Studio A Productions sorgt mit “Makara: The Musical” für Aufsehen in der lokalen Theaterszene. Die kühne, mythologisch inspirierte Tragödie überzeugt durch ihr enormes Potenzial, offenbart jedoch technische Eigenheiten.
Vom 6. Juni (14.30 und 19.30 Uhr) bis zum 7. Juni (19.30 Uhr) kehrt “Makara: The Musical” auf die Bühne des Proscenium Theater im Rockwell Center in Makati City zurück. Diese Produktion markiert das zehnte Originalstück der aufstrebenden Theatergruppe.
Das von Danna Bernardino geschriebene Stück entfaltet seine Geschichte in einem ruhigen Küstenort, der durch die Anwesenheit von Makara erschüttert wird. Sie ist eine Frau, deren Kopf von lebendigen Schlangen geziert wird und deren Blick Menschen zu Stein erstarren lassen kann. Das Stück wird von einer begabten Besetzung zum Leben erweckt, darunter Cherry Morena in der Titelrolle sowie Abbey Romero (Seraphyra), Eunice Somintac (Haliya) und Jeremy Manite (Sethran). Das Musical verwebt Themen wie Selbstfindung, Aufopferung und tiefen Verrat.
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Above Cherry Morena in der Titelrolle des Musicals Makara (Foto: Studio A Productions)
Im Zentrum dieser Tragödie steht das Konzept des “Blicks” — nicht nur Makaras buchstäbliche Augen, die alles zu Stein werden lassen, sondern die schweren, wertenden Blicke, die sich die Charaktere zuwerfen. Das Musical nutzt diesen Mythos, um dem Publikum einen Spiegel vorzuhalten und zu zeigen, wie unsere Wahrnehmung von Menschen Beziehungen zerstören kann.
Die Produktion untersucht diesen zerstörerischen Blick aus verschiedenen Perspektiven. Die männlichen Charaktere und die Dorfbewohner betrachten Makara mit Furcht und unmittelbarem Urteil. Da sie Teil der lokalen Folklore ist, entzieht ihr der Blick der Menschen die Menschlichkeit und stempelt sie sofort als gefährliches Monster ab. Ein weiterer Aspekt ist das Vorurteil zwischen den Geschlechtern. Als Reaktion auf eine feindselige Welt entwickeln die weiblichen Charaktere eine abwehrende Art, zurückzublicken. Es ist ein Blick, der aus Überlebensinstinkt geboren wurde. Das Musical zeigt eindrucksvoll, wie sich ein einziger Blick im Laufe der Zeit verändert. Was als unschuldige Bewunderung beginnt, wandelt sich schnell in den verblendeten Blick der Besessenheit. Wenn die Charaktere einander durch ihre eigenen egoistischen Wünsche betrachten, bricht das Vertrauen, was Makara und ihr Umfeld in ein selbstverschuldetes Chaos stürzt.
Above Eine Szene aus “Makara: The Musical” (Foto: Studio A Productions)
Musikalisch ist die Produktion beeindruckend. Die Hauptdarsteller sind stimmlich außergewöhnlich und meistern die anspruchsvollen Songs mit Bravour. Es gibt jedoch einen deutlichen Stilbruch zwischen dem Soundtrack und dem eigentlichen Schauplatz des Stücks.
Die Geschichte ist tief im Milieu eines philippinischen Fischerdorfes verwurzelt, in dem die Charaktere über lokale Realitäten wie lambat (Fischernetze) und danggit (getrockneter Fisch) singen. Dennoch wirkt die Partitur zeitweise unausgewogen, da sie in entscheidenden Szenen auf zeitgenössische Musikgenres setzt, die eher auf Showeffekte abzielen.
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Above Eine Szene aus “Makara: The Musical” (Foto: Studio A Productions)
Obwohl diese energiegeladenen Tracks und zeitgenössischen Choreografien das Publikum mitreißen, tendieren sie dazu, das harte Leben in Makara zu romantisieren. Die moderne Umsetzung lässt die sozioökonomischen Nöte des Dorfes in den Hintergrund treten und wirkt nostalgisch. Zudem schöpft das Stück das volle Potenzial des Ensembles selten aus, da große Musiknummern oft auf wenige Akteure beschränkt bleiben.
Hinter den Kulissen setzen die technischen Entscheidungen auf eine Noir-Ästhetik, die nicht jedermanns Sache ist. Um eine düstere Atmosphäre zu schaffen, wurden die Scheinwerfer auf starre Positionen begrenzt, was gelegentlich zu einer ineffektiven Ausleuchtung führte. Auch die zahlreichen Blackouts zwischen den Szenen mindern den dramaturgischen Fluss.
Above Eine Szene aus “Makara: The Musical” (Foto: Studio A Productions)
Während der temperamentvollen Choreografien wirken die abrupten Lichteffekte weniger wie ein organischer Teil der Erzählung, sondern eher wie Auftritte bei einem Popkonzert, die lose in Makara eingebettet sind.
Above Eine Szene aus “Makara: The Musical” (Foto: Studio A Productions)
Studio A ist bekannt für seine überraschenden Wendungen und hat sich in den letzten zwei Jahren eine loyale Gemeinschaft von über 50.000 Zuschauern durch intime Shows erarbeitet. Der Schritt auf eine größere Bühne mit einem komplexen mythologischen Drama wie Makara zeugt von großem Ehrgeiz.
Obwohl die Inszenierung durchwachsen ist — getragen von exzellentem Gesang, aber gebremst durch die Lichttechnik — beweist Studio A, dass sie mutige Risiken eingehen. Makara unterstreicht den aufstrebenden Weg dieser Theatergruppe, sich in der lokalen Szene dauerhaft zu etablieren.
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