Benannt nach The Continental, der fiktiven Luxushotelkette im “John Wick”-Universum, entfaltet dieses Zuhause in Surabaya für eine neunköpfige Familie kinoreife Innenräume, in denen laut dem Architekten Weiß keine Farbe ist
In einer der prestigeträchtigsten Wohngegenden von Surabaya steht ein Haus, das schlicht als The Continental bekannt ist. Die von BK Studio für eine neunköpfige Mehrgenerationenfamilie entworfene, vierstöckige Residenz mit rund 2.800 Quadratmetern wurde nach der fiktiven Luxushotelkette im John Wick-Filmuniversum benannt. Jedes Hotel dieser Kette ist als ein opulent gestalteter Zufluchtsort für Attentäter konzipiert, die auf dem Gelände bestimmte Verhaltenskodizes einhalten müssen, um ihre Mitgliedschaft nicht zu verlieren.
Dass das Designkonzept des Hauses die Ästhetik des fiktiven Hotels aufgriff, ergab sich auf eine glückliche und natürliche Weise. Hilfreich war dabei, dass der Hausherr bereits die passenden Voraussetzungen mitbrachte, um dieses anspruchsvolle Konzept in die Realität umzusetzen. Er war kein Anhänger des Minimalismus, dafür jedoch ein leidenschaftlicher Bewunderer des klassischen Kinos. Seine umfangreiche Sammlung von Oldtimern, analogen Kameras und Schallplatten beschreibt der Architekt Budi Kurniawan, Gründer von BK Studio, als eine “Sensibilität der alten Seele”—eine tiefe Wertschätzung für Objekte mit Geschichte und Herkunft.
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Above Die Fassade von The Continental erinnert an historische europäische Architektur und wird von einer durch Nadelbäume geprägten Landschaft umrahmt

Above Auf der gegenüberliegenden Fassade wechselt The Continental zu einem weitaus moderneren architektonischen Ausdruck
Das bestehende Grundstück glich einer leeren Leinwand. Da der Bauherr BK Studio mit der Architektur, dem Innendesign, der Lichtgestaltung sowie der Beschaffung der Einrichtung für den Neubau betraute, bot sich die einmalige Gelegenheit, von Grund auf eine vollkommen stimmige Vision zu entwickeln.

Above Ein silhouettierter Raumteiler im Foyer kreiert einen geradezu poetischen Moment im The Continental

Above Eine tiefblaue Konsole und ein vergoldeter Spiegel setzen brillante Akzente in diesem überaus detailreichen Foyer
“Uns faszinierte die Idee des The Continental als ein geschützter Raum inmitten einer chaotischen Stadt”, erklärt Kurniawan. “Ein Ort, an dem Identitäten anerkannt und Grenzen respektiert werden.” Dieses Konzept bildete den idealen Rahmen für eine private häusliche Welt, die durch Atmosphäre, räumliche Abfolge und Charakter definiert wird.

Above Im The Continental führt ein gerahmter Blickfall direkt vom Wohnzimmer in die angrenzende Küche

Above Eine farbliche Komposition aus Orange und Grün verleiht dem Raum eine besondere Frische, betrachtet vom Foyer des The Continental

Above Ein langgestreckter Esstisch harmoniert wunderbar mit funkelnden Kronleuchtern, rostbraunen Wänden und klassischen Holzvertäfelungen
In schillerndem Technicolor
Während die Regeln des fiktiven The Continental besagen, dass “kein Blut vergossen werden darf”, lautet Kurniawans Grundsatz für dieses Haus: “Weiß ist keine Farbe”. Dies diente als Leitmotiv für das Innendesign, bei dem Farbe zum primären Instrument der atmosphärischen Gestaltung avanciert.
Tiefe Grüntöne, strukturierte Orangenuancen und vielschichtige Textilien ersetzen den blassen Minimalismus, der oftmals mit zeitgenössischen Luxusresidenzen assoziiert wird. Die fünf bisher im Filmuniversum in Erscheinung getretenen Standorte der The Continental Hotels—New York, Rom, Casablanca, Osaka und Paris—teilen allesamt einen mondänen Glamour der alten Welt, der durch Elemente verschönert wird, bei denen Ost auf West trifft.

