From measured plans to a fully realised render, Isabella Ellis translates landscape strategy into a living environment for an upcoming US-based project
Cover Von präzisen Plänen zum fertigen Entwurf: Isabella Ellis verwandelt die Garten-Strategie in ein blühendes Ökosystem für ein neues Projekt in den USA
From measured plans to a fully realised render, Isabella Ellis translates landscape strategy into a living environment for an upcoming US-based project

Vom Studium der ostasiatischen Kunst bis hin zur Arbeit in Londoner Designstudios: Isabella Ellis entwirft Gärten als lebendige Ökosysteme, die für alle Generationen einen Rückzugsort bieten, der die Essenz eines perfekten Garden neu definiert.

Isabella Ellis entwirft ihre Gärten nicht, um sie lediglich vom Haus aus zu betrachten. Sie gestaltet sie als Lebensräume für Menschen. Ihr Ansatz ist von Erfahrungen auf verschiedenen Kontinenten geprägt: von Kindheitssommern in den Gärten Neuenglands, dem Studium ostasiatischer Kunst bis hin zur fundierten Ausbildung in einigen der renommiertesten Landschaftsarchitekturbüros Londons. Das Ergebnis ist eine Designsprache, die sich durch Klarheit, Zurückhaltung und ökologische Intelligenz auszeichnet. Ein Garten ist für sie weit mehr als eine Fläche; er ist ein durchdachtes ökologisches System.

Während ihres Kunstgeschichtsstudiums arbeitete Ellis für einen Innenarchitekten — eine Erfahrung, die in ihr den Wunsch weckte, ästhetisch anspruchsvolle Räume zu schaffen. Später absolvierte sie einen Master in der Geschichte der ostasiatischen Kunst, ein Fachbereich, der bis heute die Komposition ihrer Gärten beeinflusst.

Die ostasiatische Kunst lehrte sie die Kraft der Reduktion und die Bedeutung des Raumes. Insbesondere japanische Tuschmalereien hinterließen einen bleibenden Eindruck. Mit nur wenigen bewussten Strichen lässt sich eine ganze Berglandschaft andeuten. Diese ökonomische Ausdrucksweise prägt ihre Pflanzkonzepte. In einem Garten kann ein wohlplatzierter Baum eine Komposition ebenso sicher halten wie ein architektonisches Element. “Ich möchte nie etwas nur deshalb hinzufügen, weil ich es kann”, sagt sie. “Jedes Element muss seinen Platz verdienen.”

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Tatler Asia
Isabella Ellis in a New England garden, where her relationship with landscape first began
Above Isabella Ellis in einem Garten in Neuengland, wo ihre Leidenschaft für das Landscape-Design und jeden exklusiven Garten begann
Isabella Ellis in a New England garden, where her relationship with landscape first began

Auch Asien spielt eine zentrale Rolle in ihrem Leben. Verheiratet mit einem Filipinos, verbringt das Paar jedes Jahr Zeit in Cebu, das für sie immer mehr zu einer zweiten Heimat wird. Aufgrund ihres kunsthistorischen Hintergrunds interessiert sie sich intensiv für die hiesigen Landschaften und die kulturelle Verbundenheit zur Natur. Sie ist überzeugt, dass die Philippinen ein bemerkenswertes Potenzial für durchdachte, klimagerechte Gartengestaltung bieten.

Dieses Gespür wurde in London verfeinert. An der Inchbald School of Design sowie während ihrer Arbeit bei Urquhart & Hunt und Luciano Giubbilei Design entwickelte Ellis sowohl technische Präzision als auch ein tiefes ökologisches Bewusstsein.

Bei Urquhart & Hunt wurde das Pflanzen als Habitat-Gestaltung begriffen. Es wurde viel Zeit investiert, um einheimische Arten und die Tierwelt, die sie unterstützen, zu verstehen: Welche Pflanzen locken Insekten an? Welche Insekten ziehen Vögel nach sich? Wie können Gärten durch Rewilding reichhaltigere Ökosysteme fördern, statt nur als isolierte dekorative Flächen zu existieren? Auch hier stand der Aspekt, einen blühenden Garten als ökologisches Ganzes zu begreifen, im Zentrum.

Bei Luciano Giubbilei gewann die Disziplin eine neue Form. Proportion, Materialität und Geduld waren entscheidend; jede Linie wurde sorgfältig abgewogen und jeder Baum bewusst gewählt. Damals erkannte Ellis, wie wichtig es ist, einen Garten so zu planen, dass er mit der Zeit in Würde reifen kann.

