Das Cipriani ist in Venedig die erste Adresse für Hollywoods A-Prominenz, insbesondere während der jährlichen Filmfestspiele
Die Ankunft im “Cipriani” ist ein geradezu surreales Erlebnis. Ein eleganter Mahagoni-Schnellboot bringt Sie durch die belebten Kanäle Venedigs, vorbei an historischen Steinbrücken. Plötzlich, wie nach einem tiefen Atemzug, erreichen Sie das offene Wasser der Lagune, bevor das Boot am hoteleigenen Pier anlegt.
Es ist ein farbenfroher Empfang: die rot-weiß gestreiften Anlegepfähle, lokal als “pali” bekannt; die pfirsichfarbene Fassade des Hotels; die blau-weißen Sonnenschirme; und die zweistöckige Pinie mit ihrem sonnenverwöhnten Blätterdach.
Dieser Moment wirkt wie direkt aus einem Film entsprungen — vielleicht ist das der Grund, warum das Cipriani seit seiner Eröffnung 1958 Hollywoods liebstes Hotel in Venedig ist.
Abseits des hektischen Treibens Venedigs liegt das “Cipriani” ruhig an der Spitze der Insel Giudecca. Es wurde 1958 von Giuseppe Cipriani gegründet, dem Schöpfer der legendären Harry’s Bar und Erfinder des Bellini. Ursprünglich wurde das Anwesen als privater Rückzugsort für Jetsetter und kulturelle Ikonen während der glamourösen “Dolce Vita”-Ära konzipiert.
Siehe auch: Das legendäre Hotel “Splendido” in Portofino hat wiedereröffnet — wir haben als Erste eingecheckt

Above Das Cipriani besticht durch seine zeitlose Eleganz und den Blick auf die Lagune.

Above Ein exklusiver Rückzugsort für Gäste des “Cipriani” mit Blick auf das Wasser.
Größen wie Sophia Loren, Paul Newman, Frank Sinatra und Elizabeth Taylor zählten zu den Stammgästen. Und die berühmten Casanova-Gärten, in denen Giacomo Casanova angeblich seine Liebhaberinnen umwarb, sind heute noch genauso bezaubernd und verlockend wie damals.
Das Hotel, das 1976 von Belmond (damals Orient-Express) übernommen wurde, bewahrt den Geist dieser Epoche mit einer Diskretion und subtilen Dekadenz, die eher intuitiv als aufdringlich wirkt.
Heute ist das Cipriani ein bevorzugter Aufenthaltsort für A-Prominente wie George und Amal Clooney und ein zentrales Ziel für Stars, die während der Filmfestspiele nach Venedig reisen.
Um das Hotel in seine nächste Ära zu führen, beauftragte Belmond den Architekten und Innenarchitekten Peter Marino, der auch den Vorsitz der “Venetian Heritage Foundation” innehat.

Above Die Inneneinrichtung des “Cipriani” verbindet Luxus mit historischem Flair.

Above Klassische Elemente prägen das luxuriöse Design des “Cipriani” in Venedig.
Marinos mehrphasige Umgestaltung schlägt die Brücke zwischen drei Epochen: der historischen Eleganz Venedigs, dem Mid-Century-Glamour der 1950er-Jahre und zeitgenössischer Kunst. Die lichtdurchflutete Lobby besticht durch ihre Deckenhöhe und das charmante, hölzerne Empfangspult. Die neu gestalteten Signature-Suiten — oft wie private venezianische Apartments eingerichtet — kombinieren traditionelle Terrazzo-Böden, Murano-Glas-Kronleuchter und antiken Marmor mit avantgardistischen Werken italienischer Meister wie Emilio Vedova und Carla Accardi.
Da das Cipriani in einer ruhigeren Ecke Venedigs liegt, pendelt das hoteleigene Mahagoni-Boot namens “Shirley” rund um die Uhr alle fünf bis sieben Minuten zwischen dem Hotel und dem Markusplatz. Wie Taxifahrer in Weltstädten haben die Kapitäne des Cipriani sicherlich fantastische Geschichten zu erzählen, doch Diskretion ist das oberste Gebot im Haus.

Above Eine Bootsfahrt zum “Cipriani” ist ein unvergessliches Erlebnis in Venedig.

Above Das ikonische Mahagoni-Boot bringt die Gäste stilvoll zum “Cipriani”.
Das “Cip’s Club”, das 1976 eröffnete Überwasser-Restaurant des Hotels, ist jeden Abend ein lebhafter Treffpunkt. Auf dem Pier geht es eng zu, und die Tische stehen dicht beieinander. Doch die Gäste genießen es sichtlich, inmitten der stilvollen, prominenten Menge Gerichte wie Rindercarpaccio, in Salzkruste gegartem Wolfsbarsch und Tagliolini verdi gratinati zu genießen — stets mit Blick auf den Markusplatz.
Es war im “Cip’s Club” — zwischen den Schlucken eines perfekt eisgekühlten Martinis und umgeben von der lebendigen Atmosphäre —, dass ich zu meinem Reisebegleiter sagte: “Was wäre, wenn wir heute einfach hierbleiben?” Und genau das taten wir.
Während in der Ferne die Schnellboote vorbeizogen und sich die Gäste im Innenhof unterhielten, genoss ich eine Portion Tiramisu und Beeren im Bett. Ich war absolut zufrieden damit, nichts zu verpassen, denn in einer Welt, die immer mehr Geschwindigkeit verlangt, fordert das Cipriani nur eines: pure Präsenz.
LESEN SIE AUCH
Bill Bensley glaubt, die Welt braucht mehr Fantasie — und er setzt dies konsequent um
Eine neue Generation von Hoteliers stellt kulturelle Verbindung über den kommerziellen Erfolg
5 Hotel-Merchandise-Kollaborationen mit echtem Statement-Charakter
La Résidence Phou Vao: ein entspannter, kulturell bereichernder Aufenthalt in Luang Prabang





