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Cover Eine vielfältige Auswahl an verschiedenen “Mushroom”-Sorten (Foto: Irina Iacob/Unsplash)
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Vom Lion’s-Mane-Latte bis zum “Chagaccino” — adaptogene “Mushroom”-Sorten sind in aller Munde, doch ihre Wirkung ist komplexer als gedacht.

Ob als Pulver, Kapsel oder Fruchtgummi: Adaptogene und funktionelle “Mushroom”-Ergänzungsmittel versprechen viel, von mehr Energie und Stressabbau bis hin zur Stärkung des Immunsystems oder sogar der Begleitung von Krebstherapien. Trotz des medialen Hypes warnen Gesundheitsexperten: Aufgrund begrenzter klinischer Studien sollten diese Pilze eher als ergänzende Tools für das allgemeine Wohlbefinden betrachtet werden, nicht als definitive Heilmittel.

Um Ihnen zu helfen, den Überblick über die “Mushroom”-Trends zu behalten, haben wir aufgeschlüsselt, was genau adaptogene Pilze sind, wie sie wirken und welche Sorten Sie kennen sollten.

Was sind Adaptogene und adaptogene “Mushroom”-Sorten?

Der Begriff Adaptogen wurde 1947 vom russischen Wissenschaftler Nikolai Lazarev geprägt und bezeichnet eine natürliche Substanz, die dem Körper helfen soll, Stress besser zu bewältigen. Ein echtes Adaptogen muss nach traditioneller Definition drei Kriterien erfüllen: Es unterstützt bei der Stressbewältigung, ist in normalen Dosen ungiftig und hilft, das physiologische Gleichgewicht des Körpers wiederherzustellen.

Sie kommen in bestimmten Kräutern, Pflanzen und Pilzen vor und unterstützen den Körper dabei, sich an physischen und emotionalen Stress anzupassen. Anstatt nur ein spezifisches Leiden zu bekämpfen, sollen sie die Balance fördern und die Regeneration unterstützen. Adaptogene sind als Kapseln, Pulver, Tees oder Extrakte erhältlich und lassen sich in Smoothies, Suppen oder Kaffee integrieren.

Während Adaptogene die Stressreaktion unterstützen, ist der Begriff der funktionellen “Mushroom”-Arten weiter gefasst. Er umfasst Pilze, die gesundheitliche Vorteile bieten — etwa für das Immunsystem, die kognitive Gesundheit oder die Haut. Nicht jeder funktionelle Pilz ist automatisch ein Adaptogen, auch wenn diese Begriffe in der Wellnessbranche oft synonym verwendet werden.

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Above Eine Auswahl verschiedener “Mushroom”-Sorten (Foto: an_vision/Unsplash)
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Für wen sind adaptogene “Mushroom”-Präparate geeignet?

Obwohl adaptogene “Mushroom”-Extrakte für die meisten gesunden Erwachsenen sicher sind, sollten Sie vor der Einnahme Rücksprache mit einem Arzt halten, insbesondere wenn Sie schwanger sind, stillen oder Ergänzungsmittel für Kinder in Erwägung ziehen.

Personen, die blutverdünnende Medikamente einnehmen oder unter Allergien, Autoimmunerkrankungen oder Störungen des Blutzuckerspiegels leiden, sollten Vorsicht walten lassen, da bestimmte Pilzextrakte die Wirkung von Medikamenten beeinflussen können.

Was sind die wichtigsten adaptogenen “Mushroom”-Sorten?

Lion’s Mane (Igelstachelbart)

Bekannt für sein zotteliges Aussehen, ist der Igelstachelbart einer der bekanntesten adaptogenen Pilze weltweit.

Studien, unter anderem von Forschern der Universität Genf, haben gezeigt, dass die Einnahme von Lion’s Mane die Schlafqualität und Stimmung bei Patienten verbessern kann. Erste Untersuchungen deuten darauf hin, dass er zudem kognitive Funktionen unterstützen könnte, wenngleich noch größere klinische Studien notwendig sind.

Reishi

Der in der Traditionellen Chinesischen Medizin geschätzte Reishi, oft als “Pilz der Unsterblichkeit” bezeichnet, wurde lange untersucht, um Erschöpfung zu lindern und das Herz-Kreislauf-System zu unterstützen.

