Cover Das exklusive Restaurant Nove, versteckt im neunten Stock im Ostbezirk von Taipeh, wurde im März offiziell eröffnet. (Foto: Alec)

Entdecken Sie die italienische Haute Cuisine, die mit einem modernen und eleganten Ansatz den unverwechselbaren Stil von Nove kreiert.

Das im neunten Stock eines Gebäudes im Ostbezirk von Taipeh verborgene “Nove” hat im März dieses Jahres offiziell seine Türen geöffnet! Chefkoch Yen (Liu Yan-yu) blickt auf über zehn Jahre Erfahrung in europäischen Spitzenrestaurants zurück. Neben der intensiven Arbeit in der Küche hegt sie eine tiefe Leidenschaft für die kulinarische Kunst. Diese führte sie durch ganz Italien — von den ländlichen Regionen des Südens bis in den Norden —, wo sie gemeinsam mit einheimischen Müttern und Großmüttern am Herd stand, um traditionelle, über Generationen weitergegebene Familienrezepte zu studieren. Sie hat diese kostbaren Erfahrungen verinnerlicht und in exquisite Gerichte verwandelt, von denen jedes seine eigene Geschichte erzählt.

Gleichzeitig bereichern die Reisen von Chefkoch Yen ihr kulinarisches Gedächtnis. Ob es die aromatischen Gewürze der Straßen von Chiang Mai sind oder die feinen Käsenoten eines italienischen Bauernhofs, all dies verschmilzt zu wahren Überraschungen auf dem Teller. “Die Essenz der italienischen Küche liegt im Respekt vor dem Land und den Jahreszeiten”, erklärt sie. “Seit meiner Rückkehr nach Taiwan habe ich zahlreiche Bauernhöfe besucht, insbesondere in der Region Hualien und Taitung, um die Aromen der italienischen Küche mit taiwanesischen Zutaten zum Ausdruck zu bringen. Im Nove möchte ich die traditionelle italienische Hausmannskost mit einem modernen, raffinierten Ansatz interpretieren und so meinen ganz eigenen Stil kreieren.”

Neben der Kulinarik dokumentiert sie ihre Küchenreise auch in literarischer Form. Sie ist Autorin der Werke “Liebesbriefe an die Höllenküche” und “Ein Rezept für Essig und Tage: Eine Erkundung italienischer Familienküchen auf dem Weg in den Süden”. Derzeit arbeitet sie an ihrem dritten Buch, das voraussichtlich im Jahr 2026 erscheinen wird.

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Above Die Küche des Nove zeichnet sich durch eine kleine, aber äußerst präzise Teamarbeit aus. (Foto: Alec)

Die Küche des Nove zeichnet sich durch eine kleine, aber äußerst präzise Teamarbeit aus. Souschef Wang Yen-chi, der bereits im Restaurant Re- in Zhubei mit Chefkoch Yen zusammenarbeitete, kehrte nach wertvollen administrativen und operativen Erfahrungen in anderen Häusern zurück. Er besitzt ein tiefes Verständnis für die hohen Ansprüche und den Rhythmus der Chefköchin. Mit seiner feinfühligen und beständigen Art bringt er in Diskussionen oft inspirierende neue Ideen ein. Die Pâtissière Chen You-ling, die in Japan studierte, integriert meisterhaft japanische Elemente wie Mirin und Miso und widmet sich leidenschaftlich der Erforschung saisonaler taiwanesischer Zutaten. Der Sommelier Wu Yong-yu, ein großer Liebhaber italienischer Weine, ist bestens mit der Kultur und Sprache Italiens vertraut. Er kommuniziert direkt mit den Winzern und findet stets die perfekte Balance zwischen italienischen Aromen und asiatischen Gewürzen. Mark (Zeng Jun-wei), der den Service leitet, reist leidenschaftlich gern durch Taiwan und bringt regelmäßig neue Inspirationen sowie Entdeckungen von lokalen Erzeugern mit zurück.

Das erste Saisonmenü 2026 des Nove: “Der Aufbruch”

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Above Vier exquisite Appetithäppchen, die die italienische Seele mit besten taiwanesischen Zutaten vereinen. (Foto: Alec)

Kulinarischer Auftakt: Ländliche Erinnerungen und experimentelle Terroir-Snacks. Chefkoch Yen übersetzt die italienische Gastfreundschaft in handgemachte Grissini und Focaccia, die täglich frisch gebacken werden. Dazu präsentiert sie vier raffinierte Appetithäppchen, die italienische Tradition mit taiwanesischen Zutaten verbinden. Der “Hsinchu-Hirse-Kuchen” ist von der Zubereitung der italienischen Polenta inspiriert, wird jedoch aus langsam gekochter Hirse zubereitet, in Blätter des indischen Borretschs gewickelt und mit hausgemachtem Pesto sowie wildem Reis verfeinert. Der “Gebrannte Mehl-Taco”, dessen kühles Äußeres an schwarzen Stein erinnert, spiegelt das ökologische Bewusstsein der Zero-Waste-Philosophie wider. Die Chefköchin verwendet das für Apulien typische gebrannte Mehl (Farina Grano Arso), um eine knusprige Schale mit subtilen Röstnoten zu kreieren. Die Füllung aus fermentierten Blumenkohlstielen und gesalzener Eigelbcreme sorgt für ein komplexes Geschmackserlebnis, während ausrangierte Blumenkohlblätter in knusprige Chips verwandelt werden. Die “Entenbrust-Variation des luftgetrockneten Schinkens” ist eine Hommage an die klassische italienische Handwerkskunst. Durch eine meisterhafte Reifetechnik wird die Entenbrust in eine Delikatesse verwandelt, die in ihrer Textur an feinsten Schinken erinnert.

