Cover Philippe Starck, einer der einflussreichsten Schöpfer der Welt, liefert die Antwort auf einen neuen Trend: Räume zu gestalten, die nicht nur zum Wohnen, sondern zum Leben, Fühlen und zur tiefen Verbundenheit mit der Umwelt einladen.

Nach mehr als einem halben Jahrhundert an der Spitze des zeitgenössischen Designs kreiert der renommierte französische Architekt, Designer und Erfinder Philippe Starck weiterhin außergewöhnliche Meisterwerke. Nun präsentiert er sein neuestes Projekt in Vietnam.

Über viele Jahre hinweg wurden Luxusimmobilien nach zwei vertrauten Kriterien bewertet: Lage und Größe. Doch da die Auswahlmöglichkeiten stetig zunehmen, wandelt sich auch die Perspektive der Eigentümer. Neue Fragen rücken in den Vordergrund: Wie werde ich mich an diesem Ort fühlen? Wer hat diese Räumlichkeiten entworfen? Welche Philosophie prägt das Design? Und was verrät dieses Bauwerk über das Land, auf dem es steht?

In genau diesem Kontext erweist sich Philippe Starck, einer der einflussreichsten Visionäre der Welt, als Vorreiter eines neuen Trends. Er kreiert Räume, die nicht nur als bloße Unterkünfte dienen, sondern in denen man wahrhaft leben, fühlen und eine tiefe Verbindung zur umgebenden Welt aufbauen kann.

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Philippe Starck und eine Kindheit im Reich der Kreativität

Philippe Starck wurde 1949 in Frankreich geboren, in einem Umfeld, in dem Kreativität zur zweiten Natur wurde. Sein Vater war Luftfahrtingenieur – ein Mann, der die meiste Zeit über Flugzeugentwürfen verbrachte. Starcks Kindheit spielte sich daher buchstäblich unter genau jenen Zeichentischen ab. Dort beobachtete der Junge fasziniert, wie sich eine Idee in eine Struktur verwandelte und wie eine einfache Linie zu einer Maschine werden konnte, die den Himmel erobert.

“Ich bin unter dem Zeichentisch meines Vaters aufgewachsen,” sagte Starck einst. “Für mich war das Erschaffen immer ein wesentlicher Teil meiner Natur und zugleich eine Verantwortung.”  

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Above Der legendäre Designer und Visionär Philippe Starck

Die wichtigste Lektion, die er aus dieser Umgebung mitnahm, betraf nicht die Ästhetik, sondern Logik und Struktur. Alles musste präzise organisiert sein – von zwischenmenschlichen Beziehungen bis hin zur Ausarbeitung einer Idee. Diese Denkweise bildete später das Fundament für seinen unverwechselbaren Designstil: minimalistisch, hocheffizient und stets auf einen klaren Zweck ausgerichtet. 

Trotz dieser Disziplin bewahrte sich Starck jedoch den Geist eines Kindes. Für ihn existiert das Wort “Arbeit” nicht in seinem Leben; es gibt lediglich Neugierde und Vorstellungskraft.
 
Aus diesem Grund erregte er schon in jungen Jahren mit außergewöhnlichen Entwürfen Aufmerksamkeit und gründete bereits mit 19 Jahren sein erstes Designbüro. Der internationale Durchbruch gelang Philippe Starck jedoch erst in den frühen 1980er Jahren. Damals wurde er beauftragt, die privaten Gemächer des ehemaligen französischen Präsidenten François Mitterrand im Élysée-Palast neu zu gestalten. Dieses prestigeträchtige Projekt katapultierte ihn ins Zentrum der europäischen Designwelt. 
 
Ein weiterer Meilenstein war das 1988 eröffnete Royalton Hotel in New York. Es veränderte die weltweite Wahrnehmung traditioneller Hotelräume grundlegend und prägte maßgeblich das Konzept des Boutique-Hotels. In Asien realisierte Starck Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre zahlreiche Gebäude in nie zuvor gesehenen Formen. Ein herausragendes Beispiel ist das 1989 in Tokio fertiggestellte Nani Nani. Dieses Bauwerk besticht durch eine beeindruckende anthropomorphe Gestalt und ist mit Kupfer verkleidet – einem “lebendigen” Material, das sich im Laufe der Zeit wandelt. Das Projekt entsprang seiner festen Überzeugung, dass Kreationen stets fest in ihrem Umfeld verankert sein müssen. Sie sollen nicht stören, sondern harmonisch und mit höchstem Respekt mit ihrer Umgebung verschmelzen. 

