Milly Alcock as ‘Supergirl’ (Photo: Warner Bros. Pictures)
Cover Milly Alcock glänzt als Supergirl in der neuen Verfilmung (Foto: Warner Bros. Pictures)
Milly Alcock as ‘Supergirl’ (Photo: Warner Bros. Pictures)

Ob Sie wegen Milly Alcocks Durchbruchrolle als Kara Zor-El kommen oder erfahren wollen, wohin sich James Gunns DC Universe entwickelt: “Supergirl” ist ein Erlebnis, das man auf der großen Leinwand sehen muss. Achtung: Enthält geringfügige Spoiler.

Für ein filmisches Universum, das sich noch immer finden muss, kommt Craig Gillespies Supergirl mit etwas überraschend Wertvollem daher: einer eigenen Persönlichkeit. Milly Alcocks Darstellung der ikonischen Superheldin nimmt die Hoffnung und den Optimismus, die David Corenswets Superman definierten, und stellt sie auf den Kopf. Das Ergebnis ist ein raueres und emotional aufgewühlteres Kapitel für die neue Ära von DC, ohne dabei aus den Augen zu verlieren, warum diese Figuren so faszinierend sind. Die “Supergirl”-Geschichte zeigt dabei eine bemerkenswerte Tiefe.

Die einfachste Analogie für Supergirl wäre eine Mischung aus Mad Max und Guardians of the Galaxy, da der Film sowohl die raue Roadtrip-Energie als auch die farbenfrohe kosmische Exzentrik beider Werke teilt. Doch dies würde die Leistung des Regisseurs und der Besetzung unterschätzen. Unter dem Weltraumabenteuer liegt eine überraschend intime Geschichte über Verlust, Identität und Zugehörigkeit, getragen von Alcocks verletzlicher Darstellung der Kara Zor-El.

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David Krumholtz as Zor-El in ‘Supergirl’ (Photo: Warner Bros. Pictures)
Above David Krumholtz als Zor-El im Supergirl-Film (Foto: Warner Bros. Pictures)
David Krumholtz as Zor-El in ‘Supergirl’ (Photo: Warner Bros. Pictures)

Eine der größten Stärken des Films liegt darin, wie er unser Verständnis von Krypton erweitert. Über Jahrzehnte sahen Zuschauer den untergegangenen Planeten vor allem durch Clark Kents Erinnerungen. Supergirl bietet uns eine neue Perspektive. Kara erinnert sich an Krypton nicht als fernen Mythos, sondern als ein Zuhause, das sie tatsächlich verloren hat. Dies führt zu einer intimeren Erforschung der Kultur, des Traumas und des emotionalen Gewichts, das sie lange vor ihrer Ankunft auf der Erde geprägt hat.

Im Zentrum dieser Reise steht Ruthye Marye Knoll, brillant gespielt von Eve Ridley. Die junge philippinisch-britische Schauspielerin ist der emotionale Anker des Films. Ruthyes Entschlossenheit, ihre Verletzlichkeit und die sich entwickelnde Beziehung zu Kara sorgen für die stärksten Momente. In vielerlei Hinsicht ist dies ebenso sehr Ruthyes Film wie der von Supergirl selbst.

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Eve Ridley as Ruthye in ‘Supergirl’ (Photo: Warner Bros. Pictures)
Above Eve Ridley als Ruthye im neuen Supergirl-Film (Foto: Warner Bros. Pictures)
Eve Ridley as Ruthye in ‘Supergirl’ (Photo: Warner Bros. Pictures)

Dann ist da noch Alcock. Trotz der endlosen Vergleiche mit früheren Live-Action-Versionen der Figur und der Skepsis gegenüber ihrer Besetzung, lässt Alcock jeden Zweifel verstummen. Sie versteht, was Kara grundlegend von Clark unterscheidet. Sie ist impulsiv, wütend, leichtsinnig und lernt noch, ihren Schmerz zu kanalisieren. Alcock nimmt diese Widersprüche an und liefert eine authentische Leistung. Am wichtigsten ist, dass sie nie versucht, Superman zu imitieren, was dem “Supergirl”-Charakter eine eigene Dynamik verleiht.

Überraschenderweise kommt der emotionale Herzschlag des Films vom wortkargsten Mitglied der Besetzung. Krypto sorgt für viele der herzlichsten Momente der Geschichte. Seine Anwesenheit mildert Karas raue Ecken und verleiht dem Film eine Wärme, die verhindert, dass er zu düster wird. Wann immer die Geschichte in die Dunkelheit abzugleiten droht, erinnert uns Krypto daran, warum wir mitfühlen.

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Kara and Krypto in ‘Supergirl’ (Photo: Warner Bros. Pictures)
Above Kara und Krypto in einer Szene aus Supergirl (Foto: Warner Bros. Pictures)
Kara and Krypto in ‘Supergirl’ (Photo: Warner Bros. Pictures)

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Ein wahrer Szenendieb ist Jason Momoas Darstellung von Lobo. Seit Jahren argumentieren Fans, dass der Schauspieler wie geschaffen für den fluchenden intergalaktischen Kopfgeldjäger sei, und Supergirl stützt diese These eindrucksvoll. Momoa bringt das gleiche überlebensgroße Charisma ein, das ihn in früheren Comic-Rollen auszeichnete, doch hier wirkt es wie eine perfekte Ergänzung. Lobos Swagger, Humor und Unberechenbarkeit passen ihm wie angegossen.

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Jason Momoa as Lobo in ‘Supergirl’ (Photo: Warner Bros. Pictures)
Above Jason Momoa als der unberechenbare Lobo in Supergirl (Foto: Warner Bros. Pictures)
Jason Momoa as Lobo in ‘Supergirl’ (Photo: Warner Bros. Pictures)

Nicht alles ist jedoch perfekt. Matthias Schoenaerts verleiht Krem of the Yellow Hills eine gewisse Bedrohlichkeit, doch die Figur erreicht nie ihr volles Potenzial. Während der Film den Comics treu bleibt, wirkt Krem oft eher wie ein Handlungsinstrument als wie ein vollständig ausgearbeiteter Antagonist. Eine tiefere Erforschung seiner Motive hätte den Konflikt bereichern können.

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Matthias Schoenaerts as Krem in ‘Supergirl’ (Photo: Warner Bros. Pictures)
Above Matthias Schoenaerts als der Antagonist Krem in Supergirl (Foto: Warner Bros. Pictures)
Matthias Schoenaerts as Krem in ‘Supergirl’ (Photo: Warner Bros. Pictures)

Die Action ist ein weiterer Bereich, in dem man sich mehr gewünscht hätte. Nicht weil sie schlecht wäre, sondern weil sie zurückhaltend wirkt. Es gibt Momente, die zeigen, wie verheerend mächtig Kara sein kann, doch der Film lässt sie diese Kraft nur selten in einer wirklich denkwürdigen Weise entfesseln. Für eine Superheldin, die Berge versetzen kann, wirken einige der finalen Kämpfe zu eingegrenzt.

Wenn Superman die hoffnungsvolle Seele von James Gunns DC Universe darstellte, dann repräsentiert Supergirl dessen emotionale Komplexität. Zusammen zeichnen sie das Bild eines Franchise, das versteht, dass Superhelden inspirierend sein können, ohne simpel zu wirken. Ist es ein sicherer Film? In gewisser Weise ja, er vermeidet Risiken, die das Mainstreampublikum abschrecken könnten. Dennoch ist er selbstbewusst genug, sich von seinem Vorgänger zu unterscheiden.

Supergirl läuft aktuell in den Kinos.

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