Vom bahnbrechenden Sax-O-Mat bis hin zur zeitgenössischen Datomatic hat A. Lange & Söhne fast drei Jahrzehnte damit verbracht, Automatikwerke mit einem bedachten, still und leise perfektionierten Ansatz zu verfeinern, der tief in der sächsischen Uhrmacherkunst verwurzelt ist.
Automatikwerke werden oft für ihre Praktikabilität geschätzt, doch bei A. Lange & Söhne sind sie ein bewusster Ausdruck des technischen Ethos der Manufaktur. Seit ihrer Wiedergeburt im Jahr 1994 hat die deutsche Uhrenmanufaktur selbstaufziehende Kaliber entwickelt, die Präzision mit visueller Harmonie vereinen. Dabei werden Rotoren und Automatikmechanismen nahtlos in die Architektur und Veredelung integriert, die jedes einzelne Uhrwerk auszeichnen.
Während Handaufzugskaliber weiterhin im Mittelpunkt der Markenidentität stehen, haben sich die Automatikwerke über fast drei Jahrzehnte hinweg stetig weiterentwickelt. Jede Konstruktion wird im eigenen Haus entworfen und folgt denselben Prinzipien, die die Marke auszeichnen: Dreiviertelplatinen aus naturbelassenem Neusilber, verschraubte Goldchatons, thermisch gebläute Schrauben und handgravierte Unruhkloben. Auf diese Weise ist der automatische Aufzug kein nachträglicher Einfall, sondern eine konsequente Erweiterung des Engagements der Manufaktur für mechanische und ästhetische Integrität.
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Above Das exquisite Manufakturkaliber L922.1 von A. Lange & Söhne für die Langematik Perpetual.
Die moderne Ära der Lange-Automatikwerke begann 1997 mit der Langematik, die vom Kaliber L921.2 angetrieben wird. Dieses Uhrwerk führte das Sax-O-Mat-System ein, eine prägnante Verkörperung der Werte der Manufaktur. “Sax” würdigt Sachsen, das historische Herzstück der deutschen Präzisionsuhrmacherei; “Mat” steht für den Automatikmechanismus; und das “O” bezieht sich auf die Zero-Reset-Funktion, die es dem Sekundenzeiger ermöglicht, beim Ziehen der Krone exakt auf null zurückzuspringen — ein subtiler, aber vielsagender Beweis für den kompromisslosen Fokus der Marke auf Exaktheit. Ein Zentralrotor aus 21-karätigem Gold gewährleistete einen effizienten Aufzug, ohne die Architektur der Dreiviertelplatine zu beeinträchtigen, und setzte damit neue Maßstäbe für zukünftige Automatikwerke.
Bis zum Jahr 2010 waren die Automatikwerke zu eigenständigen Konstruktionen herangereift. Die Lange 1 Daymatic mit dem Kaliber L086.1 wurde von Grund auf neu entwickelt und nicht bloß von einem Handaufzugswerk abgeleitet. Um die vertraute Ästhetik der Lange 1 zu bewahren, wurde die Anordnung des Zifferblatts gespiegelt: Die retrograde Wochentagsanzeige ersetzte die Gangreserveanzeige, während die dezentrale Zeitanzeige und das Großdatum entsprechend neu positioniert wurden. Der beidseitig aufziehende, skelettierte Rotor gewährt einen freien Blick auf die darunterliegende, makellose Veredelung und vereint technischen Erfindungsreichtum mit visueller Klarheit.

Above Der elegante Lange 1 Tourbillon Perpetual Calendar von A. Lange & Söhne.
Der automatische Aufzug wurde ebenfalls in die komplexesten Mechanismen der Marke integriert. Das Kaliber L082.1, welches den Lange 1 Tourbillon Perpetual Calendar antreibt, kombiniert ein Tourbillon mit einem ewigen Kalender, der über einen peripheren Monatsring verfügt. Das Tourbillon umfasst einen Sekundenstopp-Mechanismus, der eine hochpräzise Zeiteinstellung ermöglicht — ein weiteres herausragendes Beispiel für den bedachten Umgang von A. Lange & Söhne mit anspruchsvollen Komplikationen.
An anderer Stelle beweist die Saxonia-Linie, wie Automatikkaliber mechanische Raffinesse erreichen können, während sie gleichzeitig ihre zurückhaltenden Proportionen bewahren. Die Saxonia Annual Calendar beherbergt das nur 5,7 Millimeter hohe Kaliber L085.1 und integriert diese Komplikation in eine kompakte Konstruktion, die die ausgewogenen Gehäuseabmessungen beibehält. Ebenso zeichnet sich die Saxonia Großdatum durch das Kaliber L086.8 aus, das den automatischen Aufzug mit der für die Marke charakteristischen Großdatumsanzeige kombiniert, ohne dabei die pure Eleganz der Uhr zu beeinträchtigen.

Above Die sportlich-elegante Odysseus aus feinstem Weißgold von A. Lange & Söhne.
Ein zeitgenössischeres Kapitel begann 2019 mit der Odysseus, die für die Robustheit des Alltags entworfen wurde. Ihr Kaliber L155.1 Datomatic — benannt nach “Date” (Datum) und “Automatic” (Automatik) — verfügt über Wochentags- und Großdatumsanzeigen sowie einen Zentralrotor mit Platinmasse für optimale Aufzugseffizienz. Dieses Uhrwerk beweist, dass der automatische Aufzug sowohl der Funktionalität als auch der Raffinesse dienen kann, und verkörpert die Philosophie von A. Lange & Söhne selbst in einem sportlich-eleganten Kontext.
Bei allen Modellen bleibt eine Konstante bestehen: Jedes Kaliber wird zweifach montiert und mit höchster Präzision justiert, bevor es die Manufaktur verlässt. Dekorative Veredelungen und technische Finessen, die bei Handaufzugswerken zum Einsatz kommen, sind in den selbstaufziehenden Kalibern gleichermaßen präsent, wodurch sichergestellt wird, dass Automatikwerke niemals die anspruchsvollen Standards der Maison beeinträchtigen.
Auf diese Weise ist die Evolution der Automatikwerke von A. Lange & Söhne am besten nicht als Abweichung, sondern als Kontinuität in Bewegung zu verstehen. Die Manufaktur hat eindrucksvoll demonstriert, dass ein automatischer Aufzug perfekt mit ästhetischer Integrität und mechanischer Exaktheit koexistieren kann — und treibt so die fast drei Jahrzehnte währende Expertise der sächsischen Uhrmacherkunst leise, aber stetig voran.
Credits
Images: A. Lange & Söhne
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