Als eine Cartier “Crash”-Armbanduhr bei einer Auktion im Mai einen historischen Höchstpreis erzielte, bewies dies, dass viele Designstile der 1960er Jahre bis heute faszinierend bleiben. Entdecken Sie die ikonischen Luxusuhren jener Ära.
Im Mai 2026 erzielte bei einer Auktion von Sotheby’s in Hongkong eine seltene, 1987 gefertigte “Crash”-Uhr von Cartier einen Rekordpreis von 15,616 Millionen Hongkong-Dollar (über 6,4 Millionen Euro). Dies markiert das bisher beste Ergebnis für ein Cartier-Zeitmesser in der Auktionsgeschichte.
Diese Auktion rückte eine Vielzahl historischer Cartier-Uhren ins Rampenlicht. Besonders begehrt war die “Crash”-Uhr, da schätzungsweise nur weniger als zwölf der originalen Londoner Exemplare zwischen 1967 und 1970 hergestellt wurden. Das vorliegende Modell aus dem Jahr 1987 ist eines von nur drei weltweit gefertigten Stücken dieser Serie.
Die Cartier “Crash” ist jedoch nur ein Aspekt eines Jahrzehnts, das von kulturellem Aufbruch, technologischer Innovation und dem Lebensgefühl einer neuen Generation geprägt war. Viele der heute legendären Luxusuhren entstanden in dieser Ära. Wir werfen einen Blick zurück auf die 1960er Jahre durch die Linse der Uhrmacherkunst.
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Above Diese 1987 produzierte Cartier “Crash” erzielte einen Auktionspreis von über 6,4 Millionen Euro. (Foto: Sotheby’s)
1. Cartier “Crash”-Kollektion: Eine avantgardistische Kunstwelle

Above Straßenszene in London im Jahr 1967. (Foto: Brooks/Keystone/Getty Images)
Die in den 1960er Jahren entstandene Cartier “Crash”-Serie zeichnet sich durch ihre unregelmäßige, verzerrte Form aus. Manche assoziieren sie mit Salvador Dalís surrealistischem Gemälde “Die Beständigkeit der Erinnerung”, während andere Legenden von einem Autounfall berichten, der den Uhrmachern als Inspiration diente. Laut Francesca Cartier Brickell, Enkelin von Jean-Jacques Cartier, entstand die Uhr jedoch aus dem Zeitgeist des “Swinging London”.
Zwischen 1964 und 1967 gewannen junge Menschen in London zunehmend an Einfluss. Sie rebellierten gegen konservative gesellschaftliche Normen und entwickelten eine eigene, mutige Modekultur.
Mary Quant erfand den Minirock, der Brit-Pop entstand und farbenfrohe Outfits dominierten die Straßen. Diese Ära war geprägt von Wirbeln, asymmetrischen Formen und einer psychedelischen Ästhetik, die in alle Designbereiche einfloss, einschließlich der Cartier “Crash”.

Above Cartier präsentierte 2026 eine Neuauflage der legendären “Crash”-Uhr. (Foto: Cartier)
Mit ihrem mutigen Design brach die Cartier “Crash” mit der Konvention, dass eine Uhr rund sein müsse. Aufgrund der geringen Stückzahlen ist sie heute ein begehrtes Sammlerobjekt. 2026 ehrte Cartier diesen Zeitgeist mit einem neuen Platin-Modell.
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2. Glashütte “Sixties”: Das Streben nach dem Besonderen

Above Das neue Modell der Glashütte Original “Sixties” mit violettem Zifferblatt (2026). (Foto: Glashütte Original)
Die 1960er Jahre waren ein Jahrzehnt des individuellen Ausdrucks. Pop-Art, die Beatles und neue Modemagazine prägten die Ära. Selbst hinter dem Eisernen Vorhang in der DDR entstand der Wunsch nach Individualität, verkörpert durch die Spezimatic-Armbanduhren, die durch ihr schlankes Design bestachen.
Heute zollt Glashütte Original mit der “Sixties”-Kollektion dieser Ära Tribut. Die bunten, mit Dégradé-Effekt versehenen Zifferblätter der Sixties-Uhren symbolisieren die Lebensfreude jener Zeit. Das 2026 eingeführte violette Zifferblatt fängt das pulsierende Lebensgefühl der damaligen Generation perfekt ein.
3. Piaget “Sixties”: Eleganz für den Jetset

Above Eine Halskettenuhr von Piaget aus den 1960er Jahren. (Foto: Piaget)

Above Eine Armbanduhr von Piaget aus den 1960er Jahren. (Foto: Piaget)
In den 1960er Jahren erlebte die High Society eine Blütezeit des Glamours. Filmstars, Wirtschaftsgrößen und Magnaten dominierten die sozialen Schauplätze und verlangten nach prunkvollen, unverkennbaren Luxusuhren, was Marken wie Piaget zu außergewöhnlichen Kreationen animierte.