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Above Der aufwendig salzgebackene Wassermelonen-Rettich präsentiert sich als ein wahres Meisterwerk auf dem Teller. (Foto: Alec)
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Above Ein luxuriöses Risotto mit 60 Monate gereiftem Parmesan, frischen Feigen und traditionellem Balsamico-Essig. (Foto: Alec)

Bei dem “Salzgebackenen Wassermelonen-Rettich” entzieht das langsame Garen bei niedriger Temperatur dem Rettich sanft die Feuchtigkeit, wodurch seine natürliche Süße intensiviert wird. Der leicht marinierte Rettich behält dabei seine knackige Textur. Die begleitende leicht bittere Note von Grünkohl (oder Schwarzkohl) verleiht dem Gericht eine bemerkenswerte Tiefe. Kiefernnadel- und Kohleöl runden die Komposition mit zarten Raucharomen ab.

Das “Risotto mit 60 Monate gereiftem Parmesan, Feigen und traditionellem Balsamico-Essig” besticht durch die Emulsion des Parmigiano Reggiano, die ein intensives, nussiges Aroma und reichhaltiges Umami entfaltet — cremig, doch keineswegs beschwerend. Frische saisonale Feigen bringen eine angenehme Süße ins Spiel, während Feigenblattpulver einen Hauch von grüner Kräuterfrische hinzufügt. Ein Tropfen traditioneller Balsamico-Essig vollendet das Meisterwerk und lässt im Abgang ein perfektes Spiel aus Säure und Süße entstehen.

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Above Die von Hand gefertigten Tortelli mit Krabbenfüllung ruhen in einer aromatischen nordthailändischen Currysauce. (Foto: Alec)
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Photo 1 of 3 Neben der geschmorten Variante ermöglicht das zart gebratene, dicke Lammkotelett dem Gast, zwei verschiedene Zubereitungsarten in einem Gericht zu genießen. (Foto: Alec)
Photo 2 of 3 Dieses alte Rezept, das selbst in Italien eine Seltenheit ist, wird im Nove mit modernsten Techniken meisterhaft neu interpretiert. (Foto: Alec)
Photo 3 of 3 Die exquisiten Lammkoteletts im Stil der traditionellen sardischen “Wolldecke” sind ein optisches und geschmackliches Highlight. (Foto: Alec)

Die “Handgemachten Krabben-Tortelli in nordthailändischer Currysauce” sind von einer Reise der Chefköchin nach Chiang Mai inspiriert. Sie fängt die Seele des lokalen Nudelgerichts “Khao Soi” ein und vereint sie mit traditionellen italienischen Eiernudeln (Tortelli). Die Füllung bleibt der italienischen Authentizität treu und kombiniert zartes Krabbenfleisch mit feinem Ricotta. Das Ganze ruht in einer von der Küchenchefin persönlich kreierten, vielschichtigen südostasiatischen Currysauce.

Die “Lammkoteletts im Stil der sardischen 'Wolldecke'” spiegeln eine Erfahrung wider, die Chefkoch Yen in den ländlichen Gebieten Sardiniens machte. Dort erlernte sie von der Mutter eines Freundes das traditionelle Familiengericht “Panada”. Dieses alte Rezept, das heute selbst in Italien selten geworden ist, hat sie bereits in ihrem Buch gewürdigt. Nun feiert es im Nove mit modernsten Techniken sein glanzvolles Comeback.

Die klassische Panada ist ein äußerst herzhaftes Familiengericht, bei dem Fleisch, Kartoffeln und Gemüse in einem dicken Teigmantel langsam gebacken werden. Chefkoch Yen hat dieses Gericht auf elegante Weise verfeinert: Der Teigmantel schließt das Lammfleisch ein, sodass es während des Garens die feine Süße des Gemüses aufnimmt. Neben der geschmorten Variante bietet das zart gebratene, dicke Lammkotelett dem Gast die Möglichkeit, zwei unterschiedliche Texturen in einem Gericht zu erleben. Es ist eine tief empfundene Hommage an die herzliche Handwerkskunst der italienischen Mütter.

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Above Ein erfrischendes Sorbet aus Wachsapfelblättern, gebettet auf einem zarten Baozhong-Tee-Gelee. (Foto: Alec)
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Above Ein außergewöhnliches Dessert: Cremiges Miso-Eis harmonisiert perfekt mit pochierten Marsala-Birnen. (Foto: Alec)

Das schneeweiße Sorbet des Desserts “Wachsapfelblatt-Sorbet mit Baozhong-Tee-Gelee” gewinnt sein Aroma nicht aus der Frucht, sondern aus den Blättern des Wachsapfelbaums. Durch Blanchieren und Vakuumextraktion wird die unverwechselbare, klare Süße der Blätter eingefangen. Die Basis bildet ein Gelee aus Pinglin-Baozhong-Tee, das mit saisonalen grünen Pflaumen garniert wird. So entsteht ein wunderbar runder, von grünen Kräuternoten geprägter Nachgeschmack.

Das finale Dessert, “Miso-Eis mit pochierten Marsala-Birnen”, kombiniert in sizilianischem Marsala-Wein langsam geschmorte Nashi-Birnen mit der dezenten, fermentierten Salzigkeit von weißem Miso-Eis. Ein Gel aus der traditionellen Hakka-Kumquat-Sauce und ein zarter Schaum aus Zitronenverbene setzen brillante Akzente. Die feinen Kräuteraromen und vielschichtigen Texturen verleihen diesem exquisiten Menü einen unvergesslichen Abschluss.