Maria Sucgang, Mitbegründerin und CEO von Remotify, betrachtet Remote-Arbeit als strukturierte Beschäftigung und fokussiert sich auf Compliance, Verantwortlichkeit und die notwendigen Systeme zur Erhaltung menschenzentrierter globaler Teams.
Als Maria Sucgang mit dem Aufbau von Remotify begann, war die Remote-Arbeit auf den Philippinen noch vage definiert: fragmentiert, informell und oft als bloße Übergangslösung betrachtet. Ihr Ansatz bestand nicht nur darin, den Zugang zu erweitern, sondern ihn zu formalisieren. Sie entwarf ein System, durch das philippinische Talente weltweit mit derselben Sorgfalt, denselben Schutzmaßnahmen und Erwartungen eingestellt werden können wie jede lokale Belegschaft.
Im Kern fungiert Remotify als infrastrukturelle Ebene, die sich um Compliance, Gehaltsabrechnungen und Unternehmensführung kümmert. So können Unternehmen verteilte Teams aufbauen, ohne Qualitätsstandards einzubüßen. Das Ergebnis ist messbar: eine längere Mitarbeiterbindung, klarere Verantwortlichkeiten und ein Wandel darin, wie sich philippinische Fachkräfte in globalen Organisationen positionieren — nicht als temporäre Arbeitskräfte, sondern als unverzichtbare Leistungsträger.
Mit dem rasanten Vormarsch von Automatisierung und KI besteht das Risiko nicht nur im Arbeitsplatzverlust, sondern auch im Schwinden von Klarheit und Fürsorge in der Arbeitsstruktur. Sucgang hat ihren Fokus entsprechend angepasst, um sicherzustellen, dass Flexibilität nicht auf Kosten der Würde geht. Die Gen.T Leader of Tomorrow setzt sich nachdrücklich für einen bewussteren Weg ein: Wenn Systeme richtig konzipiert sind, können sie Effizienz und Verantwortung zugleich gewährleisten.
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Above Maria Sucgang von Remotify definiert die Remote-Arbeit durch Compliance, Struktur und menschenzentrierte Systeme für philippinische Talente in globalen Teams neu (Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Maria Sucgang)
Interview
Sie haben maßgeblich dazu beigetragen, wie Remote-Arbeit lokal wahrgenommen wird. Worin sehen Sie Ihren nachhaltigsten Einfluss?
Ich denke, der nachhaltigste Einfluss meiner Arbeit besteht darin, dass ich dazu beigetragen habe, eine würdevolle Vollzeit-Remote-Arbeit für Filipinos zu normalisieren, insbesondere außerhalb traditioneller Outsourcing-Zentren.
Als ich anfing, wurde Remote-Arbeit oft als temporär, freiberuflich oder informell betrachtet. Mit Remotify haben wir gezeigt, dass globale Unternehmen Filipinos rechtskonform einstellen, fair entlohnen und langfristige Teams mit Vertrauen und Struktur aufbauen können. Dieser Wandel ist von entscheidender Bedeutung. Er verändert, wie Talente sich selbst sehen und wie Unternehmen sie wertschätzen.
Was mir besonders in Erinnerung bleibt, ist das Wissen, dass dies für viele unserer Mitarbeiter nicht einfach nur ein Job ist. Es bedeutet finanzielle Stabilität, berufliches Selbstvertrauen und die Möglichkeit, eine Zukunft zu planen.
Was empfinden Sie bei Ihrer heutigen Arbeit als am dringlichsten?
Die größte Dringlichkeit liegt derzeit darin, die menschliche Seite der Arbeit zu schützen, während der technologische Fortschritt rasant voranschreitet.
KI, Automatisierung und Remote-Systeme entwickeln sich schnell, doch wir Menschen bleiben Menschen. Wir brauchen Klarheit, Fairness, Unterstützung und eine exzellente Führung. In der Anfangsphase ging es vor allem um den Zugang. Heute dreht es sich um Qualität, Verantwortlichkeit und umfassende Fürsorge.
Die Herausforderung besteht nun darin, sicherzustellen, dass diese Systeme die Empathie nicht verdrängen. Darauf verwende ich den Großteil meiner Energie: Strukturen zu schaffen, die Flexibilität ermöglichen, ohne dabei die Würde des Einzelnen preiszugeben.
Was hat Ihren Führungsstil als weibliche Gründerin in der Technologiebranche geprägt?
Eine der größten Herausforderungen war es, unterschätzt zu werden — besonders zu Beginn. Als Gründerin im Tech-Bereich wird oft angenommen, dass man zwar “menschenorientiert” ist, aber nicht über tiefes technisches oder strategisches Verständnis verfügt.
Dies hat mich gelehrt, in meinem Denken und meiner Sprache äußerst präzise zu sein. Ich habe gelernt, Entscheidungen auf Daten zu stützen, mich gründlich vorzubereiten und auf mein Urteilsvermögen zu vertrauen, selbst wenn es in Frage gestellt wird.
Mit der Zeit habe ich zudem erkannt, dass ich nicht den Anschein von endlosem Selbstbewusstsein erwecken muss. Es reicht vollkommen, konsequent, prinzipientreu und klar in meinen Handlungen zu sein.
Wie hoffen Sie, dass Ihr Werdegang die nächste Generation von Frauen in dieser Branche inspiriert?
Ich hoffe, mein Weg zeigt, dass man keinem bestimmten Schema entsprechen muss, um eine Führungsposition einzunehmen.
Man kann rücksichtsvoll und zugleich entscheidungsfreudig sein. Man kann ein ernstzunehmendes Unternehmen aufbauen, ohne seine Werte aus den Augen zu verlieren. Man kann eine große Wirkung erzielen und gleichzeitig ein Leben führen, das Familie, Erholung und Sinnhaftigkeit integriert.
Wenn jüngere Frauen erkennen, dass wahre Führung nicht bedeutet, härter oder lauter zu werden, sondern vielmehr klarer und geerdeter zu agieren, dann halte ich das für ein schönes Vermächtnis.
Gab es einen Moment, der Ihre Sichtweise auf das Unternehmen grundlegend verändert hat?
Es gab einen Zeitpunkt, an dem ein Mitarbeiter mir erzählte, dass sein Job bei Remotify es ihm ermöglichte, seine Familie während einer Krise finanziell zu unterstützen. Das hat alles in ein neues Licht gerückt. Es machte die Verantwortung plötzlich greifbar.
Von diesem Moment an sah ich Remotify nicht mehr nur als ein Unternehmen, das ich aufbaute, sondern als ein System des Vertrauens, das es zu schützen galt.
Anlässlich unseres 25-jährigen Jubiläums in diesem Jahr ehrt Tatler 25 bemerkenswerte Frauen, deren Vision und Mut Branchen, Gemeinschaften und den nationalen Diskurs transformieren — jede von ihnen geht entscheidende Schritte und hinterlässt einen bleibenden Eindruck in der philippinischen Gesellschaft.
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