Reishi ist reich an entzündungshemmenden Verbindungen. Eine Studie aus dem Jahr 2024 im British Journal of Nutrition belegte, dass der Pilz die T-Lymphozyten-Funktion regulieren kann, was auf eine Stärkung der körpereigenen Abwehrkräfte bei älteren Frauen hindeutet.

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Above Eine Tasse mit “Mushroom”-Extrakt (Foto: NoonBrew/Unsplash)
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Shiitake

Der Shiitake wird seit der Ming-Dynastie in China kultiviert und traditionell zur Bekämpfung von Müdigkeit sowie zur Herzstärkung eingesetzt. Er gilt heute weniger als Adaptogen, sondern vielmehr als funktioneller Speisepilz. 

Lentinan, ein aus Shiitake gewonnenes Beta-Glucan, wird in der komplementären Krebstherapie untersucht, da es das Immunsystem stimulieren kann, um gezielt gegen Tumorzellen vorzugehen.

Maitake

Der Maitake stammt ursprünglich aus Japan und wird für seinen erdigen Geschmack geschätzt. Er gilt als funktioneller Pilz, der möglicherweise hilft, Entzündungen zu hemmen und den Insulinstoffwechsel zu regulieren.

In einer kleinen Studie der Kobe Pharmaceutical University wurde der Extrakt mit einer Symptomverbesserung bei verschiedenen Krebsarten assoziiert, was den Bedarf an weiteren klinischen Studien unterstreicht.

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Above Frische Pilze in der Natur (Foto: Kier in Sight Archives/Unsplash)
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Chaga

Der Chaga-Pilz sieht aus wie glühende Kohle und ist in kalten Regionen beheimatet. Er wird in der Volksmedizin Nordeuropas und Asiens zur Stärkung des Immunsystems genutzt.

Laborforschung aus Südkorea deutet darauf hin, dass Chaga-Extrakt Marker für Alzheimer reduzieren könnte. Da klinische Studien am Menschen jedoch noch fehlen, ist seine Wirksamkeit noch nicht abschließend belegt.

Cordyceps

Der oft als “Energie-Pilz” bezeichnete Cordyceps soll die sportliche Leistungsfähigkeit steigern, indem er die Sauerstoffnutzung und Durchblutung fördert.

Studien deuten auf Vorteile für die Nierenfunktion hin. Zwar gibt es Hinweise auf antidiabetische Effekte, aber auch hier bleibt die Forschung abzuwarten, um belastbare Empfehlungen auszusprechen.

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Above Ein Wald voller Pilze bei Tageslicht (Foto: James Wainscoat/Unsplash)
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Schmetterlingstramete (Turkey Tail)

Bekannt als Yun Zhi in der Traditionellen Chinesischen Medizin, wird dieser Pilz zur Unterstützung der Atemwege verwendet.

In Japan ist ein aus dem Pilz gewonnenes Polysaccharid als begleitende Krebstherapie zugelassen, um die Immunantwort zu stärken. Die Wirksamkeit von Nahrungsergänzungsmitteln auf Basis der Schmetterlingstramete variiert jedoch stark.

Tremella

Der als “Schönheitspilz” bekannte Tremella wird für seine hautpflegenden Eigenschaften geschätzt. Forscher untersuchen aktuell seine antioxidativen Wirkungen zum Schutz der Haut vor UV-Schäden.

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Above Nahrungsergänzungsmittel mit “Mushroom”-Extrakt (Foto: Supliful - Supplements On Demand / Unsplash)
Photo: Supliful - Supplements On Demand / Unsplash

Wann sollten adaptogene “Mushroom”-Extrakte eingenommen werden?

Es gibt nur wenig Evidenz dazu, ob die Tageszeit die Wirkung maßgeblich beeinflusst. Dennoch bevorzugen viele Lion’s Mane und Cordyceps am Morgen, da sie als Energie- und Konzentrationsbooster bekannt sind. Reishi wird hingegen abends konsumiert, um die Entspannung und den Schlaf zu fördern.

Entscheidender als der Zeitpunkt ist die Beständigkeit. Die gesundheitlichen Vorteile von “Mushroom”-Produkten zeigen sich in der Regel erst durch langfristige Einnahme.

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