Inside the strategy behind Avenida Books and its mission to keep Filipino stories accessible in a fast-changing publishing landscape (Photo: National Book Development Board)
Cover Einblicke in die Strategie von Avenida Books und die Mission, philippinische Geschichten in einem sich schnell wandelnden Verlagswesen zugänglich zu halten (Foto: National Book Development Board)
Inside the strategy behind Avenida Books and its mission to keep Filipino stories accessible in a fast-changing publishing landscape (Photo: National Book Development Board)

Bei Avenida Books überdenkt Nida Ramirez die ökonomischen Strukturen im Verlagswesen. Sie stellt Autoren als Partner in den Mittelpunkt, während sie sich steigenden Kosten und einer Generation stellt, die sich vom Lesen langer Texte abwendet.

Als Nida Ramirez in den frühen 2000er Jahren in das Verlagswesen einstieg, wurden lokal produzierte Bücher — insbesondere Comics und Popliteratur — durch eine sehr enge Definition von literarischem Wert oft an den Rand gedrängt. Ihr Ansatz war eher von struktureller als von stilistischer Natur: Sie positionierte diese Werke nicht als kulturelle Randerscheinungen, sondern als Einstiegspunkte für eine lebenslange Leidenschaft für das Lesen. Das Ergebnis zeigt sich heute an einer Generation, die mit zugänglichen philippinischen Titeln aufgewachsen ist und in vielen Fällen nun eigene Werke verfasst.

Mit Avenida Books hat Ramirez diese Logik auf die wirtschaftliche Seite des Publizierens ausgeweitet. Indem sie sich für Urheberrechte in der Hand der Autoren einsetzt und Kreative als langfristige Partner betrachtet, hat sie dazu beigetragen, die Branchenstandards rund um Eigentum und Handlungsspielraum neu zu definieren. Es ist ein Modell, das den Fokus von kurzfristigen Verkaufszyklen auf dauerhaftes geistiges Eigentum lenkt.

Dieser Ansatz stößt nun auf neue Hürden. Steigende Produktionskosten haben Bücher zu einem Luxusgut gemacht, während digitale Plattformen aggressiv um die Aufmerksamkeit der Leser buhlen. Für Ramirez besteht die Herausforderung nicht nur darin, fesselnde Werke zu verlegen, sondern auch deren Erschwinglichkeit zu bewahren, ohne dabei Kompromisse bei der Qualität einzugehen.

Ihre Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle von kultureller Produktion und Marktrealität. Sie verdeutlicht auf unaufgeregte, aber bestimmte Weise, dass eine engagierte Leserschaft ebenso sehr durch Strukturen im Verlagswesen wie durch die Geschichten selbst aufgebaut wird.

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Fragen und Antworten

Was war Ihr nachhaltigster Einfluss auf das Verlagswesen?

Die greifbarste Veränderung bestand darin, die Definition dessen, was als wertvolle Literatur gilt, neu zu fassen. In den frühen 2000er Jahren wurden Titel abseits des traditionellen literarischen Kanons — Comics, Humor, zugängliche Fiktion — oft abgetan. Dennoch waren es genau diese Bücher, die beständige Lesegewohnheiten prägten. Im Laufe der Zeit ist diese Leserschaft zu einer Generation herangewachsen, die sich intensiver mit philippinischen Erzählungen auseinandersetzt und in vielen Fällen eigene Werke produziert.

Ebenso wichtig war es, die Art und Weise zu verändern, wie wir die Beziehungen zu Kreativen gestalten. Wir haben uns für Urheberrechte in der Hand der Autoren eingesetzt und Schriftsteller als wichtige Akteure im langfristigen Lebenszyklus ihrer Werke positioniert. Dies hat die professionellen Erwartungen innerhalb der Branche grundlegend verändert.

Was empfinden Sie in Ihrer heutigen Arbeit als am dringlichsten?

Zugänglichkeit. Bücher, die für Studenten einst erschwinglich waren, sind aufgrund steigender Produktionskosten heute für viele unerschwinglich. Gleichzeitig konkurrieren wir mit digitalen Geräten, die unsere Aufmerksamkeit fragmentieren. Die Herausforderung ist zweifach: die Preise fair zu halten und gleichzeitig sicherzustellen, dass die Geschichten fesselnd genug bleiben, um ein anhaltendes Leseerlebnis zu garantieren. Ohne dieses Gleichgewicht wird Literatur zu einem exklusiven Privileg.

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Wie gehen Sie unter diesen Einschränkungen mit dem Thema Führung um?

Alles läuft auf Prioritätensetzung hinaus. Ressourcen — sei es Zeit, Kapital oder Aufmerksamkeit — sind begrenzt, sodass jede Entscheidung sowohl der Nachhaltigkeit des Unternehmens als auch der Integrität der Arbeit dienen muss. Führung bedeutet in diesem Sinne weniger bloßes Wachstum, sondern vielmehr feine Abstimmung: Man muss wissen, was es zu schützen gilt, was man anpassen muss und wann man Standhaftigkeit beweisen sollte.

Welche Rolle spielt die Gemeinschaft für den Erhalt der Branche?

Die Buchbranche wird oft als äußerst wettbewerbsintensiv dargestellt, doch in der Praxis wird sie von gemeinsamen Ökosystemen getragen. Mein eigener Werdegang wurde von Kollegen geprägt, die ihr Wissen und ihre Möglichkeiten großzügig teilten. Dieses Modell hat bis heute Bestand. Wenn Verlage Autoren als Partner und einander als Weggefährten statt als Gegner betrachten, gewinnt die gesamte Branche an Widerstandsfähigkeit.

Gab es einen Wendepunkt, der Ihren Ansatz verdeutlicht hat?

Die Gründung von Avenida Books, nach einem früheren Kapitel in der Verlagsbranche, war ein entscheidender Moment. Es hat gezeigt, dass Vertrauen — zwischen Verlag, Autor und Leser — nicht an einen Markennamen, sondern an gemeinsame Werte gebunden ist. Diese Kontinuität machte es möglich, mit klarer Vision neu aufzubauen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: Geschichten mit dem Publikum zusammenzubringen, das sie sucht und braucht.


Anlässlich unseres 25-jährigen Jubiläums in diesem Jahr ehrt Tatler 25 bemerkenswerte Frauen, deren Vision und Mut Branchen, Gemeinschaften und den nationalen Diskurs transformieren — jede von ihnen setzt einen entscheidenden Schritt und hinterlässt einen bleibenden Eindruck in der philippinischen Gesellschaft.

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Syrah Vivien Inocencio
Redakteur für Macht und Zweck, Tatler Philippines
Tatler Asia

Syrah ist Redakteurin für den Bereich „Kraft & Sinn“ bei Tatler Philippines und beleuchtet dort außergewöhnliche Lebenswege, die die Philippinen und Asien prägen. Sie berichtet über Wirtschaft, Innovation, Wirkung und Kultur – und verfolgt die Menschen, Ideen und Kräfte, die unser heutiges Leben und Denken bestimmen.