Cover Die Besetzung von “Once Upon a Time in the Middle East” – ein bedeutender chinesischer Film über menschliche Resilienz. (Foto: Filmplakat)

Ein Wok, ein Restaurant und eine Handvoll gewöhnlicher Menschen: Das Antikriegs-Drama von Wen Muye zeigt, dass jemanden zu bekochen eine eigene Form des Widerstands ist, die diesen außergewöhnlichen chinesischen Film prägt.

Ich ging in “Once Upon a Time in the Middle East” (in China als “Welcome to the Loong Restaurant” bekannt) mit der Erwartung, eine Komödie über Fremde in einer fremden Umgebung zu sehen. Die Plakate zeigen Shen Teng, einen der berühmtesten Comedy-Stars Chinas und erfolgreichsten Schauspieler, umgeben von lachenden Kindern mit Gemüse. Die frühen Szenen sind erfüllt vom Klappern der Woks und dem Zischen von Zwiebeln. Doch nach etwa dreißig Minuten zerreißt ein Luftangriff die Stadt, und man begreift, dass man hier einen wahrhaft bedeutungsvollen chinesischen Film sieht.

Der Film dreht sich um das “Loong Restaurant”, ein chinesisches Restaurant im fiktiven Bahata im Nahen Osten, wo der Koch Xu Fu seinen Wok entzündet, während draußen Bomben fallen. Xu ist eine fiktive Figur, keine Biografie, doch die Geschichte basiert auf den realen Erlebnissen chinesischer Menschen in Kriegsgebieten. Dieser chinesische Film fängt die Realität eindringlich ein.

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Above Shen Teng als Xu Fu in diesem fesselnden chinesischen Film. Die Stimmung wandelt sich von einer warmen Küchenkomödie zu einem ungeschönten Kriegsdrama. (Foto: Filmszene)

Eine Inspiration war Chen Xianzhong, ein Absolvent der Peking-Universität, der seit 1984 im Irak lebte. Nach der Invasion 2003 wurde sein Restaurant in Bagdad ein neutraler Treffpunkt. Andere Vorbilder waren Liu Lei und Shuai Xuejun, IT-Spezialisten, die in Bagdads Grüne Zone das “China Dragon” (oder “Loong”) eröffneten und dort sowohl Soldaten als auch Kriegsreporter versorgten.

Der Protagonist Xu will in diesem chinesischen Film nur kochen und Geld verdienen, um seiner Familie zu Hause zu helfen. Zusammen mit dem Restaurantmanager Ma Junsheng (gespielt von Jiang Qiming) und dem Waisenjungen Seif (Omar Sherif) macht er das Lokal zu einem beliebten Treffpunkt. Doch mit der Invasion ändert sich alles, und der chinesische Film entfaltet seine volle dramatische Kraft.

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Above Omar Sherif als Seif und weitere junge Schauspieler in einer Szene des bewegenden Dramas. (Foto: Filmszene)

Was den Film von Wen Muye so herausragend macht, ist seine Differenziertheit. Der Krieg wird aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet: durch die chinesischen Expatriates, die Einheimischen und die Soldaten. Als herausragender chinesischer Film gelingt es ihm, jeden Charakter mit Ernsthaftigkeit zu behandeln.

Die Produktion war ebenfalls aufwendig: Die Crew errichtete in Qingdao einen originalgetreuen Nachbau einer nahöstlichen Stadt mit über 200 Gebäuden auf 100.000 Quadratmetern.

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Above Die Freundschaft zwischen Xu Fu und Ma Junsheng ist eine emotionale Stütze in diesem chinesischen Film. (Foto: Filmszene)

Als Kulinarik-Redakteurin möchte ich die Bedeutung des Essens hervorheben. In diesem chinesischen Film ist es kein bloßes Dekorationselement, sondern eine moralische Sprache. Der Regisseur nutzt das Kochen als Kontrast zum grausamen Krieg. Jedes Gericht spiegelt die Emotionen des jeweiligen Augenblicks wider.

Das Messer-Motiv zieht sich durch den gesamten Film: Bei Xu dient es der Zubereitung, in anderen Händen dem Krieg. Der Film belehrt nicht, er zeigt. Die Szenen in der Küche sind so präzise inszeniert, dass man die Düfte förmlich wahrnehmen kann – ein wahrhaftes Highlight dieses chinesischen Films.

Above Der Trailer zu “Once Upon a Time in the Middle East” – ein bemerkenswerter chinesischer Film.

Das ist entscheidend, denn der Film baut eine Welt auf, deren Verlust man als Zuschauer zutiefst spürt. Wenn der Krieg eintritt, empfindet man eine echte Leere im Bauch, da der Film durch die zuvor gezeigten Glücksmomente diese Anteilnahme erst ermöglicht hat.

Dieser chinesische Film vertraut auf das Gespür seines Publikums. Er lässt einen Hunger verspüren, dann Angst und schließlich Dankbarkeit. Schauen Sie ihn sich auf der großen Leinwand an, und essen Sie unbedingt vorher etwas.

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Fontaine Cheng
Regionaler Restaurantredakteur, Tatler Hong Kong
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Tagsüber Geschichtenerzählerin, nachts Feinschmeckerin par excellence: Fontaine ist Regional Dining Editor bei Tatler Asia , wo sie die kulinarischen Inhalte in allen Regionen betreut und die redaktionelle Stimme der Marke in Bezug auf Essen, Köche und kulinarische Kultur prägt.

Sie ist außerdem Content Lead für Tatler Best und Co-Juryleiterin für Tatler Best Hongkong und Macau und verantwortet die redaktionelle Ausrichtung und den Bewertungsprozess der Awards. Mit über zehn Jahren Erfahrung in der Lifestyle- und Medienbranche in London und Hongkong bringt sie eine regionenübergreifende Perspektive ein.

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