Cover Trương Thoại Yến und Khánh Nguyễn diskutieren über Marketingstrategien für Luxushotels und die Balance zwischen lokalem Charme und globalem Standard.

Trương Thoại Yến vom Sheraton Saigon Grand Opera Hotel und Khánh Nguyễn vom JW Marriott Hotel Hanoi diskutieren über die Zukunft der Luxushotels

Inmitten der Globalisierungswelle steht die Hotellerie vor einer entscheidenden Frage: Soll man lokale Geschichten erzählen oder die globale Markenstimme wahren? Aus zwei gegensätzlichen Perspektiven diskutieren Trương Thoại Yến und Khánh Nguyễn über die zukünftige Marketingausrichtung für Luxushotels.

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Sollten 5-Sterne-Hotelmarken lokale Geschichten erzählen, anstatt die globale Stimme zu priorisieren?

Tatler Asia
Above Trương Thoại Yến, Senior Director of Marketing Communications im Sheraton Saigon Grand Opera Hotel

Ja

In der Welt der Luxushotels ist es die lokale Geschichte, die dem Erlebnis eine Seele einhaucht und eine tiefe Verbindung zwischen dem Reisenden und dem Reiseziel schafft. Ich glaube, dass eine Premium-Marke die Identität ihres Standorts nicht nur erzählen, sondern auch wertschätzen und bewahren sollte. Im Sheraton Saigon Grand Opera Hotel wird seit über 23 Jahren der Gemeinschaftsgeist – ein Kernwert von Sheraton – aus der kulturellen Quelle Saigons gespeist. Die Eröffnung des Grand Opera Tower im Jahr 2025 bestätigt diese Ausrichtung: Inspiriert vom Opernhaus, einem architektonischen und künstlerischen Erbe von Ho-Chi-Minh-Stadt, bringen wir Geschichte und lokalen Geist in das Zentrum eines modernen Erlebnisses. Und wenn ein Gast im The Salon innehält, fasziniert von einem traditionellen Musikinstrument, weiß ich, dass die vietnamesische Identität sein Herz auf die natürlichste, raffinierteste und nachhaltigste Weise berührt hat.

Tatler Asia
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Above Khánh Nguyễn, Director of Marketing & Communications im JW Marriott Hotel Hanoi
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Nein

Im Segment der Luxushotels betrachte ich die Marke als ein wertvolles Versprechen, das über Grenzen hinweg Bestand hat, und nicht nur als eine Geschichte, die an einen Ort gebunden ist. Wenn man also zwischen der globalen Stimme und der lokalen Geschichte abwägt, tendiere ich dazu, die globale Identität als Leitlinie beizubehalten, während lokale Elemente als sorgfältig kuratierte Ebene der Tiefe dienen sollten.

Auf der Ebene des Gästeverhaltens sind anspruchsvolle Kunden oft loyaler gegenüber Erlebnisstandards als gegenüber einzelnen Standorten. Sie reisen durch viele Städte, kehren aber zur gleichen Marke zurück, weil sie ein stabiles Wertesystem, einen konsistenten Servicegeist und eine raffinierte Sprache erkennen, die in jedem Detail präsent ist. Genau diese beständige Qualität definiert das Gefühl von Luxus und schafft nachhaltigen, zeitlosen Wert. Wenn jedes Haus eine zu unterschiedliche Geschichte erzählt, verwässert dies die Identitätsstruktur und das Erlebnis wird unberechenbar – dabei legt gerade das Luxussegment größten Wert auf Konsistenz.

Auf der operativen Ebene fungiert die globale Stimme als Qualitätsreferenzsystem. Sie hilft bei der Standardisierung von Schulungen, Serviceentscheidungen und der Art und Weise, wie die Marke auf sensible Situationen reagiert. Wenn die Kernbotschaft und Philosophie einheitlich bleiben, hängt das Erlebnis nicht zu sehr von der Persönlichkeit des jeweiligen Ortes ab, sondern ist in einem bewährten Wertesystem verankert.

Auf strategischer Ebene hilft eine einheitliche Markenstimme dabei, das Imagevermögen in der Tiefe aufzubauen. Alle Kommunikationsaktivitäten und jedes Erlebnisdesign zahlen auf ein gemeinsames Wertesystem ein und schaffen eine dauerhafte Resonanz, anstatt die Wirkung auf viele einzelne Fragmente zu verteilen. Dies ist besonders wichtig für Systeme, die in mehreren Märkten operieren und einen globalen Kundenstamm bedienen. Wenn die Lokalisierung zu stark priorisiert wird, läuft die Marke Gefahr, zu einer Ansammlung vieler Farben ohne erkennbare Identitätsachse zu werden.

Der lokale Faktor sollte meiner Meinung nach immer noch präsent sein, aber er sollte als gezielter künstlerischer Akzent in Design, Kulinarik, kulturellen Materialien und emotionalen Nuancen erscheinen. Die Marke bewahrt ihre eigene Identität und veredelt dann die Destination durch ihre Raffinesse. Genau diese Struktur schafft dauerhafte Klasse und tiefe, beständige Wiedererkennung.