Wenn die Technik von Sportwagen das strukturelle Design bestimmt, steht die funktionale Leistung im Vordergrund. Im exklusiven Gespräch mit Tatler erläutert der Entwickler Ko Chanond, wie die Architektur des Porsche Design Tower – von der Fahrwerksmechanik bis zum kinetischen Glas – die physischen Realitäten des Wohnens im Hochhaus neu definiert.
Um die Vision hinter der Architektur des Porsche Design Tower im Bangkoker Stadtteil Khlong Toei zu verstehen, muss man bewerten, wie der Entwickler Ko Chanond die täglichen Reibungspunkte des urbanen Lebens durch Hochleistungstechnik entschärfen will. Aus seiner Sicht bleiben traditionelle Hochhäuser durch strukturelle Kompromisse eingeschränkt: störende interne Laststützen, starres Glas, das tropische Hitze einschließt, akustische Beeinträchtigungen auf Straßenebene und umständliche unterirdische Parktransfers. Während eines privaten Previews im Stadtteil Thonglor für das 22 Wohneinheiten umfassende Landmark-Projekt, das im Dezember 2026 fertiggestellt werden soll, erläutert Chanond, wie die Anwendung automobiltechnischer Prinzipien auf das Wohndesign es seinem Team ermöglichte, diese architektonischen Beschränkungen zu überwinden.
“Beim Design von Sportwagen dient jede Linie, Kurve und Lufteinlass einem physikalischen Zweck – sei es die Reduzierung des Luftwiderstands oder die Erhöhung des Anpressdrucks”, erklärt Chanond gegenüber Tatler. “Wir wollten diese Denkweise auf die Wohnarchitektur übertragen. Aus unserer Perspektive gehört ein Element einfach nicht an das Gebäude, wenn es die Leistung für den Bewohner im Alltag nicht verbessert.”

Above Nahtloses Leben zwischen Innen und Außen: Integrierte Infinity-Pools und offene Terrassen umrahmen den Panoramablick auf die Stadtlandschaft rund um den Porsche Design Tower.
Die Debatte um interne Stützen: eine Exoskelett-Lösung für den Porsche Design Tower
Im konventionellen Hochhausbau ziehen sich massive Betonpfeiler durch den Wohnraum – eine Einschränkung, die laut Chanond Innenarchitekten zu starren Raumaufteilungen zwingt und die natürlichen Sichtachsen unterbricht.
Um dies zu lösen, adaptierte das Entwicklungsteam des Porsche Design Tower Prinzipien aus dem Motorsport-Monocoque-Chassis. Das prägende Merkmal der Architektur ist das sichtbare X-Frame-Exoskelett aus Stahl und Beton. Indem die strukturelle Lastabtragung an den äußeren Perimeter verlagert wurde, so Chanond, konnten die inneren Grundrisse vollständig von tragenden Stützen befreit werden.
“Wenn man die tragenden Säulen aus dem Wohnbereich entfernt, ändert sich die Funktion eines Zuhauses fundamental”, sagt Chanond. “Unserer Ansicht nach bietet der Wegfall interner Stützen dem Eigentümer wahre Autonomie bei der Raumgestaltung und ungehinderte Sichtachsen über die Skyline von Bangkok.”
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Umweltkontrolle: Aktives kinetisches Glas im Porsche Design Tower
Chanond weist darauf hin, dass moderne Glasfassaden meist als passive Hüllen fungieren, die Sonnenstrahlung einfangen und Klimaanlagen zu Dauerbetrieb zwingen, während sie kaum Schutz vor urbanem Lärm bieten.
In Anlehnung an die aktive Aerodynamik von Supersportwagen – bei der sich Spoiler dynamisch an Geschwindigkeit und Luftstrom anpassen – integrierte Chanond automatisierte, kinetische Glasfassaden namens “The Quadraslide”.
“Bangkok ist eine pulsierende tropische Metropole, aber die Bewohner wünschen sich volle Souveränität über ihre Umgebung”, erklärt Chanond. “Bei unserem Design lässt sich das Glas per Knopfdruck auffalten, um eine offene Terrasse zu schaffen, während es im geschlossenen Zustand einen luftdichten Akustikschild bildet. Aus unserer Perspektive sollte sich ein Gebäude aktiv an das Mikroklima anpassen, anstatt dagegen anzukämpfen.”
Das Konzept der privaten Sky-Garage
Aus Chanonds Sicht stellt die herkömmliche Heimkehr im Hochhaus – das Navigieren durch enge unterirdische Parkrampen, das Durchqueren düsterer Keller und das Warten auf geteilte Aufzüge – einen großen Reibungspunkt im exklusiven Wohnalltag dar.
Um zu testen, ob vertikales Fahren dies lösen kann, entwarf Chanond “The Loop”, eine spiralförmige Auffahrtsrampe, die vom Erdgeschoss direkt zu den Wohneinheiten führt. Die Fahrzeuge gelangen so in die “Passion Spaces” – private, klimatisierte Sky-Garagen direkt neben dem Hauptwohnbereich des Porsche Design Tower.
“Die Ankunft zu Hause sollte privat und mühelos sein”, bemerkt Chanond. “Statt in der Tiefgarage zu parken und den Serviceaufzug zu nutzen, verwandelt das direkte Fahren bis zur eigenen Etage die Heimkehr in ein nahtloses, privates Ritual.”

Above Kontinuierlicher Naturstein und präzisionsgefertigte Armaturen spiegeln die These von Ko Chanond wider, dass Wohneinheiten im Porsche Design Tower die physische Beständigkeit klassischer Maschinen besitzen sollten.
Analog gegen digital: Chanonds Plädoyer für mechanische Präzision
Während viele moderne Projekte digitale Touchscreens und automatisierte Smartphone-Steuerungen fördern, glaubt Chanond, dass eine Überdigitalisierung durch Software-Verzögerungen, Komplexität und schnelle Veralterung unnötige Reibung erzeugt.
In den Residenzen des Porsche Design Tower bestand Chanond darauf, zerbrechliche Bildschirme durch maßgefertigte Schalter aus massivem Aluminium, schwere Rändelmetallgriffe und präzisionsgefertigte Drehregler zu ersetzen.
“Digitale Bildschirme altern schnell und erfordern ständige Updates”, argumentiert Chanond. “Wir glauben, dass wahre mechanische Präzision zeitlos ist. Wenn Sie einen massiven Aluminium-Drehknopf bedienen, interagieren Sie mit mechanischer Qualität, die dafür gebaut ist, über Generationen zuverlässig zu funktionieren.”
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