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Above Das beeindruckende Kupfergebäude Nani Nani, das Philippe Starck 1989 in Japan vollendete

Ein Jahr später untermauerte er seine Vorreiterrolle in der Avantgarde-Architektur mit der Asahi Beer Hall in Tokio. Darauf folgten der Bürokomplex Baron Vert in Osaka und das Restaurant Felix im legendären Peninsula Hotel in Hongkong. Seitdem wächst Starcks kreatives Portfolio unaufhörlich. Es reicht von alltäglichen Gebrauchsgegenständen wie Möbeln, Zitronenpressen, E-Bikes und privaten Windkraftanlagen bis hin zu architektonischen Meisterwerken wie Hotels und Restaurants, die als inspirierende Räume konzipiert sind. Darüber hinaus widmet er sich der Schiffs- und Raumfahrttechnik, was sich in beeindruckenden Superyachten und Wohnmodulen für den Weltraum zeigt.

In den vergangenen Jahren hat Starck seine architektonische Sprache durch bemerkenswerte Projekte weiter bereichert. Dazu zählen die Brach-Hotels in Paris und Madrid, das von Pariser Eleganz geprägte Royal Monceau, das Maison Heler in Metz sowie das LA Almazara in Ronda.

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Above Das exklusive Brach Hotel im Herzen von Madrid
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Above Der luxuriöse Palast Royal Monceau in Paris

Im Laufe seiner glanzvollen Karriere wurde Starck mit zahlreichen der prestigeträchtigsten Designpreise der Welt ausgezeichnet. Dazu gehören zwei Compasso d’Oro-Auszeichnungen (2001 & 2025), die Ehrendoktorwürde der Katholischen Universität von Portugal (2026), der Deutsche Nachhaltigkeitspreis als Ehrenpreis (2025) sowie die Ehrung als einflussreichster Designer durch die GQ (2016). Zudem wurde er zum Ehrenmitglied der Akademie der Schönen Künste in Florenz ernannt (2009) und erhielt den Excellence in Design Award der Harvard University (1997). Sein beispielloses Schaffen brachte ihm außerdem 29 Red Dot Design Awards und 36 iF Design Awards ein. Ein besonderer Höhepunkt war das Jahr 1998, als er in Frankreich zum Ritter der Ehrenlegion geschlagen und mit dem Orden der Künste und der Literatur im Rang eines Kommandeurs gewürdigt wurde – eine Anerkennung seines tiefgreifenden Einflusses auf das zeitgenössische Design und die Kultur.

Design im Dienst der Menschen, nicht des Marktes

Unabhängig von der Vielfalt und Größenordnung seiner Projekte kehrt Starck stets zu einer zentralen Frage zurück: Wie erleben die Menschen diese Objekte und Räume?

Schon in den Anfängen seiner Karriere verfolgte er das Konzept des “demokratischen Designs”. Er ist fest davon überzeugt, dass intelligent und sorgfältig gestaltete Produkte nicht nur einer kleinen Elite vorbehalten sein sollten. Vielmehr müssen sie einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden – in höchster Qualität, aber zu einem vernünftigen Preis.

Diese Philosophie spiegelt sich in Hunderten seiner Entwürfe wider, von simplen Haushaltswaren bis hin zu modernsten Technologieprodukten. Für Philippe Starck muss jede Kreation – ob Zahnbürste, Stuhl oder Gebäude – mit derselben fundamentalen Frage beginnen: Ist die Existenz dieses Produkts wirklich notwendig, und welchen Mehrwert bietet es dem Nutzer?

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Above Der transparente Louis Ghost Stuhl, entworfen von Philippe Starck, entsprang dem kollektiven Unterbewusstsein der westlichen Kultur

Parallel dazu existiert ein weiteres Prinzip, das als Leitmotiv seiner Karriere betrachtet werden kann: Weniger ist mehr. Starck glaubt zutiefst daran, dass die besten Designs jene sind, die mit einem Minimum an Material maximale Wirkung erzielen. Dabei werden Minimalismus und Intelligenz stets dem Überfluss vorgezogen. In seiner Arbeit gehen Ökonomie und Ökologie unweigerlich Hand in Hand. “Die Zukunft liegt in der Entmaterialisierung”, prophezeite er wiederholt – eine Welt, in der weniger Materie mehr Raum für Geist und Menschlichkeit schafft.

Diese visionäre Denkweise hat zahlreiche ikonische Designs hervorgebracht. Ein herausragendes Beispiel ist der Louis Ghost Stuhl, der für Kartell entworfen wurde. Gefertigt aus transparentem, recyceltem Polycarbonat und inspiriert von der klassischen Eleganz des Louis-XVI-Stils, weckt der Stuhl historische Raffinesse und scheint gleichzeitig im Raum zu “verschmelzen”. Bis heute wurden weltweit mehr als zwei Millionen Exemplare dieses Meisterwerks erworben.

