Jedes Jahr im April erstrahlt die italienische Designmetropole im Glanz der Milan Design Week — ein exquisites Fest, auf dem renommierte Möbelmarken ihre neuesten Kollektionen von Designgrößen präsentieren.
Auf der Milan Design Week 2026 wichen prunkvolle Spektakel einer tieferen Suche nach Substanz. Ob die mundgeblasenen “Corolle”-Leuchten von Dior Maison aus Murano-Glas, der “Stadium d’Hermès”-Tisch mit seinen pferderückengleichen Kurven oder Cassinas Hommage an das Bauhaus — alle präsentierten Entwürfe zeugen von einem neuen Anspruch des zeitgenössischen Designs: dem Streben nach emotionaler Tiefe. Jedes Stück erzählt eine Geschichte über Handwerkskunst, kulturelles Erbe und menschliches Geschick in einer zunehmend digitalen Welt. Diese Milan Design Week hat eindrucksvoll unterstrichen, wie Design eine Brücke zwischen Tradition und Moderne schlägt.
Dior
Die von Noé Duchaufour-Lawrance für Dior Maison entworfene “Corolle”-Leuchtenkollektion spiegelt die meisterhafte Handwerkskunst der Haute Couture und das französische “Art de Vivre” wider.
Das Design inspiriert sich an den fließenden Kurven, den feinen Falten und der eleganten Bewegung des legendären “Corolle”-Kleides aus Christian Diors “New Look”-Ära. Von Kunsthandwerkern in Murano (Venedig, Italien) mundgeblasen, verwandeln die Leuchten Licht in eine feine Harmonie aus Mustern und Materialität.
Mehr dazu: Milan Design Week 2026: Dior “maßschneidert” Licht nach Haute-Couture-Standards

Above Exklusive Präsentation der Corolle-Leuchten auf der Milan Design Week. Foto: NICOLO DE MARCH

Above Die ästhetische Inszenierung von Dior während der Milan Design Week. Foto: NICOLO DE MARCH
Die Kollektion umfasst Tischleuchten und tragbare Versionen in den Dior-typischen Farben Grau, Rosa und Weiß. Darüber hinaus würdigt Noé Duchaufour-Lawrance die Flechtkunst mit einer Version aus Madake-Bambus, die von japanischen Handwerkern kunstvoll gefertigt wurde, um den klassischen “Cannage”-Stil des Hauses zu imitieren.
Hermès
Das Herzstück der Hermès-Kollektion 2026 ist der “Stadium d’Hermès”-Tisch von Edward Barber und Jay Osgerby, gefertigt aus Venato-Carrara-Marmor und dunklem Verde Alpi. Die achtförmige Tischplatte erinnert an die Kurven eines Rennstalls oder Pferdegeschirrs, während die zweifarbigen Beine an die Sprunghindernisse beim Reitsport angelehnt sind.

Above Der elegante Stadium d’Hermès-Tisch, präsentiert auf der Milan Design Week. Foto: Charles Negre
Auf der Milan Design Week präsentierte Hermès zudem die “Palladion”-Serie, die von der griechischen Göttin Athena inspiriert ist. Ein Highlight ist die Palladion-Vase, kunstvoll gefertigt aus Palladium, umwickelt mit schwarzem Rosshaar und verziert mit Swift-Kalbsleder.
Die Piano-Holzschatulle kombiniert Chamlika-Ziegenleder und Chagrin-Leder, inspiriert von Klaviertasten. Der “Confettis”-Korb aus perforiertem Epsom-Leder setzt durch handgestickte Punkte in Form des ikonischen H-Logos verspielte Akzente.
Cassina
Die umfangreiche Kollektion 2026 von Cassina widmet sich unter anderem der Wiederbelebung ikonischer Designs legendärer Meister auf der Milan Design Week.

Above Der CH66-Stuhl von Nicos Zographos auf der Milan Design Week.

Above Klassisches Bauhaus-Design: Der CH66 von Nicos Zographos. Foto: P. Sorgetti
Der 1966 entworfene und tief im Bauhaus-Geist verwurzelte CH66-Stuhl beeindruckt mit seinem umgekehrten Freischwinger-Gestell aus nahtlos gebogenem, verchromtem Stahlrohr.
Der 1980 von Gaetano Pesce entworfene Dalila-Stuhl zeichnet sich durch seine organische, handgeformte Optik aus, die durch weichen Polyurethan-Kunststoff realisiert wurde. Cassina wählte für das Modell eine exklusive Farbpalette aus Blau, Rot, Schwarz und Beige.

