Eine Analyse der 16 Oscar-Nominierungen des Films “Sinners”, vom besten Film über die wichtigsten Schauspielkategorien bis hin zur besten Originalmusik
Ryan Cooglers Film Sinners hat die Filmwelt im Sturm erobert, nachdem er rekordverdächtige 16 Oscar-Nominierungen erhalten hat, was ihn zu einem der meistdiskutierten Favoriten der diesjährigen Preissaison macht. Vom besten Film über die beste Regie bis hin zu bedeutenden Schauspiel-Nominierungen und zahlreichen technischen Kategorien steht das Werk nun im Mittelpunkt der Academy-Awards-Gespräche.
Mit Michael B. Jordan in der Doppelrolle der Zwillingsbrüder Smoke und Stack verschmilzt das genreübergreifende Vampir-Epos Horror, Geschichte und Musik zu einem der ambitioniertesten und originellsten Filme der letzten Jahre. Diese beispiellose Dimension hat zu einer enormen Dynamik bei den Preisverleihungen geführt, wobei der Film im Laufe der Saison bereits zahlreiche Auszeichnungen erringen konnte. Hier erfahren Sie, wie sich die Nominierungen bei den Academy Awards zusammensetzen — und was sie für die Oscar-Nacht signalisieren könnten.
Falls Sie es verpasst haben: Hier ist eine Zusammenfassung der Nominierten für die 98. Academy Awards (Oscars) sowie einige Höhepunkte, die Sie im Auge behalten sollten.
1. Bester Film

Above Wird sich der Film “Sinners” in der wichtigsten Nacht Hollywoods gegen “One Battle After Another” behaupten können? (Foto: Warner Brothers)
Wenn es um die wichtigste Auszeichnung der Oscar-Nacht geht, prognostizieren Buchmacher ein spannendes Kräftemessen zwischen den Filmen Sinners und One Battle After Another. Ryan Cooglers Vampirfilm sicherte sich rekordverdächtige 16 Oscar-Nominierungen, während Paul Thomas Andersons Action-Thriller 13 Nominierungen erhielt.
Historisch betrachtet hat der Film mit den meisten Nominierungen stets die besseren Chancen, die Auszeichnung für den besten Film mit nach Hause zu nehmen. Und obwohl Sinners bei den Actor Awards die Trophäe für das beste Ensemble gewann, wurde One Battle After Another bei den meisten großen Preisverleihungen als bester Film ausgezeichnet, darunter bei der Producers Guild, den Golden Globes, den BAFTAs und den Critics’ Choice Awards.
In der Zwischenzeit erhielten beide Filme höchste Auszeichnungen bei den Writers Guild of America (WGA) Awards — Sinners für das beste Originaldrehbuch und One Battle After Another für das beste adaptierte Drehbuch — sowie bei den ACE Eddie Awards für den besten Filmschnitt in ihren jeweiligen Kategorien. Da beide Favoriten bei den wichtigsten Gewerkschafts- und Kritikerpreisen triumphieren konnten, ist es kein Wunder, dass das Rennen um den besten Film noch völlig offen ist.
Weitere Informationen: Wie Ryan Cooglers ‘Sinners’ neue Maßstäbe für das Horror-Genre setzt
2. Beste Regie: Ryan Coogler

Above Könnte Regisseur Ryan Coogler in der Oscar-Nacht die Trophäe für die beste Regie entgegennehmen? (Foto: Warner Brothers)
Offensichtlich ist das Brechen des Rekords für die meisten Oscar-Nominierungen ein gutes Omen für den Regisseur (siehe: Titanic, La La Land und Vom Winde verweht). Dennoch steht Ryan Coogler in starker Konkurrenz zu Paul Thomas Anderson (One Battle After Another), der im Laufe der Jahre bereits 11 Oscar-Nominierungen in den Bereichen Regie, Drehbuch und Produktion sammeln konnte — jedoch noch nie gewonnen hat.
