„Für mich ist die ideale Kleidung jene, bei der man nach dem Anziehen ihre Präsenz völlig vergisst, um sich ganz frei dem Leben hinzugeben“, so die Künstlerin Crystal LUPA über ihre Sicht auf Mode und LUPA als Ausdruck ihrer Persönlichkeit.
LUPA bezeichnet sich selbst als „wenig gesellig“ und verbringt den Großteil ihrer Zeit in den eigenen vier Wänden oder im Atelier. Für sie ist Kleidung weniger ein Mittel zur Selbstdarstellung als vielmehr eine funktionale Erweiterung ihres Lebensstils: Im Atelier darf sie beim Malen ruhig schmutzig werden, auf Reisen steht Komfort im Vordergrund, und nur bei seltenen Gelegenheiten dürfen Farben, Materialien und Silhouetten spielerische Akzente setzen.
Seit ihrem Abschluss am Londoner Central Saint Martins im Jahr 2012 umfasst ihr künstlerisches Schaffen Ölmalerei, Keramik, Textilarbeiten und Drucktechniken. Für die Künstlerin war Kleidung nie nur Mittel zum Zweck, sondern eine natürliche Fortführung ihrer Arbeit mit Farbe und Textur. Diese LUPA-typische Ästhetik spiegelt sich in ihrem gesamten Schaffen wider.
Für dieses Shooting wählte sie drei unterschiedliche Outfits: eine Arbeitsschürze kombiniert mit einem Langarmshirt, das ihre Kunstwerke als Druckmotive zeigt; einen Mantel und einen Rock ihres eigenen Labels Lupatila; sowie ein japanisch inspiriertes beigefarbenes Kleid mit indischer Handstickerei. Diese Ensembles sind nicht nur ihr täglicher Begleiter, sondern repräsentieren drei Facetten ihres kreativen Lebens.
„Für mich ist die ideale Kleidung jene, bei der man nach dem Anziehen ihre Präsenz völlig vergisst, um sich ganz frei dem Leben hinzugeben“, erklärt sie. „Genau diese LUPA-Philosophie macht für mich den wahren Luxus aus.“

Above Ein exklusives Interview mit der Künstlerin Crystal LUPA (Foto: Yonn Lin)
Von der Mode zur Malerei mit LUPA
Um einen Zustand zu erreichen, in dem man sich in seiner Kleidung vollkommen frei bewegt, bedarf es eines tiefen Verständnisses für das eigene Selbst. LUPA erinnert sich schmunzelnd, dass sie als Kind kaum ein Bewusstsein für Mode hatte und meist Uniformen trug, jedoch durch die Strickleidenschaft ihrer Großmutter eine tiefe Zuneigung zu handgefertigten Stücken entwickelte. Ihr persönlicher Stil festigte sich erst während ihrer Studienzeit in London.
Die unkonventionelle Atmosphäre am Saint Martins erlaubte es den Studierenden, Konzepte ohne kommerziellen Druck umzusetzen. Besonders der Stil der Straßen von East London und die Vintage-Kultur prägten ihr Empfinden. In Secondhand-Läden und Charity-Shops entdeckte sie alte Strickwaren und Stickereien, die ihr den Weg zu ihrer eigenen ästhetischen Identität ebneten.
Nach ihrem Abschluss jedoch schreckten sie die Schnelllebigkeit der Modeindustrie und die damit verbundene Ressourcenverschwendung ab. „Ich erkannte, dass die Malerei deutlich puristischer ist“, so LUPA. Seit ihrer Rückkehr nach Taiwan 2012 konzentriert sie sich auf das, was sie am unmittelbarsten ausdrückt, ohne die Umwelt unnötig zu belasten.
Obwohl sie zur Kunst zurückgekehrt ist, bleibt ihr Hintergrund im Modedesign ein wertvolles Fundament. Ihre Marke führt sie heute ganz entspannt, ohne massives Marketing, und fertigt nur ausgewählte Stücke, die sie selbst tragen möchte — ganz im Sinne einer bewussten LUPA-Lifestyle-Philosophie.

Above Die Künstlerin Crystal LUPA in ihrem kreativen Element (Foto: Yonn Lin)
Drei Outfits, drei Lebensphasen von LUPA
Der Übergang vom Modedesign zur Kunst war für LUPA lediglich ein Wechsel des Ausdrucksmittels. Die Grenzen zwischen ihrem Schaffen und ihrem Alltag sind fließend, was sich in den drei ausgewählten Outfits widerspiegelt.
LUPA reflektiert über die Zyklen ihrer Kreativität. Nach intensiven Ausstellungsphasen genießt sie eine Zeit der Ruhe und Inspiration, oft bereichert durch Reisen, auf denen sie Farben und Texturen von Objekten in ihre Erinnerung aufnimmt. Wenn die Energie wieder fließt, kehrt sie in ihre Arbeitsphase zurück.
Wenn sie malt, ist die mit Ölfarben gesprenkelte Schürze ihr Markenzeichen. Sie bekennt, dass sie im Atelier meist bequeme Kleidung trägt, bei der sie keine Angst vor Flecken haben muss. Das Anlegen der Schürze wird zum rituellen Beginn ihrer Arbeit. Für das Shooting kombinierte sie diese mit einem Retem03-Shirt, um die Verbindung zwischen Prozess und Produkt zu unterstreichen.
Privat liebt LUPA es, ihre Garderobe auf die jeweilige Umgebung abzustimmen. Ihre handbestickten Kleider und selbstentworfenen Jacquard-Mäntel bieten dabei den nötigen Komfort. Ob im Atelier oder auf Weltreise, für LUPA ist Mode ein Begleiter, der Freiheit und Eleganz vereint.
Dieses Streben nach Komfort spiegelt sich ebenso im gesamten LUPA-Portfolio wider.

Above Crystal LUPA verkörpert Eleganz und künstlerische Freiheit (Foto: Yonn Lin)
Die Lebensphilosophie von LUPA
Für LUPA ist Kreativität nicht auf physische Werke beschränkt. Wie man sich kleidet und welche Texturen man wählt, ist ein fortwährender künstlerischer Prozess. Wenn Kleidung dazu beiträgt, dass man im Alltag ganz bei sich selbst ist und die eigene Präsenz vergisst, hat sie ihren Zweck erfüllt.
Egal ob durch ihre Kunst oder ihre Stilwahl, bei LUPA steht die Intuition stets im Mittelpunkt. Diese täglichen Entscheidungen sind Ausdruck ihres Blickes auf die Welt und ihrer einzigartigen Art, sich mitzuteilen.
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