Die Perimenopause wird oft mit Stress oder Erschöpfung verwechselt und beginnt nicht selten Jahre vor der eigentlichen Menopause. Ein neuer gesellschaftlicher Dialog über die Gesundheit der Frau bricht das Schweigen um diese Lebensphase.
Fragt man Menschen, was ihnen bei einer Frau in den Wechseljahren in den Sinn kommt, erscheinen oft bekannte Bilder: Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen und emotionale Überforderung. Fragt man hingegen nach der Perimenopause, bleibt die Antwort häufig vage.
Genau dies war das Thema der Veranstaltung “Decoding Women’s Health: From Your 30s to Perimenopause”, die von der philippinischen Marke Halia in Zusammenarbeit mit dem World Institute for Incurable Diseases (WIID) am 1. Oktober in Makati organisiert wurde. Als die Referentin Master Rega Stellar Pe ein Publikum von 30 Frauen bat, sich eine Person in der Perimenopause vorzustellen, herrschte Stille im Raum.
“Es gibt kein Symbol für die Perimenopause”, bemerkte sie. “Was also tun wir? Wir müssen selbst ein Symbol für diese Phase schaffen.”
Das Fehlen eines klaren Bildes weist auf ein größeres Problem hin. Während Menstruation und Fruchtbarkeit zunehmend in den Fokus der Frauengesundheit rücken, bleibt die Perimenopause oft ein unbeschriebenes Blatt. Viele Frauen erleben mentale Nebel, Ängste, Stimmungsschwankungen und Stoffwechselveränderungen, ohne diese sofort mit hormonellen Umstellungen in Verbindung zu bringen. Oft werden diese Symptome auf den hohen Stresslevel im Berufs- oder Familienleben geschoben.

Above Während der Veranstaltung “Decoding Women’s Health” sprach Master Rega Stellar Pe über die Perimenopause und praktische Ansätze für den Alltag (Foto: Sab Quinones)
Die Perimenopause kann bereits in den 30ern beginnen und mehrere Jahre andauern. Die Menopause hingegen ist definiert als das Ausbleiben der Periode für zwölf aufeinanderfolgende Monate. Diese Unterscheidung ist entscheidend: Frauen navigieren oft über Jahre hinweg durch Veränderungen, bevor sie diesen Meilenstein erreichen.
Pe, Direktorin am WIID und Expertin für holistische Medizin, sieht die Phase positiv: “Die Perimenopause ist die Reise. Die Menopause ist das Abschlusszeugnis”, erklärte sie.
Dieser Perspektivwechsel rückt das Verständnis anstelle des Niedergangs in den Fokus. Anstatt die Menopause zu fürchten, sollten Frauen über ihren Körper informiert sein und Unterstützung suchen. Perimenopause ist eine transformative Lebensphase.
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Mehr als nur Symptome: Die Perimenopause verstehen
Zum praktischen Management der Veränderungen gehörte auch die Beratung durch Pe. Sie empfahl die 3-2-1-Routine: Drei Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr essen, zwei Stunden vorher keine Bildschirme und helles Licht mehr, eine Stunde vorher keine großen Flüssigkeitsmengen. Zudem wurden Krafttraining und eine proteinreiche Ernährung als wirksame Säulen der Perimenopause-Gesundheit hervorgehoben.
Diese Maßnahmen ersetzen keinen Arztbesuch. Dennoch zeigt sich: Frauengesundheit erfordert ein proaktives Handeln, bevor Beschwerden den Alltag dominieren. Es geht darum, Frauen die Informationen an die Hand zu geben, um bei Unwohlsein die richtigen Fragen zu stellen.
Für Frauen, die Karriere und Familie unter einen Hut bringen, ist dieses Wissen Gold wert. Oft ist es schwer zu unterscheiden, ob Erschöpfung hormonell oder durch den Alltag bedingt ist. Die Lösung liegt darin, die Diskussion über die Perimenopause zu normalisieren, statt sie als Tabu zu behandeln.

Above Frauen versammelten sich bei Halia zur Veranstaltung über Frauengesundheit, Perimenopause und hormonelle Veränderungen (Foto: Sab Quinones)
Ein Dialog über Generationen hinweg
Für Alexa Jocom, Gründerin und CEO von Halia, ist dieser Diskurs eine logische Erweiterung ihres Engagements. Halia bietet nachhaltige Hygieneprodukte an, die Frauen auch während der Perimenopause begleiten.
“Halia hilft Frauen dabei, sich mit ihrem Körper weniger allein zu fühlen – das hört nach der Periode nicht auf”, so Jocom. Ihr ist es zudem wichtig, wie junge Frauen das Älterwerden betrachten. Statt Verluste sieht sie in den Erfahrungen von Müttern und Großmüttern eine wertvolle Weisheit.
Dieser generationenübergreifende Ansatz macht die Perimenopause zu einem Thema, das nicht mehr nur im Stillen besprochen wird. Durch den Austausch von Erfahrungen wird Unsicherheit durch ein realistisches Verständnis der kommenden Lebensphase ersetzt.
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Above Alexa Jocom, Gründerin von Halia, öffnet den Dialog über die Perimenopause und die körperlichen Veränderungen im Leben einer Frau (Foto: Sab Quinones)
Warum die Perimenopause am Arbeitsplatz wichtig ist
Auch im beruflichen Kontext bedarf dieses Thema Aufmerksamkeit. Symptome wie Schlafstörungen oder Konzentrationsschwächen während der Perimenopause machen vor dem Büro nicht halt. Mangelnde Sensibilität führt oft dazu, dass Frauen ihre Beschwerden verheimlichen.
Arbeitgeber sollten eine Kultur fördern, in der Gesundheitsthemen ohne Stigma besprochen werden können. Bessere Aufklärung hilft auch Führungskräften, mit Empathie zu reagieren, statt auf Vorurteile zu setzen. Halia plant weitere Gespräche, um die Perimenopause aus der Nische zu holen.
Die Perimenopause ist eine Übergangsphase, kein Verlust an Leistungsfähigkeit. Frauen haben ein Recht auf ein klares Verständnis ihrer Gesundheit und die Freiheit, diese Erfahrungen ohne Scham zu thematisieren. Der erste Schritt: Die Perimenopause als ganz normalen Teil des Lebens begreifen.
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