Die beliebte Londoner Bao-Marke bringt ein Pop-up-Konzept nach Taipeh. Neben der Gestaltung als Convenience-Store steht ein Bao-Spezialität im Mittelpunkt: taiwanesisches Fried Chicken!
Im Juni 2026 werden die Gründer der beliebten Londoner Marke Bao, Erchen Chang und Shing Tat Chung, ihr Pop-up-Konzept nach Taipeh bringen. Bao ist längst ein Synonym für erstklassige Luxusuhren-Qualität im kulinarischen Bereich geworden, doch hier geht es um die Kunst des Bao.
Die Geschichte von Bao begann 2013 auf einem Parkplatz in London. Shing, Erchen und Wai Ting Chung starteten mit ihren berühmten Gua Baos, eröffneten sieben Filialen in London, verkauften jährlich über eine Million Stück und erhielten jahrelang die Michelin-Bib-Gourmand-Auszeichnung. Mit Unterstützung des Singapurer Risikokapitalgebers Lo & Behold expandiert Bao nun offiziell nach Asien, wobei die Wahl für den ersten Standort auf Taipeh fiel.
Der Name des Pop-ups lautet “BFF”, eine Abkürzung mit drei Bedeutungen: Bao Fast Foods, Better Fast Food und Best Friends Forever. Das Design erinnert an einen Convenience-Store und im Fokus stehen köstliche taiwanesische Fried-Chicken-Kreationen. Warum kehrt eine Marke, die von der taiwanesischen Esskultur inspiriert ist und in London groß wurde, nun zu ihren Wurzeln zurück? Die dahinterstehende Strategie von Bao ist bemerkenswert.
Erchen erklärt: “Nachdem wir über ein Jahrzehnt lang in London von Taiwan erzählt haben, ist es nun an der Zeit, zurückzukehren und Taiwan völlig neu zu entdecken.”
Ein Name, drei Bedeutungen

Above Das Pop-up mit dem Namen “BFF” vereint Bao Fast Foods, Better Fast Food und Best Friends Forever unter einem Dach (Foto: Shouya)
Die Namensfindung für das “BFF”-Pop-up war ein glücklicher Zufall, erzählt Erchen: “Ursprünglich wollten wir Fast Food jenseits der klassischen Restaurantform anbieten, daher entstand Bao Fast Foods. Als wir das aufschrieben, sahen wir die Abkürzung BFF und fanden sie charmant – wie eine enge Freundschaft.”
Nach der Namensgebung entwickelte sich das Konzept weiter. “Wir machen Fast Food, aber dieses Fast Food bedeutet nicht nur bessere Qualität bei den Speisen, sondern auch einen Mehrwert für die Gemeinschaft. Gastronomie erfordert heute eine Einbindung des Standorts, des Designs und persönlicher Verbindungen.”
Die Entscheidung für Fried Chicken als Hauptprodukt basierte auf einer klaren Analyse. In den Londoner Bao-Filialen steht das knusprige Hähnchen den Baos in nichts nach. Shing betont, dass Fried Chicken im Vergleich zu Baos ein kollektives Gedächtnis an taiwanesisches Fast Food repräsentiert. Global betrachtet ist Hähnchenfleisch beliebt und auf westlichen Märkten bestens etabliert, was “die Expansion beschleunigt.” Die Beziehung zwischen der Karte in Taipeh und der in London beschreibt Erchen als “Evolution”: “Es gibt Veränderungen, aber die Handschrift von Bao bleibt erkennbar.”
Ein kulturelles Gedächtnis: Der Convenience-Store als globale Ikone

