Ein Vorort namens Oak Street wird von der Jurazeit verschluckt, und eine Ehe droht dabei ebenfalls unterzugehen. Das Familienabenteuer “The End of Oak Street” setzt auf Größe statt Subtilität.
Es ist ein besonderes Vergnügen, einem Film dabei zuzusehen, wie er seiner eigenen Prämisse genug vertraut, um auf Erklärungen zu verzichten. “The End of Oak Street” tut genau das. Innerhalb der ersten Minuten wird eine Vorortsiedlung in der Oak Street von einem schimmernden Portal verschluckt und ohne großes Aufsehen mitten in das feuchte, grüne Chaos der Jurazeit befördert. Von dort an lässt der Film seine Bewohner einfach mit der Situation zurechtkommen. Es ist ein kleines narratives Wagnis, das sich auszahlt und mehr an die schnörkellosen Abenteuerfilme der 1990er-Jahre erinnert als an die effektüberladenen Spektakel der letzten Jahre. Unsere Reise durch die Oak Street beginnt hier.
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Above Ewan McGregor und Anne Hathaway in “The End of Oak Street” (Foto: Warner Bros.)

Above Die Familie sucht Schutz, während der Dschungel in der Oak Street näher rückt (Foto: Warner Bros.)

Above Ewan McGregor inmitten der Oak Street (Foto: Warner Bros.)
Regisseur David Robert Mitchell, der eher für atmosphärische und subtile Horrorfilme bekannt ist, bringt hier eine unerwartete Disziplin in das Genre. Er widersteht der Versuchung, die Funktionsweise des Portals wissenschaftlich zu übererklären, und entscheidet sich stattdessen dafür, die Kamera bei den Menschen zu belassen, die diesen Umbruch bewältigen müssen. Das Ergebnis ist ein Film, der sich schwungvoll zwischen Nervenkitzel und Ruhe bewegt und sowohl Kinder, die auf Verfolgungsjagden aus sind, als auch deren Eltern anspricht, die unter dem Spektakel etwas Ruhigeres und Vertrauteres erkennen werden.

Above Anne Hathaway liefert eine herzliche Darstellung als Mutter, die ihre Familie in der Oak Street gegen alle Widerstände verteidigt (Foto: Warner Bros.)

Above Ein normaler Tag in der Oak Street (Foto: Warner Bros.)

Above Die Oak Street vor dem Chaos der prähistorischen Welt (Foto: Warner Bros.)
Diese leisere Ebene gehört Anne Hathaway und Ewan McGregor, die als Ehepaar besetzt sind, deren höfliche, knappe Wortwechsel eine Distanz verraten, die weit vor den Dinosauriern bestand. Hathaway spielt ihre Rolle mit echter Präzision und lässt ihre Frustration eher in Blicken als in Dialogen sichtbar werden. McGregor hingegen spielt einen verletzlichen Charme aus, der ihre gemeinsamen Szenen authentisch wirken lässt. Ihre Entwicklung, bei der sie auf Gedeih und Verderb aufeinander angewiesen sind, verleiht dem Film ein emotionales Rückgrat, das nie in Sentimentalität abgleitet. Es ist eine kluge Besetzung: Zwei Schauspieler, die in der Stille Spannung erzeugen können, inmitten einer Umgebung, die selten einen ruhigen Moment erlaubt. “The End of Oak Street” zeigt hier sein wahres Können.
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Above Ein gefiederter Räuber pirscht durch die Siedlung der Oak Street (Foto: Warner Bros.)
Die Dinosaurier werden dem Publikum zwangsläufig im Gedächtnis bleiben. Das Kreaturendesign reflektiert das aktuelle paläontologische Wissen, insbesondere die Erkenntnis, dass viele Theropoden proto-fedrige Strukturen statt der glatten, reptilienartigen Haut früherer Blockbuster besaßen.
Das Ergebnis ist wahrhaft bemerkenswert: Räuber, die weniger wie wiederbelebte Reptilien wirken, sondern eher an riesige, gefährliche Vögel erinnern. Jeder, der mit dem ursprünglichen “Jurassic Park” aufgewachsen ist, wird den Wandel sofort bemerken. Es spricht für den Film, dass dieses visuelle Update wie eine bewusste künstlerische Entscheidung und nicht wie eine bloße technische Spielerei wirkt.
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Above Eine Herausforderung wie keine andere für die Eltern in der Oak Street (Foto: Warner Bros.)

Above Ein junger Dinosaurier bei der Futtersuche in der Oak Street (Foto: Warner Bros.)
Die Kameraarbeit spielt eine entscheidende Rolle für diese Immersion. Weite Aufnahmen der in die prähistorische Kulisse verpflanzten Oak Street verleihen dem Film echte Größe. Die Entscheidung für lange, ungebrochene Einstellungen während der Verfolgungsjagden zahlt sich in visueller Hinsicht aus; das Publikum spürt die Jagd förmlich. Dieser Film ist für die größte Leinwand konzipiert und belohnt einen IMAX-Besuch besonders. Das zusätzliche vertikale Format bringt die Höhe der Baumkronen und das gigantische Ausmaß der Tiere zur Geltung. Auch das Sounddesign profitiert vom IMAX-Format, da tieffrequente Schritte und ferne Brüller Raum zum Atmen erhalten.
Insgesamt verdient sich der Film seinen Platz als verlässliche, unprätentiöse Familienunterhaltung. Er leiht sich seine emotionale Architektur von der Formel der familiären Anspannung, die Katastrophenfilme seit Jahrzehnten antreibt, und versucht nicht einmal, dies zu verbergen.
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Above Eine Familie versucht das Jurassic-Zeitalter in der Oak Street zu überleben
Was den Film über eine bloße Formel erhebt, ist die handwerkliche Qualität: eine sichere Regie, zwei Hauptdarsteller, die ihre Rollen meisterhaft verkörpern, und visuelle Effekte, die wissenschaftliche Neugier statt bloßer Nostalgie zeigen. “The End of Oak Street” wird vielleicht nicht so intensiv diskutiert werden wie ambitioniertere Werke, aber als Familiennachmittag im Kino liefert er genau das, was er verspricht.
Credits
Images: Warner Bros.
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