Die Experten sind sich bei diesen beiden Kandidaten uneins. Sollte der Film Sinners als bester Film ausgezeichnet werden, wird die Academy dann der Tradition folgen und Coogler auch die Trophäe für die beste Regie überreichen? Oder könnten die Abstimmenden die Ehrungen aufteilen und die Preise für den besten Film sowie die beste Regie an unterschiedliche Anwärter vergeben?
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3. Bester Hauptdarsteller: Michael B. Jordan

Above Michael B. Jordan erhält seine erste Oscar-Nominierung für die Verkörperung der Zwillinge Smoke und Stack — zwei Rollen, eine wahrhaft unvergessliche Darbietung (Foto: Warner Brothers)
Derzeit führt Michael B. Jordan das Feld mit seinen Rollen als die Zwillingsbrüder Smoke und Stack in Sinners an. Gestärkt durch seinen jüngsten Gewinn bei den Actor Awards hat er den anfänglichen Favoriten Timothée Chalamet überholt, der bei den Golden Globes und den Critics’ Choice Awards triumphierte.
Chalamets Darbietung in Marty Supreme war derart beeindruckend, dass das Publikum bereit war, wohlwollend darüber hinwegzusehen, als er den Film mit einer geradezu Marty-ähnlichen Überheblichkeit bewarb. Nachdem er jedoch bei den BAFTAs leer ausging und bei den Actor Awards gegen Jordan verlor, kristallisierte sich der Sinners-Darsteller als eindeutiger Spitzenreiter für die Oscars heraus. (Zudem schmälerte es Chalamets Chancen, dass er während der Kampagnensaison seinen impulsiven Gedanken über Ballett und Oper freien Lauf ließ.)
4. Beste Nebendarstellerin: Wunmi Mosaku

Above Wunmi Mosaku avanciert von der BAFTA-Gewinnerin zur erstmaligen Oscar-Nominierten (Foto: Warner Brothers)
Nachdem Wunmi Mosaku den BAFTA mit nach Hause nehmen durfte und Teyana Taylor den Golden Globe gewann, entwickelt sich das Rennen um die beste Nebendarstellerin zunehmend zu einem weiteren Duell zwischen den Filmen Sinners und One Battle After Another.
Allerdings behalten Preisbeobachter auch Amy Madigan aus Weapons im Auge, die den Preis als beste Nebendarstellerin sowohl bei den Critics’ Choice Awards als auch bei den Actor Awards erhielt.
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5. Bester Nebendarsteller: Delroy Lindo
Auch in der Kategorie bester Nebendarsteller scheinen Sinners und One Battle After Another ein Kopf-an-Kopf-Rennen zu liefern. Während Jacob Elordi den Critics’ Choice Award für Frankenstein gewann und Stellan Skarsgård den Golden Globe für Sentimental Value mit nach Hause nahm, prognostizieren einige Branchenbeobachter einen Sieg von Delroy Lindo.
Aufgrund seiner Triumphe bei den Actor Awards und den BAFTAs könnte jedoch Sean Penn, der Star aus One Battle After Another, einen leichten Vorsprung haben.
6. Bestes Originaldrehbuch: Ryan Coogler
Da er bereits das beste Originaldrehbuch bei den BAFTAs und den WGA Awards gewonnen hat, scheint Coogler in dieser Kategorie der absolute Favorit zu sein. Die größte Konkurrenz dürfte von Sentimental Value ausgehen, einem Familiendrama, das aus der Feder von Eskil Vogt und Joachim Trier stammt.
Doch mit einem Drehbuch, das frisch, provokant und genreübergreifend ist — und es irgendwie schafft, Horror, historisches Drama sowie ein Musical zu vereinen — setzen die meisten ihre Hoffnungen auf einen Sieg von Sinners.