Above Die “Sixties”-Kollektion von Piaget bewahrt die trapezförmige Ästhetik. (Foto: Piaget)

Above Neue Piaget “Sixties”-Modelle von 2026. (Foto: Piaget)
Die “Sixties”-Kollektion von Piaget bringt diese Ära zurück. Mit trapezförmigen Gehäusen, Gelbgold und Einlagen aus Tigerauge oder Lapislazuli verkörpern sie die Lebenslust und den Luxus, die das Design jener Jahre so unverwechselbar machten.
4. Omega “Moonwatch”: Der Wettlauf ins All

Above Juli 1969: Die NASA feiert den Erfolg der ersten bemannten Mondlandung. (Foto: Getty Images)
Die 1960er Jahre waren geprägt von der Begeisterung für Weltraumforschung. 1962 trug der Astronaut Walter Schirra seine private Omega CK2998 bei einer Erdumkreisung, womit sie zur ersten Omega im Weltraum wurde – ein historischer Moment für die Marke.
Als Buzz Aldrin 1969 die Mondoberfläche betrat, trug er ebenfalls eine Omega. Seitdem ist die “Moonwatch” aus dem Omega-Portfolio nicht mehr wegzudenken und symbolisiert die menschliche Neugier auf das Universum.

Above Astronaut Walter Schirra mit seiner Omega-Uhr im All. (Foto: Omega)

Above Die Neuauflage der FOIS-Uhr (First Omega In Space). (Foto: Omega)
Die Omega “Moonwatch” bleibt eine der ikonischsten Zeitmesser und unterstreicht die Rolle von Omega in der Raumfahrtgeschichte.

Above Astronaut Buzz Aldrin während der Mission. (Foto: Omega)

Above Die Omega Speedmaster “Moonwatch”-Serie wird kontinuierlich um neue Modelle erweitert. (Foto: Omega)
5. Hautlence “Retrovision ’64”: Die Vision der Zukunft

Above Die Hautlence “Retrovision ’64” reflektiert die technologischen Fantasien der 1960er Jahre. (Foto: Hautlence)
In den 1960er Jahren blickten die Menschen mit großer Hoffnung auf die technologische Zukunft. Science-Fiction-Serien jener Zeit zeigten Visionen von Kommunikationsgeräten und Fortbewegungsmitteln, die heute Nostalgie wecken.

Above Das Gehäuse der Hautlence “Retrovision ’64” mit ihrem charakteristischen Gitterdesign. (Foto: Hautlence)

Above Das Zifferblatt erinnert an futuristische Kommunikationstechnologie. (Foto: Hautlence)
Die “Retrovision ’64” von Hautlence zitiert dieses Design: Mit ihrem aufklappbaren Gitter und den Sichtfenstern für die Zeitindikation erinnert sie an Science-Fiction-Geräte aus den 60er Jahren.
6. TAG Heuer “Monaco”-Serie: Eine rebellische Seele auf der Rennstrecke

Above Ein Moment aus dem Formel-1-Grand-Prix in Monaco, 1965. (Foto: Getty Images)
Mit dem Aufstieg des Rennsports in den 1960er Jahren und der weltweiten TV-Übertragung gewannen F1-Rennen an enormer Popularität. Die Faszination für Geschwindigkeit und den Mut der Rennfahrer prägte die Kultur jener Zeit.

Above Steve McQueen machte die TAG Heuer “Monaco” zu einer wahren Ikone. (Foto: Getty Images)
Die TAG Heuer “Monaco” mit ihrem einzigartigen quadratischen Gehäuse wurde zum Symbol für diesen avantgardistischen Rennsport-Lifestyle. Durch Steve McQueen im Film “Le Mans” berühmt geworden, ist die “Monaco” noch heute ein fester Bestandteil des TAG Heuer-Sortiments.

Above Die Monaco-Kollektion präsentiert sich auch 2026 in neuem Glanz. (Foto: TAG Heuer)
7. Rolex “Daytona”: Geboren für die Rennstrecke

Above Paul Newman, legendärer Rennfahrer und Schauspieler, mit seiner Rolex “Daytona”. (Foto: Getty Images)
1963 brachte Rolex die “Daytona”-Serie auf den Markt, eine Uhr, die speziell für den Rennsport entwickelt wurde. Mit ihrem Tachymeter auf der Lünette und dem kontrastreichen “Panda”-Zifferblatt verkörperte sie Präzision.

Above Paul Newmans persönliche “Daytona” erzielte bei einer Auktion einen Rekordpreis. (Foto: Phillips)
Die Verbindung zur Rennsportlegende Paul Newman katapultierte die “Daytona” in den Uhren-Olymp. Ihr Design ist bis heute ein Inbegriff für den Chronographen schlechthin.

Above Die Daytona 2026 präsentiert sich mit elegantem Platin-Gehäuse. (Foto: Rolex)
8. Seiko “Astron”-Serie: Die Revolution der Uhrenindustrie

Above Kintaro Hattori, der Gründer von Seiko. (Foto: Seiko)
Gegen Ende der 1960er Jahre erschütterte Seiko mit der Vorstellung der weltweit ersten serienmäßigen Quarzarmbanduhr – der “Quartz Astron” – die Uhrenbranche. Ihre Präzision und die batteriebetriebene Technologie stellten die Schweizer mechanische Uhrenindustrie vor eine existenzielle Herausforderung.

Above Die Seiko “Quartz Astron” veränderte die Uhrenwelt nachhaltig. (Foto: Seiko)
Doch genau diese Krise zwang die Schweizer Manufakturen zur Transformation: Sie konzentrierten sich stärker auf handwerkliche Exzellenz, Luxus und emotionale Werte. Heute koexistieren Quarz- und mechanische Luxusuhren als verschiedene Kategorien, ein Resultat des Wandels, der in den 1960ern begann.