Above Der legendäre Peacock-Stuhl von Verner Panton auf der Milan Design Week. Foto: Francesco Dolfo
Der 1959 entworfene Peacock-Stuhl von Verner Panton markierte einen Wendepunkt im skandinavischen Design, als er Metall statt traditionellem Holz verwendete. Pantons Pioniergeist zeigt sich im eleganten Stahldrahtgitter, das sieben Kissen trägt, die wie Pfauenfedern aufgefächert sind.
B&B Italia
Die Architektur des B&B Italia Hauptsitzes in Novedrate, entworfen von Renzo Piano und Richard Rogers, inspirierte Ronan Bouroullec zur Abaco-Kollektion für die Milan Design Week.
Mehr dazu: Cover Story: Philippe Starck und die Philosophie des Designs, basierend auf Liebe und Ehrlichkeit

Above Abaco-Tische in der Ausstellung von B&B Italia auf der Milan Design Week.

Above Die Abaco-Kollektion von Ronan Bouroullec. Foto: Camille Vivier
Das einzigartige Design der Abaco-Tische und -Sessel liegt darin, dass Bouroullec die strukturellen Gelenke und Verbindungen offenlegt, anstatt sie zu verbergen. Jedes überflüssige Detail wurde entfernt, um die Reinheit des Materials und die Präzision der Fertigung zu betonen.

Above Der Abaco-Sessel von Ronan Bouroullec auf der Milan Design Week. Foto: Paul Tahon
Beim Abaco-Sessel verbinden sich Ledersitzflächen harmonisch mit Eichen- oder Walnussholzfüßen. Die proportionierte Form bietet hohen Sitzkomfort, perfekt für moderne Räume.
Maxalto
Die von Antonio Citterio entworfene Schrankkollektion “Luminor” eröffnet auf der Milan Design Week eine neue Dimension glänzender Oberflächen. Citterio nutzte die fortschrittliche PVD-Metallbeschichtungstechnologie von Arclinea, um eine ästhetische Synergie zwischen Architektur und Handwerk zu schaffen.

Above Das Luminor-Schranksystem von Antonio Citterio auf der Milan Design Week.

Above Detailansicht der Luminor-Schränke.
Die Detailverliebtheit von Luminor zeigt sich in den kupferbeschichteten Glasgriffen und den taupefarbenen Ahornholz-Schubladen mit Wellenmuster. In Roségold oder Gold gehalten, setzen diese Schränke luxuriöse Akzente im Wohnbereich.
Knoll
Die von Johnston Marklee entworfene “Biboni”-Kollektion von Knoll wird auf der Milan Design Week um Lounge-Sessel und Ottomanen erweitert, die Flexibilität und modernes Design in Einklang bringen.
Zudem wurde das Biboni-Sofa verbessert, um durch modulare Kombinationen noch mehr Komfort für große Wohnräume zu bieten.
Die Biboni-Designs wirken wie eine herzliche Umarmung dank ihrer weichen Kurven, die an Muschelschalen erinnern. Die sorgfältig verborgenen Standfüße lassen das Möbelstück förmlich über dem Boden schweben, was ihm eine ätherische Eleganz verleiht.
Minotti
Die “Orion Outdoor”-Kollektion von Giampiero Tagliaferri überzeugt auf der Milan Design Week mit geometrischen Formen und markanten Winkeln. Das Sitzsystem bietet eine modulare Anordnung, die durch große Polster und minimalistische Rückenlehnen definiert wird.

Above Orion Outdoor von Giampiero Tagliaferri auf der Milan Design Week. Foto: Studio Paola Pansini/Emanuele Camisassa

Above Der Orion Outdoor-Couchtisch, ein Highlight der Milan Design Week. Foto: Studio Paola Pansini/Emanuele Camisassa
Die Sofas werden durch Couchtische aus Travertin-Stein ergänzt, die als funktionale Ablagefläche innerhalb der Sitzgruppe dienen.

Above Der Elas-Sessel von Marcio Kogan/Studio MK27 auf der Milan Design Week.

Above Elas-Sessel in stilvoller Umgebung. Foto: Paola Pansini
Der “Elas”-Sessel von Marcio Kogan überzeugt durch eine an den Panzer einer Schildkröte erinnernde Rückenlehne. Die Konstruktion ist in Leder oder Rattan (Indoor-Version) erhältlich, während der mit Mousse gepolsterte Sitz für idealen Komfort beim Lesen sorgt. Der kupferfarbene Metallfuß ist flexibel drehbar.
Dieser Artikel erschien in der Mai-Ausgabe 2026 von Tatler Vietnam.
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