Tatler Asia
At Villa Ponti in Italy, Isabella Ellis pauses within a playful landscape designed to invite movement, interaction and a deeper connection with the garden
Above In der Villa Ponti in Italien genießt Isabella Ellis die Ruhe in einer verspielten Gartenanlage, die zu Bewegung und Verbundenheit einlädt
At Villa Ponti in Italy, Isabella Ellis pauses within a playful landscape designed to invite movement, interaction and a deeper connection with the garden

Ihr Prozess spiegelt dieses Gleichgewicht wider. Vor der Bepflanzung studiert sie genau, wie sich jede Art entwickelt, ausbreitet und interagiert. Blütezeiten werden kartiert, Farbbeziehungen getestet und Texturen vorausschauend geschichtet. Ihr Ziel ist nicht die ständige Veränderung, sondern ein natürliches Wachstum. Der Garten sollte sich als eigenständiges Ökosystem entfalten.

Einmal etabliert, lässt sie Raum für Dynamik. Sie beginnt mit der Struktur: hohe Bäume als Anker, welche die Beziehung zwischen Haus und Landschaft definieren. Immergrüne Sträucher folgen, um Tiefe und Schutz zu schaffen. Erst wenn dieser Rahmen steht, führt sie Stauden und weichere Bepflanzungen ein, die den Rhythmus der Jahreszeiten betonen.

Ihre Entwürfe strahlen eine stille Souveränität aus. Sie sind weder karg noch überladen, sondern wirken komponiert, ohne kontrolliert zu sein. Damit hebt sie sich von einem weltweit vorherrschenden Ästhetik-Trend ab, der makellose Ordnung priorisiert: akkurat gestutzte Rasenflächen oder starr symmetrische Pflanzenrabatten. Solche Räume wirken oft vollendet, fühlen sich jedoch selten lebendig an.

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Ellis bevorzugt Dichte und sanfte Übergänge. Sträucher müssen groß genug sein, um dahinter entlanggehen zu können. Die Bepflanzung sollte Grenzen auflösen. Ein erfolgreicher Garten sollte bewohnt wirken — nicht nur von seinen Besitzern, sondern auch von Vögeln, Insekten und all jenen Lebewesen, die ein gesundes Ökosystem signalisieren.

Nachhaltigkeit ist für sie eine praktische Notwendigkeit. Sie entscheidet sich bewusst für lokale Materialien und wählt Pflanzen nach ihrer Langlebigkeit aus. Ihre Entwürfe sind so fundiert, dass sie kaum nachträgliche Korrekturen erfordern.

“Der Bau eines Gartens hat immer Auswirkungen auf die Umwelt”, sagt sie. “Aber wenn er gut konzipiert ist und Jahrzehnte überdauert, ist das weit wertvoller als ständige Neugestaltungen.” Zudem glaubt sie, dass Zeit im Freien die Beziehung zur Umwelt grundlegend transformiert. Gärten wecken Aufmerksamkeit und lehren Geduld.

Tatler Asia
From measured plans to a fully realised render, Isabella Ellis translates landscape strategy into a living environment for an upcoming US-based project
Above Von detaillierten Plänen bis zur fertigen Visualisierung: Isabella Ellis verwandelt Garten-Konzepte in lebendige Lebensräume für ein neues US-Projekt
From measured plans to a fully realised render, Isabella Ellis translates landscape strategy into a living environment for an upcoming US-based project

Ihre eigenen Kindheitserinnerungen sind haptisch: Erde unter den Fingernägeln, versteckte Erdbeeren in den Beeten, das gemeinsame Pflegen der Rosen. Diese Erfahrungen machen sie resistent gegen sterile Räume. Ein Garten sollte zum Spielen ebenso einladen wie zur Kontemplation. “Egal, ob Sie 70 Jahre alt sind und das Design bewundern oder sechs und sich hinter den Schwertlilien verstecken”, sagt sie, “Sie sollten sich willkommen fühlen.”

Da sich die Klimamuster wandeln, übernehmen Landschaftsarchitekten heute weitreichende Verantwortung. Wassermanagement, Hitzeminderung und Biodiversität stehen im Fokus. Die überzeugendste Arbeit findet laut Ellis an der Schnittstelle von Umweltintelligenz und ästhetischer Klarheit statt.

Für sie liegt die Zukunft der Gartengestaltung nicht in spektakulären Inszenierungen, sondern in der Tiefe: Landschaften, die über die Zeit reifen und Menschen sanft wieder nach draußen in eine engere Verbindung mit der Natur einladen. Es sind Gärten, die aufmerksam, großzügig und wahrhaft lebendig sind.

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Credits

Photography: Mark Spooner

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