Above Eine raffiniert arrangierte Ecke lädt unter einem funkelnden Kristallkronleuchter zum Verweilen ein

Above Grün getäfelte Wände, Spiegelelemente und Messingkronleuchter verleihen diesem Korridor eine dezente Anmutung des Spiegelsaals von Versailles

Above Die Anrichte kombiniert tiefgrüne Schränke mit eleganten Messingakzenten und einer edlen Marmorinsel
Muster durchziehen die gesamten Innenräume in Form von Damaststoffen, fernöstlichen Motiven und strukturierten Streifen. Sie sind so sorgfältig arrangiert, dass jeder Raum seine eigene Persönlichkeit entfaltet, während er stets mit der übergeordneten Erzählung des Hauses verbunden bleibt.
Für Kurniawan war diese Entscheidung sowohl ästhetischer als auch emotionaler Natur. Die Interessen des Hausherrn wiesen bereits in genau diese Richtung. “Ihre Sammlungen sind keine reinen Dekorationsobjekte”, betont Kurniawan. “Sie sind wahrhafte Erweiterungen ihrer eigenen Identität.”

Above Die Aufzugslobby im The Continental erstrahlt in Grün, wobei ein nostalgischer Zeiger die jeweiligen Stockwerke markiert

Above Ein Bogenfenster rahmt die Silhouette eines Sessels und eines klassischen Grammophons im The Continental kunstvoll ein
Pariser Boiserien bilden das architektonische Rückgrat zahlreicher Räume und sorgen für Struktur sowie Proportion, während fernöstliche Antiquitäten und gemusterte Textilien Wärme sowie historische Resonanz einbringen. Keramiken aus der Qing-Dynastie werden neben klassischen und zeitgenössischen westlichen Möbeln präsentiert, was eine Umgebung schafft, die gleichermaßen wohnlich wie auch überaus erlesen wirkt.

Above Boiserien im Pariser Stil umrahmen eine Doppeltür vor den charakteristischen orangefarbenen Wänden des luxuriösen Hauses

Above Eine Reihe von Durchgängen eröffnet einen faszinierenden, vielschichtigen Blick durch das gesamte Haus

Above Ein historischer Friseurstuhl und ein Theaterspiegel verleihen diesem exklusiven Ankleidezimmer ein wahrhaft kinoreifes Flair
Das Licht spielt in dieser Komposition eine essenzielle Rolle, da es Oberflächen modelliert und subtile Kontraste zwischen Schatten sowie Texturen kreiert. Wenn das Tageslicht durch das Haus wandert, verändern sich die Farben und die Muster treten unterschiedlich in Erscheinung, wodurch sich die Räume im Laufe des Tages stetig wandeln.
Kurniawan beschreibt den Beschaffungsprozess der neuen Möbelstücke als außergewöhnlich akribisch. “Jedes bedeutende Stück wurde einzeln vorgeschlagen und ausgiebig mit den Eigentümern besprochen”, erklärt er.
Dieser intensive Dialog ermöglichte es den Innenräumen, sich organisch zu entwickeln und die persönlichen Interessen sowie Sammlungen der Familie perfekt widerzuspiegeln. Jeder Raum besitzt seine eigene Farbpalette und Identität, bleibt jedoch durch den architektonischen Rahmen der Boiserien und Muster stets miteinander verbunden.