Above Das BFF-Interieur orientiert sich an einem taiwanesischen Convenience-Store und dient als Forschungsraum (Foto: Shouya)
Die Wahl eines Convenience-Stores als Rahmen für das BFF-Konzept ist strategisch klug. Erchen bemerkt: “Wer Asien besucht, möchte Convenience-Stores erkunden. Sie sind ein kulturelles Konzept Taiwans und Asiens, ein bekannter Ankerpunkt für westliche Besucher.” Shing nennt diese Strategie das “Trojanische Pferd”. Da Convenience-Stores ein vertrautes Bild asiatischer Kultur sind, sinkt die Hemmschwelle für Kunden. Erst im Inneren entdecken sie taiwanesisches Fried Chicken, authentische Zutaten und Bao-Markenwerte. Vertrautes dient als Eingangstor, Unbekanntes als eigentliches Ziel. “Manchmal gibt man den Leuten, was sie wollen, aber oft muss man sie lehren, was Qualität ausmacht.” Er vergleicht dies mit Szechuan-Pfeffer, der vor 20 Jahren unbekannt war und heute als essenzielles Element gilt.
Er fügt hinzu, dass der westliche Appetit auf kulinarische Entdeckungen durch soziale Medien enorm gewachsen ist. Menschen suchen nicht nur nach japanischer Küche, sondern nach einem Verständnis für andere Kulturen. Selbst mit der gleichen Basis bietet Bao bei seinen Baos und Fried Chickens eine Vielzahl an Details und Aromen, die den Unterschied machen.
Rückkehr zu den Wurzeln, um Inspiration zu schöpfen

Above Jede in Taiwan entwickelte Geschmacksrichtung dient als Inspiration für verschiedene Bao-Standorte weltweit (Foto: Shouya)

Above Mehr als nur ein Gericht möchten sie einen kulturellen Impuls mitnehmen (Foto: Shouya)
Die Wahl von Taipeh als ersten Standort begründet Erchen offen. Bao wollte Taiwan schon immer in die Welt tragen, aber der Widerspruch war ihre lange Abwesenheit. Dieser einmonatige Aufenthalt in Taiwan ist daher ein notwendiger Schritt für einen tieferen Austausch. Die Herausforderung liegt vor allem bei den Zutaten. “Dies ist ein neues Feld, wir müssen die Zutaten neu finden”, so Erchen. “Ob wir unseren ursprünglichen Geschmack treffen und ob das lokale Publikum ihn schätzt, ist eine spannende Frage.”
Marktherausforderungen durch ständige Innovation meistern

Above Der Einstieg in den Fast-Food-Sektor ist für Bao der nächste strategische Schritt (Foto: Shouya)
“Die größte Schwierigkeit ist es, die richtigen Leute zu finden!” Das ist die größte Herausforderung des BFF-Projekts. Die Komplexität liegt darin, in kürzester Zeit in einer Stadt, die man lange verlassen hat, ein Netzwerk aus Lieferanten und Partnern aufzubauen. Für Shing ist das Taipeh-Pop-up eine Testphase und Vorbereitung für die Zukunft. Die hier entwickelten Aromen werden die Forschung für neue globale Standorte oder die Anpassung der Londoner Bao-Speisekarte beeinflussen.
Da der Markt durch soziale Medien sehr wettbewerbsintensiv ist, muss sich eine Marke wie Bao durch exzellente Leistung abheben. Erchen gibt zu: “Man muss hart arbeiten, damit die Leute wissen: Hey, wir sind hier, kommt vorbei.” Der Schritt zum Fast Food bei Bao ist eine bewusste Offensivstrategie.
Das Team freut sich besonders darauf, lokale Branchenfreunde aus Taiwan mit Designern aus London zusammenzubringen, um Vorträge und Programme zu gestalten, die ihre Bao-Philosophie vermitteln.
Taiwan als internationale Sprache etablieren

Above Für Bao ist Taipeh nicht nur eine Station, sondern der kulturelle Ursprung der Marke (Foto: Shouya)
Was sie von dieser Reise mitnehmen wollen, ist weniger ein Rezept, sondern eine abstrakte Idee. “Wir erschaffen eigentlich Kultur. Was wir wirklich verbreiten wollen, ist ein kultureller Impuls, nicht unbedingt ein konkretes Produkt.”
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