Eine neue Studie der Außenhandelsuniversität zeigt, dass die Präsenz von weiblichen Führungskräften eine positive Breitenwirkung entfaltet, Beschäftigungschancen erweitert und ein förderliches Arbeitsumfeld für Frauen schafft.
Laut Daten der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) halten Frauen weltweit nur etwa 30 Prozent der Führungspositionen, 27 Prozent der Vorstandssitze und 6 Prozent der CEO-Positionen, obwohl sie rund 43 Prozent der globalen Erwerbsbevölkerung ausmachen.
Eine neue Studie von Prof. Dr. Nguyen Thu Hang, Leiterin der Forschungsabteilung für Unternehmensfinanzierung am FTU Research Lab der Außenhandelsuniversität, verdeutlicht, dass die Präsenz von weiblicher Führung nicht nur dazu beiträgt, Ziele der Geschlechtergleichstellung zu erreichen, sondern systematische Veränderungen bewirkt und berufliche Chancen für Frauen in Unternehmen eröffnet.
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Above Frauen besetzen trotz eines Anteils von 43 Prozent an der globalen Erwerbsbevölkerung lediglich etwa 6 Prozent der CEO-Positionen (Foto: Getty Images). Die Präsenz der Frau als Führungskraft ist daher essentiell.
Basierend auf den Daten des “World Bank Enterprise Survey” belegt die Studie, dass Unternehmen unter weiblicher Führung dazu neigen, mehr weibliche Arbeitskräfte zu beschäftigen und proaktiver in Weiterbildungsmaßnahmen, Kinderbetreuungsangebote und Mutterschutzregelungen zu investieren. Prof. Dr. Nguyen Thu Hang führt dies auf das Prinzip der Homophilie zurück — den natürlichen Hang des Menschen, sich mit Personen zu vernetzen, die ähnliche Merkmale, wie etwa das Geschlecht, teilen. Während Männer in Führungspositionen häufig Barrieren für Frauen errichten, neigen weibliche Führungskräfte dazu, den beruflichen Aufstieg ihrer Mitarbeiterinnen aktiv zu fördern, unterstreicht sie.
Sie verweist zudem auf Ergebnisse früherer Untersuchungen, denen zufolge weibliche Führungskräfte das latente Potenzial ihrer Mitarbeiterinnen besser erkennen und ihnen gegenüber weniger voreingenommen sind. Da sie selbst oft vor der Herausforderung stehen, Beruf und Familie zu vereinbaren, schaffen sie ein unterstützenderes Arbeitsklima. Dies ist eine Form des “Trickle-down-Effekts”, bei dem die Haltung und das Verhalten des Managements allmählich auf untere Unternehmensebenen ausstrahlen, erklärt Prof. Dr. Nguyen Thu Hang.

Above Weibliche Führungskräfte können die verborgenen Talente von Mitarbeiterinnen besser identifizieren und agieren mit weniger Voreingenommenheit (Foto: Getty Images). So stärken sie jede Frau im Team.
Dieser Effekt erklärt, warum die Präsenz von weiblicher Führung eine Breitenwirkung entfaltet und neue Möglichkeiten für andere Frauen im Unternehmen schafft. Durch angemessene Richtlinien und Managementpraktiken tragen diese Führungskräfte dazu bei, die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Erwähnenswert ist, dass selbst in Unternehmen ohne spezifische Frauenförderprogramme die bloße Präsenz einer weiblichen Führungskraft ein positives Signal an den Arbeitsmarkt sendet und die Bewerbungsquote von Frauen erhöht.
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Die Studie von Prof. Dr. Nguyen Thu Hang zeigt besonders deutlich, dass die positiven Auswirkungen weiblicher Führung auf die Beschäftigungsquote von Frauen in Ländern mit begrenztem gesetzlichem Schutz und institutioneller Unterstützung am stärksten sind. Wo der Staat keinen ausreichenden Schutz bietet, schaffen weibliche Führungskräfte eine “Mini-Institution” innerhalb ihres Unternehmens, die Lücken bei Rekrutierung und Mutterschutz schließt.
In Branchen mit extremem Geschlechterungleichgewicht schwächt sich dieser Effekt jedoch ab. Trotz des Engagements der Frau in Führungsposition können strukturelle Barrieren auf Branchenebene die Wirkung begrenzen.

Above Das FTU Research Lab der Außenhandelsuniversität untersucht die positive Breitenwirkung, die durch die Frau als Führungskraft entsteht (Foto: FTU Research Lab).
Eine weitere Erkenntnis ist, dass Unternehmen unter weiblicher Führung zwar oft geringere Arbeitsproduktivität und höhere Lohnkosten aufweisen, diese Differenz jedoch nicht durch die Geschlechterstruktur, sondern durch Managementstile bedingt sein könnte.
Obwohl es keinen Konsens darüber gibt, ob von Frauen geleitete Unternehmen weniger effektiv sind, zeigt diese Studie, dass ihre Präsenz maßgeblich dazu beiträgt, den Frauenanteil zu erhöhen und ein unterstützendes Arbeitsklima zu fördern. Damit leistet die Frau als Führungskraft einen wesentlichen Beitrag zur Erweiterung von Karrierechancen.
Das FTU Research Lab der Außenhandelsuniversität zielt darauf ab, ein professionelles Forschungsmodell nach internationalen Standards zu etablieren, um akademische Spitzenleistungen zu fördern.
Das FTU Research Lab versteht sich als Zentrum für die Vernetzung nationaler und internationaler Ressourcen zwischen Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen.
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