7. Beste Besetzung: Francine Maisler
Nina Gold fand für Hamnet mit Paul Mescal und Jessie Buckley die perfekte Besetzung für Shakespeare und Agnes, während Jennifer Venditti ein geradezu übernatürliches Gespür für Talent bewies, als sie Timothée Chalamet für Marty Supreme castete. Dennoch ist die legendäre Casting-Direktorin Francine Maisler die absolute Favoritin auf den Sieg in dieser neuen Oscar-Kategorie.
Die talentierten und charismatischen Schauspieler für den Film Sinners zusammenzubringen, war ein weiterer Casting-Coup für Maisler, zu deren Referenzen unter anderem 12 Years a Slave, Succession, The Revenant und Denis Villeneuves Dune-Filme zählen. Sollte die Auszeichnung für das beste Ensemble von Sinners bei den Actor Awards ein Indikator sein, ist Maisler bestens positioniert, um die allererste Trophäe für die beste Besetzung mit nach Hause zu nehmen.
8. Bestes Szenenbild: Hannah Beachler und Monique Champagne
Wenn es darum geht, opulente und tiefgründige Welten von Grund auf neu zu erschaffen, ist Guillermo del Toro kaum zu übertreffen. Da Frankenstein diese Kategorie bei mehreren Vor-Oscar-Verleihungen gewann, ist der Film derzeit die erste Wahl für das beste Szenenbild. Dennoch wird Sinners vielfach als nächster möglicher Gewinner gehandelt.
9. Beste Kamera: Autumn Durald Arkapaw

Above Die halluzinatorische Bildsprache von “Sinners” macht Autumn Durald Arkapaw zu einer der spannendsten Anwärterinnen auf die Auszeichnung für die beste Kamera (Foto: Warner Brothers)
Auch hier erwartet uns ein enges Rennen zwischen den Filmen Sinners und One Battle After Another. Während Arkapaws halluzinatorische, traumähnliche Arbeit an der zeitverzerrenden Musical-Sequenz für sich selbst spricht, konzentriert sich Michael Bauman bei One Battle After Another darauf, eine Authentizität zu liefern, die das Eintauchen in die Szenen noch intensiver gestaltet.
Da One Battle After Another im Vorfeld der Oscar-Nacht bereits mehrere Auszeichnungen für die beste Kamera sammeln konnte, räumen Insider dem Werk einen leichten Vorteil gegenüber Sinners ein, doch das Rennen ist noch lange nicht entschieden.
10. Bestes Kostümdesign: Ruth E. Carter
One Battle After Another setzt in dieser Kategorie aus. Der Hauptkonkurrent von Sinners ist hier Frankenstein, ein Film, der bereits bei den BAFTAs und den Critics’ Choice Awards Auszeichnungen sammeln konnte. Im Grunde genommen handelt es sich um ein Duell zwischen zwei völlig unterschiedlichen Gothic-Ästhetiken: dem Southern Gothic der 1930er-Jahre und dem viktorianischen Gothic der 1850er-Jahre.
11. Bester Filmschnitt: Michael P. Shawver
Der meisterhafte Schnitt in Sinners nutzt geschickte Überblendungen und Rückblenden, um Zeitebenen miteinander zu verweben, die Spannung zu steigern — schließlich handelt es sich um eine Horrorgeschichte — und die Grundstimmung des Films zu definieren. Preisbeobachter favorisieren derzeit jedoch One Battle After Another für den Sieg in dieser Kategorie, wobei einige spekulieren, dass F1 für eine Überraschung sorgen könnte.
12. Bestes Make-up und Hairstyling: Ken Diaz, Mike Fontaine und Shunika Terry

Above Die Frisuren, das Make-up und die Kostüme im Film “Sinners” wirken nicht nur authentisch — sie versetzen das Publikum auf beeindruckende Weise in eine andere Epoche (Foto: Warner Brothers)
Nach Ansicht von Preisexperten ist Frankenstein in dieser Kategorie der unangefochtene Favorit. Dennoch könnten die Vampire aus Sinners dem Monster ernsthafte Konkurrenz machen. Über die furchteinflößenden Kreaturen des Films hinaus glänzt das Make-up- und Haar-Team von Sinners auch bei der Kreation historischer Looks, die das Publikum förmlich in die Vergangenheit reisen lassen.
