Cover Li Yi-Fan wird Taiwan während der Biennale Venedig vertreten (Bild: mit freundlicher Genehmigung des Künstlers)

Die Biennale Venedig kehrt diese Woche zurück und markiert bedeutende Meilensteine für asiatische Teilnehmer, darunter den Debüt-Pavillon für Vietnam und historische Kooperationen.

Die Biennale Venedig, oft als die Olympischen Spiele der Kunstwelt bezeichnet, findet dieses Jahr vom 9. Mai bis zum 22. November statt. Ihre Installationen gehören historisch gesehen zu den visuell beeindruckendsten und konzeptionell faszinierendsten Werken — man denke nur an Sun & Sea (Marina) im litauischen Pavillon im Jahr 2019, wo eine Oper auf einem künstlichen Strand aufgeführt wurde, oder an Marina Abramovićs Balkan Baroque von 1997, bei der sie 1.500 blutige Rinderknochen wusch, um gegen die Jugoslawienkriege zu protestieren.

Gegründet im Jahr 1895 zur Feier der Silberhochzeit von König Umberto I. und Margherita von Savoyen, etablierte die Veranstaltung eine prestigeträchtige internationale Kunstausstellung in der Lagunenstadt. Obwohl sie als nationale Schau begann, nahm sie rasch eine internationale Ausrichtung an und präsentierte bereits im ersten Jahr 14 Länder. Über die Schaffung einer Plattform für globale Dialoge hinaus ermöglicht dieses außergewöhnliche Kunstfestival den Künstlern, drängende gesellschaftliche und politische Themen anzusprechen — vom Klimawandel bis hin zu den Menschenrechten.

Die asiatische Repräsentanz hat sich von einer marginalen Beteiligung zu einer zentralen Präsenz auf der Biennale Venedig entwickelt. Japan nahm 1952 erstmals teil und eröffnete vier Jahre später als erstes asiatisches Land seinen eigenen Pavillon. Seitdem sind weitere Nationen gefolgt: Südkorea etablierte 1995 seinen permanenten nationalen Pavillon, gefolgt von China im Jahr 2005 und Indien im Jahr 2011.

Die Ausgabe 2026 wartet mit weiteren bedeutenden Meilensteinen auf: Vietnam feiert das Debüt seines nationalen Pavillons, Japan und Südkorea kooperieren zum allerersten Mal, und Katar errichtet einen neuen, permanenten Raum. Entdecken Sie hier fünf asiatische Pavillons und Ausstellungen, die Sie dieses Jahr keinesfalls verpassen sollten.

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Vietnam

Tatler Asia
Above Installationsansicht von Lê Hữu Hiếus “Soul Energy” auf der Biennale Venedig im Jahr 2021 (Foto: mit freundlicher Genehmigung des Künstlers)

Das Debüt Vietnams, das im frisch restaurierten Palazzo Ca' Giustinian Faccanon präsentiert wird, trägt den Titel Viet Nam: Art in the Global Flow. Die von Đỗ Tường Linh kuratierte Ausstellung beleuchtet die Entwicklung der zeitgenössischen vietnamesischen Kunst im globalen Kontext anhand der Werke von zehn herausragenden Künstlern. Die Präsentation hebt die traditionelle Lackkunst als lebendige Ausdrucksform hervor, die harmonisch mit Mixed-Media-Installationen aus Seide, Holz und Blattgold interagiert.

Hongkong

Tatler Asia
Above Kingsley Ng und Angel Hui werden Hongkong auf der Biennale Venedig repräsentieren (Foto: mit freundlicher Genehmigung von HKMoA)

Die Metropole präsentiert im Rahmen der Collateral Events die zeitgenössische Künstlerin Angel Hui sowie den Medienkünstler Kingsley Ng, die beide die Schönheit des alltäglichen Lebens zelebrieren. Ng ließ sich vom Anblick der Venezianer inspirieren, die ihre Decken vor den Fenstern aufhängen — eine Szene, die unweigerlich an die Wohnsiedlungen seiner Heimatstadt erinnert, in denen die Bewohner traditionell Bambusstangen für ihre Wäsche verwenden. Hui, bekannt für ihre Neuinterpretation von Stickereien und chinesischer Keramik, bringt ihre charakteristische Goldfisch-Plastiktüten-Serie zu dem prestigeträchtigen Festival.

Japan und Südkorea

Tatler Asia
Above Ei Arakawa-Nash, der Japan auf der Biennale Venedig vertritt (Foto: mit freundlicher Genehmigung des Künstlers)

Der südkoreanische und der japanische Pavillon gehen eine historische Partnerschaft ein, um ihre komplexen Verbindungen in der modernen Geschichte zu erforschen. Der südkoreanische Pavillon besteht größtenteils aus Glas — einem fragilen und empfindlichen Material, das die oft angespannte geopolitische Lage der Region widerspiegelt. Zu den ausgestellten Künstlern zählen Choi Go-eun und Noh Hye-ri sowie die Literaturnobelpreisträgerin Han Kang. Kang präsentiert eine Installation, die von ihrem neuesten Werk We Do Not Part inspiriert ist und das Trauern als fortwährenden Prozess darstellt. Der in Los Angeles lebende Performance-Künstler Ei Arakawa-Nash vertritt Japan und zeigt Grass, Moon and Babies, eine interaktive Installation mit 200 Babypuppen. Die Besucher sind eingeladen, eine Puppe auszuwählen und eine Geste der Fürsorge zu vollziehen. Im Gegenzug erhalten sie einen QR-Code, der auf ein Geburtsdatum verweist, das mit historischen Ereignissen verknüpft ist, welche die japanischen und diasporischen Gemeinschaften nachhaltig geprägt haben.

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Taiwan

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Above Li Yi-Fan wird Taiwan während der Biennale Venedig vertreten (Bild: mit freundlicher Genehmigung des Künstlers)

Der Medienkünstler Li Yi-Fan zeigt “Screen Melancholy”, ein Werk im Rahmen des Collateral Events der Insel, das Game-Engines zur Bildgenerierung nutzt. Die Arbeit untersucht die vielschichtige Beziehung zwischen Individuen und Bildern in einer stark visuell geprägten Generation. Seine beunruhigenden “Puppen”-Charaktere, die in einem dunklen Keller platziert sind, philosophieren über Technologie und spiegeln so die tiefe Besorgnis wider, die aus der digitalen Transformation und der rasanten Entwicklung von generativer KI resultiert.

Katar

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Above Katar wird auf der Biennale Venedig mit einem neuen Pavillon präsent sein (Foto: mit freundlicher Genehmigung des Katar-Pavillons)

Infolge einer Partnerschaft zwischen den Qatar Museums und der Stadt Venedig hat Katar einen neuen permanenten Pavillon errichtet. Der in den Giardini gelegene und von Lina Ghotmeh entworfene Pavillon für 2026 trägt den Titel untitled 2026 (A Gathering of Remarkable People). Die Räumlichkeit zeichnet sich durch eine zeltartige Struktur von Rirkrit Tiravanija aus und präsentiert zudem einen experimentellen Film von Sophia Al-Maria sowie diverse Darbietungen.