Amanda Mille und Cécile Guenat rücken Frauen bei Richard Mille nicht nur ins Rampenlicht – sie verändern die gesamte Branche grundlegend
Die Welt der Uhrmacherkunst hatte schon immer ein eigenartiges Verhältnis zu Frauen. Uns werden Diamanten und reduzierte Gehäusegrößen angeboten. Man suggeriert uns, dass komplexe Mechanik nichts für uns sei und wir lediglich hübsche Schmuckstücke an unseren Handgelenken tragen möchten anstelle mechanischer Meisterwerke. Doch Richard Mille hat diese überholte Sichtweise nie akzeptiert.
Die Maison unterstützt Frauen nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch in den eigenen Reihen. Amanda Mille und Cécile Guenat gehören zur obersten Führungsriege der Marke. Als Brand and Partnerships Director beziehungsweise Creative and Development Director sind sie weit mehr als nur repräsentative Aushängeschilder. Guenat begann im Alter von 17 Jahren als Juwelierslehrling in Lausanne. Anschließend absolvierte sie die renommierten Designschulen in Genf und sammelte wertvolle Erfahrungen in der Londoner Modeschmuckszene.
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Above Die exklusive Luxusuhr RM 07-01 von Richard Mille (Foto: mit freundlicher Genehmigung von Richard Mille)
Als die Mitbegründer der Marke – ihr Vater Dominique Guenat und Richard Mille – sie im Jahr 2015 an Bord holten, entwarf sie die RM 71-01 Tourbillon Talisman. Diese Kollektion aus zehn Modellen weigerte sich schlichtweg, den klassischen Regeln zu folgen. Daraufhin folgte die Bonbon-Kollektion, die die Kühnheit besaß, in einer äußerst ernsten Branche geradezu spielerisch aufzutreten.
Währenddessen konzentriert sich Amanda Mille auf den Aufbau von Beziehungen – zu Kunden, Partnern, Athleten und Künstlern. Diese Verbindungen prägen maßgeblich, wie die Marke jenseits der Zeitmesser wahrgenommen wird. Ein hervorragendes Beispiel ist die Rallye des Princesses, ein auf Frauen ausgerichtetes Sportereignis, das von der Marke gesponsert wird. Lassen Sie sich nicht vom Namen täuschen: Hierbei handelt es sich um ernsthaften Motorsport. Bei dieser Gleichmäßigkeitsrallye navigieren 90 rein weibliche Teams über fünf Tage hinweg auf einer Strecke von mehr als 1.000 Kilometern von Paris nach Saint-Tropez, und das ausschließlich in klassischen und historischen Fahrzeugen. Die Teilnahme erfordert die Nerven eines Formel-1-Fahrers und die Präzision eines Schweizer Uhrmachers.
Zudem gibt es das “The Famous Project”. Die französische Seglerin Alexia Barrier plant, 2025 mit einer rein weiblichen Crew auf dem Ultime-Trimaran IDEC Sport – dem schnellsten Boot seiner Art – die Trophée Jules Verne in Angriff zu nehmen. Das bedeutet eine Nonstop-Weltumsegelung ohne jegliche fremde Hilfe. Der aktuelle Rekord liegt bei etwas mehr als 40 Tagen und wurde 2017 von Francis Joyon auf exakt demselben Boot aufgestellt. Barrier und ihre achtköpfige Crew möchten als erstes Frauenteam eine Referenzzeit setzen und den Rekord möglicherweise sogar vollständig brechen.
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Above Die Rallye des Princesses Richard Mille ist ein exklusives Event für Frauen mit einer Leidenschaft für Motorsport (Foto: mit freundlicher Genehmigung von Richard Mille)
Entscheidend ist, dass Richard Mille dieses Engagement nicht als reine PR-Maßnahme betrachtet. Unter der Leitung von Frauen wie Mille und Guenat bietet die Marke echte Unterstützung. Es gibt keine halben Sachen oder symbolischen Gesten, sondern dieselbe Ausrüstung, denselben Rückhalt und dieselbe Chance, Geschichte zu schreiben.
Die Uhren selbst erzählen dieselbe Geschichte. Die Modelle RM 037 und RM 07-01 Automatic wurden weder vereinfacht noch verkleinert. Sie verfügen über dieselben Grundplatinen aus Titan Grad 5, Rotoren mit variabler Geometrie sowie sichtbare Mechanik, auf denen der legendäre Ruf der Marke beruht. Des Weiteren gibt es die RM 07-04 Automatic Sport, die inklusive Armband lediglich 36 Gramm wiegt und einer Beschleunigung von 5.000 G standhält. Die Entwicklung dauerte drei Jahre, in denen die Marke eng mit sechs Athletinnen zusammenarbeitete, darunter die Golferin Nelly Korda und die Siebenkämpferin Nafi Thiam. Diese Spitzensportlerinnen haben die Zeitmesser unter realen Bedingungen auf Herz und Nieren geprüft.
Genau das zeichnet die Arbeit von Mille und Guenat aus. Sie betreiben keine spezifische “Damenuhrmacherei”. Sie kreieren schlichtweg herausragende Uhren – technisch ambitioniert und ästhetisch kompromisslos – im festen Vertrauen darauf, dass Frauen das Echte suchen. Und es stellt sich heraus: Wir tun es wahrhaftig.