13. Bester Ton: Chris Welcker, Benjamin A. Burtt, Felipe Pacheco, Brandon Proctor und Steve Boeddeker
Wenn es eine Oscar-Nominierung gibt, die F1 als sicherer Gewinner gilt, dann ist es der beste Ton. Die Art und Weise, wie die Tonbearbeitung des Films das Publikum das Dröhnen der Motoren förmlich spüren lässt, rückt F1 zweifellos an die Spitze des Rennens.
Das Sounddesign des Films Sinners liefert indes nicht nur eine reine Hintergrundkulisse — es trägt maßgeblich dazu bei, sowohl die Atmosphäre des Films als auch die Epoche, in der er spielt, zu definieren, was ihn zum zweiten großen Favoriten auf die Trophäe macht.
14. Beste visuelle Effekte: Michael Ralla, Espen Nordahl, Guido Wolter und Donnie Dean
Hier haben wir eine weitere Kategorie mit einem ganz klaren Favoriten — James Camerons Avatar: Fire and Ash. Die Avatar-Filme sind dafür bekannt, das Performance-Capture-Verfahren revolutioniert zu haben, und stellen ein wahrhaftiges visuelles Spektakel dar.
Auch wenn Sinners nicht ganz so stark von visuellen Effekten geprägt ist wie die anderen in dieser Kategorie nominierten Filme, liefert die Arbeit von Michael Ralla, Espen Nordahl, Guido Wolter und Donnie Dean bei der Erfassung von Michael B. Jordans Doppelrolle als die Zwillingsbrüder Smoke und Stack dennoch schlagkräftige Argumente für die Oscar-Nominierung.
15. Beste Originalmusik: Ludwig Göransson
Wenn man einen Film über die übernatürlichen Kräfte der Musik inszeniert, kann man davon ausgehen, dass die dazugehörige Filmmusik als großer Favorit in die Oscar-Verleihung geht. Zudem kommt Ludwig Göransson zugute, dass er in dieser Kategorie bereits zweimal gewinnen konnte — für Black Panther und Oppenheimer.
Die tief vom Southern Blues geprägte musikalische Untermalung, die den gesamten Film trägt, ist ebenso ergreifend wie wirkungsvoll und trägt maßgeblich dazu bei, die Geschichte, die Ryan Coogler erzählen wollte, zum Leben zu erwecken.
16. Bester Originalsong: “I Lied to You”
Above Der Film “Sinners” bringt den Blues zu den Oscars, aber wird “I Lied to You” genug Seele haben, um das unaufhaltsame “Golden” in den Schatten zu stellen?
Beide musikalischen Glanzstücke — sowohl aus dem Film Sinners als auch aus dem fulminanten Netflix-Erfolg KPop Demon Hunters — sind tief in übernatürlicher Mythologie verwurzelt. Die entscheidende Frage bleibt jedoch, ob der gefühlvolle Blues-Titel aus Cooglers Sinners genügend Magie versprüht, um “Golden”, den allgegenwärtigen Hit aus KPop Demon Hunters, zu übertrumpfen.
Während die Oscars immer näher rücken, bleibt der Film Sinners mit seinen rekordverdächtigen 16 Nominierungen einer der beeindruckendsten Anwärter des Abends. Von den ganz großen Auszeichnungen wie bester Film und bester Hauptdarsteller bis hin zu einer wahren Siegesserie in den technischen Kategorien hat das Werk seinen Platz in der Geschichte der Preisverleihungen bereits zementiert.
Ob er die Zeremonie letztendlich dominiert oder sich die Trophäen mit seinen Rivalen teilt, eines steht fest: Sinners hat das Rennen neu definiert — und alle Augen werden auf ihn gerichtet sein, wenn die Gewinner der Academy Awards verkündet werden.




