Was als digitale Rettungsleine für den Einwanderer Concepcion in Zeiten der Isolation begann, hat sich zu einem tiefgründigen Zufluchtsort gewandelt: Eine Ausstellung, die dazu einlädt, sich den Dingen zu stellen, die wir nie auszusprechen wagten. Concepcion verwandelt anonyme Geständnisse in eine universelle Erfahrung.
Das Projekt “Things You Wanted To Say But Never Did” begann 2019 als einfache Aufforderung auf dem persönlichen Social-Media-Kanal von Geloy Concepcion, einem Preisträger des CCP Thirteen Artists Award. Nach seinem Umzug von Manila nach Kalifornien im Jahr 2017 durchlief Concepcion eine herausfordernde dreijährige Phase der Arbeitslosigkeit, die durch Sprachbarrieren und ein tiefes Gefühl der Entfremdung zusätzlich erschwert wurde.
Der Beginn der globalen Pandemie zwang ihn in die häusliche Isolation und verwandelte seine persönliche Entfremdung in eine kollektive Realität. Concepcion bemerkt, dass das Projekt eine direkte Reaktion auf diese Begrenzung war. Er erklärte: “Wenn ich unser Haus fotografiere oder das, was mir widerfährt, fühle ich mich in die Enge getrieben. Ich frage mich, was man in einer solchen Situation noch tun kann.”
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Above Der Künstler Geloy Concepcion präsentiert sein bewegendes Werk (Foto: Mit freundlicher Genehmigung des Künstlers).
Da er keine großartigen historischen Ereignisse im Außenraum festhalten konnte, wandte er sich dem Internet zu, um Kontakte zu knüpfen, und konzentrierte sich auf die Dokumentation alltäglicher “Mikrogeschichten”. Anfänglich schrieb er die anonymen Antworten, die er erhielt, direkt auf seine eigenen analogen Filmfotografien.
Als tausende Antworten sein Postfach fluteten, nutzte Concepcion zunehmend Google Forms für die Einreichungen. Um der enormen Menge gerecht zu werden, begann er, gefundene Fotografien – insbesondere Farbdias aus den 1960er bis 1980er Jahren von kalifornischen Flohmärkten – zu integrieren. Um die Verletzlichkeit der Absender zu schützen, hält Concepcion an der strengen Regel fest, keine Gesichter auf den Kunstwerken zu zeigen. Gelegentlich ersetzt er sie durch Bilder von Bergen oder Wolken, wenn ein Geständnis kein direktes visuelles Gegenstück besitzt.
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Above Eine Auswahl der 150 Fotografien von Geloy Concepcion aus dem Projekt “Things You Wanted to Say But Never Did” (Foto: Reeltime Photography / courtesy of Ateneo Art Gallery).
Die Überführung dieses riesigen digitalen Archivs in die Ateneo Art Gallery erforderte ein tiefes Verständnis für die Bildsprache von Concepcion. Er vertraute die kuratorische Leitung seines sechsjährigen Projekts seiner langjährigen Freundin Dennese Victoria an.
Ihre gemeinsame Geschichte als Praktikanten und spätere Kameraleute für die TV-Dokumentation “Storyline” im Jahr 2011 schuf eine solide Basis für kreatives Vertrauen. Als Concepcion das Projekt an Victoria übergab, sagte er nur, er brauche Hilfe, und ließ dem Galerie-Team gegenüber verlauten: “Ihr dürft das jetzt für mich interpretieren, ich vertraue euch voll und ganz.”

Above Ein intimer Ausschnitt der Installation von Concepcion, die Papiere und Texte kombiniert (Foto: Reeltime Photography / courtesy of Ateneo Art Gallery).
Victoria musste 1.831 Dateien sichten und beschrieb die Erfahrung als überwältigend. Es fühlte sich an, als würde sie von der emotionalen Bedürftigkeit förmlich verschlungen werden.
“Ich habe diese Arbeit nicht als reine Fotografie betrachtet. Es ging immer um den Wunsch, etwas festzuhalten... Wie hält man den Ozean mit bloßen Händen? Wessen Trauer, wessen Haus, wessen Leid über einen anderen Menschen verbirgt sich hier?”, so Victoria in ihren Kuratoren-Notizen.
Sie arbeitete akribisch und gruppierte unter anderem Briefe, in denen Männer von sexuellem Missbrauch berichteten, und fügte Notizen bei, die von den Verstorbenen träumen wollten. Obwohl Galerie-Mitarbeiter zunächst Bedenken äußerten, die Ausstellung könnte zu düster wirken, war Victoria fest davon überzeugt, der “Ganzheit der Menschen” Raum zu geben. Sie betonte, dass gerade die dunkelsten Teile unserer selbst mit Sorgfalt behandelt werden müssen.

Above Die Videoinstallation von Concepcion bildet einen wesentlichen Bestandteil der Ausstellung (Foto: Reeltime Photography / courtesy of Ateneo Art Gallery).
Die Ausstellung erstreckt sich über zwei Bereiche in der Wilson L Sy Prints & Drawings Gallery. Sie verbindet internationale digitale Einreichungen auf wunderbare Weise mit lokalen Briefen, die von freiwilligen Helfern gesammelt wurden. Victoria unterstrich die Intimität durch Installationen, bei denen Bilder auf Stoff statt auf harte Oberflächen projiziert werden, was die Wärme eines Zuhauses evoziert.

Above Blick in die Ausstellung von Concepcion in der Ateneo Art Gallery (Foto: Reeltime Photography / courtesy of Ateneo Art Gallery).
Es ist eine Umgebung, die Emotionen bewahrt, ergänzt durch einen Büchertisch von Arabella Paner. In den Büchern finden sich Briefe, die von Verlust und Heilung erzählen – etwa ein rührendes Ritual, bei dem die Mutter einer Überlebenden symbolisch auf das Meer projiziert wurde. Durch die Möglichkeit, eigene Geschichten zu hinterlassen, festigt das Projekt von Concepcion seinen Status als Zufluchtsort, in dem sich Besucher verstanden fühlen können.
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