Vom RM 007 im Jahr 2005 bis zum diesjährigen RM HJ-02: Richard Mille hat die Kunst der Edelsteinfassung zu einer Disziplin erhoben, die auf mikrometergenauer Präzision und der Design-Ära von Cécile Guenat basiert, was Richard Mille zu einem Vorreiter macht.
Richard Mille betrachtet die Edelsteinfassung als technische Disziplin und nicht als bloßes dekoratives Element. Diese Unterscheidung ist entscheidend, da immer mehr Kundinnen die gleiche mechanische Komplexität und Gehäusearchitektur wie bei “Herrenmodellen” fordern, ohne auf den Charakter eines Schmuckstücks zu verzichten. Die Uhren von Richard Mille verbinden dabei höchste Ingenieurskunst mit ästhetischer Finesse.
Die Expertise der Marke auf diesem Gebiet begann 2005 mit dem RM 007, bei dem erstmals verschiedene Fassungstechniken angewandt wurden. Seitdem hat das Atelier diese Techniken auf die charakteristischen technischen Materialien von Richard Mille übertragen — Carbon TPT, Saphir und Keramik —, die sich unter den Werkzeugen der Fasser grundlegend anders verhalten als Gold oder Platin.
Präzision ist eines der Hauptziele bei Richard Mille. Jede Vertiefung für einen Edelstein wird vor dem Fassen exakt auf die Maße des einzelnen Steins gefräst. Während Goldgehäuse auf CNC-Maschinen bearbeitet werden, kommen bei Saphirgehäusen Laser zum Einsatz, um Toleranzen von etwa einem Mikrometer einzuhalten. Richard Mille integriert Steine zudem direkt in das Uhrwerk — nicht nur aus mechanischen Gründen zur Reibungsminderung, sondern vor allem für ästhetische Innovationen.
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Above Cécile Guenat in einem Porträt für die Uhrenmarke Richard Mille (Foto: Richard Mille)
Das RM 018 Tourbillon Boucheron, das 2008 zum 150. Jubiläum von Boucheron veröffentlicht wurde, nutzte Steine sogar als Zahnräder im Kaliber. Richard Mille fertigte Gehäuse und Uhrwerk, während Boucheron die Steine auswählte und fasste. Aufgrund der aufwendigen Handarbeit konnten jährlich nur fünf dieser exklusiven Zeitmesser produziert werden.
2009 ging das RM 019 Tourbillon noch einen Schritt weiter: Die gesamte Grundplatine wurde aus einem einzigen Stück schwarzem Onyx gefertigt — ein bewusster Schritt hin zu einer emotionaleren Designsprache für die Damenuhren-Kollektion von Richard Mille. Die Grundplatine wurde in einem dreidimensionalen keltischen Triskelion-Motiv ausgearbeitet, ergänzt durch ein kleines Onyx-Triskelion auf dem Gehäuseboden, das sich synchron mit dem Tourbillon dreht.
Im Juni 2019 eröffnete Richard Mille ein eigenes Atelier für Edelsteinfassungen. Hinter vielen dieser Initiativen steht Cécile Guenat, die seit 2015 für das Unternehmen tätig ist und 2018 zur Kreativ- und Entwicklungsdirektorin ernannt wurde. Ihr erstes Projekt war das Design des RM 71-01 Tourbillon Talisman. Auch die Bonbon-Kollektion und das RM 07-02 Saphir-Automatik-Modell unterstreichen die Innovationskraft von Richard Mille.
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Above Die exquisite Richard Mille Uhr RM HJ-02 präsentiert sich in ihrer ganzen Pracht (Foto: Richard Mille)
Die RM HJ-01, die 2020 als erstes Modell der Haute Joaillerie-Linie von Richard Mille erschien, setzte mit Rubin, Saphir und Smaragd neue Maßstäbe. Das Nachfolgemodell, die RM HJ-02, besticht durch eine Kollektion aus 12 einzigartigen Zeitmessern. Die Entwicklung des Gehäuses dauerte über ein Jahr und setzt auf asymmetrische, geschichtete Ebenen. Jede Uhr trägt 1.399 Edelsteine, darunter Diamanten und Paraiba-Turmaline, deren Fassung bis zu 700 Stunden pro Uhr in Anspruch nimmt. Auch bei diesem Meisterwerk von Richard Mille bleibt die Funktionalität gewahrt: Selbst das mit Edelsteinen besetzte Uhrwerk arbeitet mit höchster Präzision.
Diese Entwicklung bei Richard Mille — von den Onyx-Grundplatinen bis hin zum vollbesetzten Rotor der RM HJ-02 — verdeutlicht, warum Edelsteine für die Marke strukturelle Elemente der Uhr sind. Sie sind bei Richard Mille so wichtig wie die Gehäusearchitektur oder die Materialwahl, niemals nur eine nachträglich aufgebrachte Dekoration. Der Rotor der RM HJ-02 demonstriert dies eindrucksvoll: Trotz des vollständigen Besatzes mit kostbaren Steinen sorgt er zuverlässig für den automatischen Aufzug der Uhr am Handgelenk des Trägers.





