Von Upcycling und der Kreation kostbaren Papierschmucks bis hin zur Neugestaltung des Korsetts: Erfahren Sie, warum die Punk-Königin Vivienne Westwood auch nach ihrer Zeit eine treibende Kraft in der Mode bleibt.
Zerbrochenes Glas, Hühnerknochen, Kuhglocken und zerknüllte Coca-Cola-Dosen sind kaum Materialien, die man gemeinhin mit Haute Couture in Verbindung bringt. Doch in den Augen von Vivienne Westwood verhielt sich dies gänzlich anders. Die englische Modedesignerin und Geschäftsfrau baute eine Karriere auf, die von einem innovativen Ethos geprägt war, bei dem „Müll“ in atemberaubende Statement-Stücke mit persönlicher Bedeutung verwandelt werden konnte.
Als „Mutter des Punks“ bezeichnet, prägte Westwood die Londoner Punk-Subkultur der 1970er Jahre durch rebellische Designs und kleidete bekanntermaßen die wegweisende Punkband Sex Pistols ein. Zwischen den 1980er und 2000er Jahren wandelte sich ihr Stil vom Punk zum Historismus, wobei sie als Pionierin moderne Neuinterpretationen traditioneller Gewänder schuf. Die Designerin war zudem eine leidenschaftliche Aktivistin, die den Laufsteg als Plattform nutzte, um auf Klimawandel, Nachhaltigkeit und Menschenrechte aufmerksam zu machen.
Vivienne Westwood & Jewellery ist eine aktuelle, umfassende Ausstellung, die ihre kreative Reise nachzeichnet und vier Jahrzehnte ihrer Laufsteg-Designs präsentiert. Die 2025 gestartete Schau befindet sich nun auf ihrer Asien-Etappe und wurde diese Woche im SJM Macau eröffnet, der ersten Station in der Region Südchina. Die Ausstellung zeigt etwa 600 Exponate, die auf acht Räume verteilt sind. Die Themen reichen von den Ursprüngen des Punks über die ökologische Philosophie des „Do It Yourself“ bis hin zu einer Erkundung der Parure des 18. Jahrhunderts.
Hier sind fünf ikonische Designs von Vivienne Westwood, die das weltweite Verständnis von Haute Joaillerie und Mode nachhaltig veränderten:
Das unabhängige Korsett

Above Von Vivienne Westwood entworfene Korsetts (Foto: Tatler Hong Kong)
Das Tragen eines Korsetts war früher eine Aufgabe für zwei Personen, da jemand die Schnürungen binden musste. Vivienne Westwood gehörte zu den ersten Designerinnen, die dieses Kleidungsstück neu erfanden, indem sie einen Reißverschluss hinzufügte. Dies ermöglichte es Frauen, sich selbst anzukleiden — ein bemerkenswertes Zeichen der Unabhängigkeit.
„Trash“-Schmuck

Above Eine Halskette aus zerbrochenem Glas von Vivienne Westwood (Foto: Tatler Hong Kong)

Above Eine Sicherheitsnadel mit Hühnerknochen, entworfen von Vivienne Westwood (Foto: Tatler Hong Kong)
Westwood ermutigte die Menschen, mit alltäglichen Gegenständen kreativ umzugehen — eine Praxis, die in der Punk-Bewegung verwurzelt ist. Sie verwandelte alltägliche Materialien wie Cola-Dosen, Kartonverpackungen, Besteck und Muttern in ausdrucksstarke Armbänder und Halsketten.
Sicherheitsnadeln, die erstmals in ihrer Londoner Boutique „Sex“ verwendet wurden, sind heute ein wesentlicher Bestandteil der Ikonografie des Modehauses.
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„Broken Pearl“-Halskette

Above Mitte: Die „Broken Pearl“-Kreation von Vivienne Westwood (Foto: Tatler Hong Kong)
Für die Kollektion Storm in a Teacup imaginierte Westwoods Ehemann, Andreas Kronthaler, eine chaotische Szenerie, in der Gegenstände zerspringen. Dies führte zur „zerbrochenen“ Perlenkette, die so entworfen wurde, als sei sie gerissen, wobei die Perlen elegant herabhängen, als würden sie gerade abfallen.
Pappmaché-Schmuck

Above Tiara und Ohrringe aus Pappmaché von Vivienne Westwood (Foto: Tatler Hong Kong)
Inspiriert von der Zeichnung einer kostbaren Tiara aus dem 17. Jahrhundert, verwandelte Vivienne Westwood einen Papierentwurf in tatsächlichen Schmuck. Ausschließlich aus Papier und Klebstoff kreierte sie Tiaras, die als sarkastischer Kontrast zur typischen Haute Joaillerie dienten. Im Jahr 2017 trug sie bekanntermaßen auf der London Fashion Week eine Papierkrone mit der Aufschrift „Ecotricity“, um gegen den Klimawandel zu protestieren.
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Ghost Frame-Ohrringe

Above Ghost Frame-Ohrringe und Tiara, entworfen von Vivienne Westwood (Foto: Tatler Hong Kong)
Westwood kreierte Ohrringe, die lediglich aus dem Metallrahmen bestanden und auf Edelsteine verzichteten. Diese Stücke erinnern an das 18. Jahrhundert, als Adlige auf der Flucht vor der Französischen Revolution die Diamanten aus ihren Tiaras lösten, um sie leichter transportieren zu können, und das reine Metall zurückließen. Diese „geisterhaften“ Rahmen tragen das Gewicht jener Geschichte in sich.
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