinen bisherigen Projekten, was für mich den Reiz ausmachte, diese Objekte harmonisch zu arrangieren.”

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The living area comprises a multicoloured wood-and-rope bench from Morocco and an inlaid coffee table
Above Der Wohnbereich umfasst eine bunte Holz-Seil-Bank aus Marokko und einen mit Einlegearbeiten verzierten Couchtisch
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An eclectic collection of objects procured during the homeowners’ travels and inherited from her family
Above Eine eklektische Sammlung an Objekten, die auf Reisen erworben oder von der Familie geerbt wurden
The living area comprises a multicoloured wood-and-rope bench from Morocco and an inlaid coffee table
An eclectic collection of objects procured during the homeowners’ travels and inherited from her family

Das Projekt begann mit einem 40 Quadratmeter großen Lagerraum, zu dem weitere fünf Quadratmeter für ein angrenzendes Badezimmer hinzukamen. Die Deckenhöhe von rund vier Metern ermöglichte es Avitabile, eine Mezzanin-Ebene für den Schlafbereich zu integrieren, um Platz für die wertvollen Objekte zu schaffen.

Da das Apartment im Erdgeschoss neben einem privaten Garten liegt, erforderte die Renovierung zudem eine bauliche Sanierung gegen aufsteigende Feuchtigkeit — die Umsetzung erfolgte in etwa sechs Monaten.

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Die Sanierung bewahrte den Charakter der ursprünglichen Struktur. So wurde beispielsweise der Terrakotta-Fischgrätboden sorgfältig restauriert, um seine warme Ausstrahlung zu erhalten, während er in Kontrast zu weißen Wänden und Decken steht.

Ein markanter grüner Wandpaneel-Stil zieht sich durch die Türrahmen und Türen, wobei derselbe Farbton auch in den Badezimmerwänden verwendet wird, um eine visuelle Kontinuität zwischen den verschiedenen Objekten und Bereichen der kompakten Residenz zu schaffen.

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The cosy kitchenette underneath the mezzanine structure
Above Die gemütliche Kochnische befindet sich unterhalb der Mezzanin-Konstruktion
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The four-metre ceiling height introduces a sleeping area
Above Die vier Meter hohe Decke ermöglichte den Einbau eines Schlafbereichs mit Blick auf besondere Objekte
The cosy kitchenette underneath the mezzanine structure
The four-metre ceiling height introduces a sleeping area

Im gesamten kompakten Raum treten die zurückhaltenden architektonischen Details in einen Dialog mit Objekten, die Egle zeitlebens gesammelt hat — sei es aus Familienbesitz oder durch Entdeckungen in Antiquitätenläden, Werkstätten und auf Reisen.

Anstatt die Gegenstände als isolierte Dekoration zu behandeln, bilden sie eine physische Manifestation der Reisegeschichte und Familiengeschichte, die sich zu einer bewusst eklektischen Komposition zusammenfügt.

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Im Wohnbereich finden sich Möbel und Objekte mit orientalischen Einflüssen, darunter eine kleine, bunte Holzbank aus Marokko, ein Couchtisch mit Einlegearbeiten und ein Sofa mit marokkanischem Stoff.

An anderer Stelle schmückt ein Wandteppich aus Bali den Raum, während eine Lotus-Lampe vom Flohmarkt und ein Rattanstuhl weitere Schichten zu dieser Sammlung an Objekten hinzufügen.

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The washbasin from Morocco sits atop an old sideboard that belonged to Egle’s great-grandmother
Above Das Waschbecken aus Marokko ruht auf einem alten Sideboard aus dem Besitz von Egles Urgroßmutter
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A compact flame-red refrigerator and a salvaged cabinet enhanced with Moroccan fabric
Above Ein kompakter flammenroter Kühlschrank und ein aufbereiteter Schrank mit marokkanischen Stoffen
The washbasin from Morocco sits atop an old sideboard that belonged to Egle’s great-grandmother
A compact flame-red refrigerator and a salvaged cabinet enhanced with Moroccan fabric

Eine Kochnische nimmt einen der Hauptbereiche unter dem Metall-Mezzanin ein. Das Design zentriert sich um ein besonders persönliches Objekt: ein kleines, kreisförmiges Waschbecken, das Egle auf einer Reise nach Marokko entdeckte — schön, wenn auch unpraktisch, war es dennoch unverzichtbar.

“Die gesamte Küche wurde um dieses Waschbecken herum entworfen”, teilt Avitabile mit. “Wir wählten ein altes Sideboard aus dem Besitz von Egles Urgroßmutter und modifizierten es, um das marokkanische Objekt zu ergänzen und das Erbstück in eine funktionale Küche zu verwandeln.”

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Zudem umfasst die Kochnische einen kompakten, flammenroten Kühlschrank und einen geretteten Schrank, der mit marokkanischem Stoff verziert ist, um Geschirr und weitere Utensilien zu verstauen.

Im Essbereich fällt Licht durch Vorhänge, die aus einem alten Familienerbstück gefertigt wurden; ein Vintage-Metalltisch bildet zusammen mit Industrie-Stühlen einen Blickfang, wobei der kaktusförmige Fuß dieses Objekts besonders hervorsticht.

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The bathroom with a dual screen comprising an old glass door panel purchased from a junkyard in Naples
Above Das Badezimmer verfügt über einen Sichtschutz aus einer alten Glastür, die von einem Schrottplatz in Neapel stammt
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Reclaimed encaustic tiles are used for the basin backsplash alongside a tasselled chandelier and Art Deco mirror
Above Wiederverwendete Zementfliesen zieren den Spritzschutz am Waschbecken neben einem Kronleuchter und Art-déco-Objekten
The bathroom with a dual screen comprising an old glass door panel purchased from a junkyard in Naples
Reclaimed encaustic tiles are used for the basin backsplash alongside a tasselled chandelier and Art Deco mirror

Das Badezimmer schlägt eine theatralischere Richtung ein, bei der aufbereitete Zementfliesen den Waschbecken-Spritzschutz und die Duschwände schmücken, während ein Kronleuchter mit Quasten und ein Art-déco-Spiegel eine barocke Komposition reflektieren — ein weiteres bemerkenswertes Arrangement dieser Objekte.

Privatsphäre wird durch einen Sichtschutz erzielt, der aus einem alten Glas-Türpaneel von einem Schrottplatz in Neapel besteht — ursprünglich Teil des Eingangs einer Anwaltskanzlei — sowie einem Hanf-Vorhang aus dem Erbe der Familie, der nun als ästhetisches Objekt fungiert.

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Credits

Photography: Carlo Oriente

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Celeste Goh
Leitender Redakteur bei Tatler Homes, Tatler Malaysia
Tatler Asia

Celeste Goh ist eine erfahrene Redakteurin, die über Architektur und Design berichtet. Von Malaysia aus berichtet sie über neue Trends in Architektur und Wohndesign sowie über Einblicke von lokalen und internationalen Architekten und Innenarchitekten.

Zuvor berichtete sie über Männer-Lifestyle, Mode, Musik und Unterhaltung.