Above Moderne Kunstwerke vor orangefarbenen Wänden verleihen den neoklassizistischen Innenräumen eine bemerkenswerte zeitgenössische Dimension

Above Ein eleganter Schreibtisch steht vor üppig strukturierten Wänden, die mit prunkvollen vergoldeten Zierleisten geschmückt sind

Above Schwere Vorhänge im Arbeitszimmer ermöglichen eine variable Privatsphäre und werfen eine überaus dramatische Silhouette
Ein privates Refugium
Das Haus wurde zudem so konzipiert, dass es mit der Effizienz eines Boutique-Hotels funktioniert—ein Ansatz, der perfekt mit der Referenz an The Continental als Herzstück des Konzeptes harmoniert.
Die räumliche Reise beginnt am Eingang der Residenz, wo sich die Architektur bewusst verdichtet, bevor sie sich in die weitläufige Hauptwohnebene öffnet. Von dieser komprimierten Schwelle aus weitet sich das Haus in eine Abfolge von Salons, die für geselliges Beisammensein und stilvolle Empfänge entworfen wurden. Jeder Raum geht in einer wunderbaren Symphonie aus Farben und dekorativen Vignetten in den nächsten über.

Above Mit Messing gerahmte Schränke und ein antiker Schreibtisch verleihen dem Arbeitszimmer eine ruhige Raffinesse

Above Ein exklusiver Blick in das Badezimmer des The Continental offenbart elegante, marineblaue Schränke

Above Dunkle Vertäfelungen, messinggerahmte Schränke und ein edler Schreibtisch verleihen dem Arbeitszimmer eine ruhige Raffinesse
In den oberen Stockwerken verändert sich die Atmosphäre allmählich. Auf den mittleren Ebenen befinden sich halbprivate Familienbereiche, während die oberste Etage in ruhigere und intimere Räume übergeht. Hier weicht die Dramatik der unteren Ebenen auf. Die Schlafzimmer werden zu wahren Rückzugsorten, die auf Ruhe und Privatsphäre ausgelegt sind, ohne sich jedoch vollständig vom pulsierenden Leben des Haushalts abzukoppeln.

Above Gestreifte Tapeten, kunstvolle Spiegel und terrakottafarbene Wände setzen die bezaubernde Ästhetik der alten Welt des Hauses fort

Above Ein vergoldeter Spiegel auf gestreifter Tapete im The Continental kontrastiert gekonnt den Glamour der alten mit dem der neuen Welt

Above Ein vielschichtiger Blick auf das Badezimmer und den Waschtisch im The Continental, untermalt mit einem Kronleuchter, Terrakotta-Oberflächen und einer klassischen freistehenden Badewanne
Privatsphäre, clevere Aufbewahrungssysteme und die Wege für das Personal wurden sorgfältig organisiert, um den täglichen Rhythmus einer großen Familie optimal zu unterstützen. Hinter den opulenten Innenräumen verbirgt sich eine durchdachte und praktische Struktur, die einen reibungslosen Ablauf im Alltag gewährleistet.

Above Ein dunkler, glänzender Marmorboden im The Continental verleiht dem Raum eine geheimnisvolle Aura, die das “John Wick”-Universum widerspiegelt

Above Beim Hinabsteigen der Wendeltreppe in der Master-Suite entfaltet sich ein dunkler, überaus eleganter Anblick

Above Eine aus dunklem Holz gefertigte Treppe windet sich äußerst elegant durch die verschiedenen Ebenen des The Continental
Die umliegende Landschaft bildet einen weichen Kontrapunkt zur strengen Struktur der Architektur. Skulpturale Bäume rahmen Innenhöfe und Terrassen ein und filtern das Tageslicht, das sanft in die Innenräume strömt.
Für Kurniawan verstärken diese Elemente die zentrale Idee des Projekts. “Das Haus wurde zu weit mehr als nur einer Residenz”, resümiert er. “Es wurde als privates Refugium für die Familie konzipiert—ein Ort, an dem sie sich von der Außenwelt zurückziehen und ganz sie selbst sein können.”

Above Tiefblaue Wände rahmen das Bett ein, flankiert von Pendelleuchten aus der Neverending Glory-Serie von Lasvit, die historischen Theaterkronleuchtern nachempfunden sind

Above Im The Continental blickt das luxuriös gestaltete Master-Schlafzimmer direkt auf den wunderschönen, weitläufigen Garten hinaus

Above Vergoldete Motive und eine tiefgrüne Holzvertäfelung rahmen das luxuriöse Bett im Schlafzimmer eindrucksvoll ein
Credits
Photography: Tommaso Riva