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Above Die biomorphe Zitronenpresse Juicy Salif, ein ikonischer Entwurf von Philippe Starck

Ein weiteres berühmtes Beispiel ist die Juicy Salif, eine biomorphe Zitronenpresse, die für Alessi entworfen wurde. Starck skizzierte dieses Design spontan auf einer Papierserviette, während er in einer Pizzeria in Italien saß. “Es ist ein geometrisches Rätsel der Umkehrung,” erklärte er. “Man verwandelt eine konkave in eine konvexe Form. Zunächst mag es wie ein Gedankenspiel wirken, aber letztendlich erleichtert es die Reinigung enorm.” Das Ergebnis ist ein Objekt voller Überraschungen, Poesie und unkonventioneller Brillanz, das vertraute Designprinzipien aus einer völlig neuen Perspektive betrachtet. Die Juicy Salif ist weit mehr als nur eine Zitronenpresse; sie ist der Ausgangspunkt unzähliger anregender Gespräche.

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Above Das von Philippe Starck für die Internationale Raumstation konzipierte Wohnmodul Axiom Space

Bemerkenswert ist vor allem, dass sich Starck nie auf ein einziges Feld beschränkt hat. In den letzten Jahren kollaborierte er sogar mit Künstlicher Intelligenz, um den A.I. Chair zu entwickeln. Dieser Stuhl bietet maximalen Komfort bei minimalem Materialeinsatz – ein Design, das nicht nur auf menschlicher Intuition basiert, sondern aus Algorithmen generiert wurde. Darüber hinaus entwarf Starck Wohnmodule für Axiom Space, die für die Internationale Raumstation (ISS) bestimmt sind, und setzt damit seine unermüdliche Erforschung des Lebens in der Schwerelosigkeit fort.

Ein neues Kapitel an der Küste Vietnams

In über einem halben Jahrhundert schöpferischen Wirkens hat Philippe Starck mehr als 10.000 Produkte und Bauwerke auf der ganzen Welt gestaltet. Dennoch bleibt sein Blick stets fest auf die Zukunft gerichtet. Er ist überzeugt, dass die Welt in eine neue Ära eintritt, in der materieller Besitz zunehmend reduziert wird, während Intelligenz und modernste Technologien in den Mittelpunkt rücken.

Nachhaltige, verantwortungsvoll produzierte Objekte aus fortschrittlichen Recyclingmaterialien; Geräte, die nahezu “unsichtbar” werden, während sie nahtlos mit dem menschlichen Körper interagieren; oder umweltsensible Fertighäuser, die eine bessere und zugänglichere Lebensqualität versprechen – all dies sind Experimente auf dem Weg zu einer neuen zivilisatorischen Form.

In seiner Vision geht es beim Design nicht länger darum, der ohnehin schon überfüllten Welt weitere Objekte hinzuzufügen. Vielmehr muss es uns dabei unterstützen, leichter, intelligenter und verantwortungsvoller im Einklang mit unserem Planeten zu leben.

Dieser visionäre Ansatz spiegelt auch einen grundlegenden Wandel in der Art und Weise wider, wie Menschen nach Lebensräumen suchen – insbesondere im Sektor der Luxusimmobilien. Repräsentative Zurschaustellung gehört der Vergangenheit an. Was anspruchsvolle Klienten heute wirklich suchen, sind Ruhe, vollkommene Privatsphäre und authentische emotionale Erlebnisse – das aufrichtige Gefühl, wahrhaft “zu Hause” zu sein.

Genau in diesem Geist wird Philippe Starck erstmals in Vietnam das Projekt Nhà Estate realisieren. Diese exklusive Villenanlage am Strand von Hồ Tràm wird für die AppleTree Group in Zusammenarbeit mit Larfa Properties entwickelt.

Obwohl die spezifischen Details noch ein gut gehütetes Geheimnis sind, verspricht dieses Meisterwerk, die unverkennbare Handschrift Starcks zu tragen und neue Maßstäbe zu setzen. Es wird ein Ort sein, an dem Materialien in ihrer reinsten Ehrlichkeit respektiert werden – wo Stein wahrlich Stein und Holz authentisches Holz ist – präsentiert mit zeitloser Anmut und unvergänglicher Schönheit.

Und ganz im Sinne der Philosophie, die Philippe Starck während seiner gesamten Karriere verfolgt hat, wird dieses Projekt weit mehr sein als nur ein architektonisches Bauwerk.

Es wird eine wahrhaftige Lebensart verkörpern.