In der Kampagne zur FENDI Herbst/Winter 2026/27-Kollektion entwirft Maria Grazia Chiuri eine Vision, die auf dem Konzept einer geteilten Garderobe basiert, während Fotografin Jo Ann Callis die feinen Grenzen zwischen Menschen auslotet.
Die Kampagne für Herbst/Winter 2026/27 markiert die erste Kollektion von Maria Grazia Chiuri als Creative Director bei FENDI. An ihrer Seite steht die Fotografin Jo Ann Callis, die die menschliche Verbundenheit als Ausgangspunkt für diese neue Bildserie wählt. Die FENDI Kollektion spiegelt dabei eine tiefere Auseinandersetzung mit Identität wider.
Verbindung ist ein essenzieller Bestandteil des Lebens. Menschen streben stets danach, verstanden zu werden, während sie gleichzeitig einen Teil ihrer Zerbrechlichkeit schützen möchten. Genau dieses Spannungsfeld zieht sich als emotionaler roter Faden durch die gesamte FENDI-Kampagne, in der die Protagonisten einerseits aufeinander zugehen und andererseits eine gewisse Distanz wahren.
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Eine Garderobe für zwei Welten
In der Vision von Maria Grazia Chiuri für Herbst/Winter 2026/27 dreht sich alles um das Konzept einer gemeinsamen Garderobe. Herren- und Damenmode treten in einen Dialog, schaffen Schnittmengen in Form, Material und Geist, bewahren jedoch die subtilen Unterschiede, die den individuellen Charakter jeder Person definieren.
Die Ähnlichkeit in der Kleidung führt keineswegs zu einer Uniformität. Im Gegenteil: Indem maskuline und feminine Elemente nebeneinander platziert werden, treten die spezifischen Merkmale noch deutlicher hervor. Eine Frau in Menswear-inspirierten Entwürfen offenbart ihre Weiblichkeit auf neue Weise, während maskuline Konturen durch das Zusammenspiel mit dem Körper und seiner Bewegung betont werden, was den exklusiven Luxus von FENDI unterstreicht.

Above Detailaufnahme der neuen FENDI-Kollektion Herbst/Winter 2026/27.

Above Die Ästhetik der FENDI-Kampagne fängt flüchtige Momente der Nähe ein.

Above Jo Ann Callis inszeniert FENDI-Looks in einem poetischen Ambiente.
Jo Ann Callis legt ein besonderes Augenmerk auf Gesten. Jede Bewegung im Bild trägt einen inneren Zustand in sich und erzeugt einen lautlosen Dialog zwischen den Personen. Die Distanz zwischen ihnen wird zum Teil der Erzählung, denn räumliche Nähe bedeutet nicht automatisch emotionale Verbundenheit.
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Rom zwischen Realität und Traum
Callis begann ihren kreativen Prozess mit Skizzen, die das Thema, die Gesten und die Beziehung zwischen den Charakteren festhielten. Jedes Foto wurde anschließend wie ein stiller Moment einer größeren Geschichte konzipiert, die der Betrachter selbst in Gedanken weiterführen darf.

Above Modelle in den neuesten Entwürfen der FENDI Fall Winter 2026/27-Kollektion.

Above Räumliche Tiefe und FENDI-Mode verschmelzen in dieser eindrucksvollen Fotografie.
Dieser Ansatz erinnert an die Körpersprache von Pina Bausch, insbesondere darin, wie Distanz und Nähe zu Instrumenten des emotionalen Ausdrucks werden. Die Personen auf den Bildern mögen im selben Raum anwesend sein, doch zwischen ihnen herrscht eine spürbare Spannung.
Auch Rom agiert als zentrale Figur der Kampagne. Die Architektur, das Interieur und die historischen Spuren der Stadt bilden den perfekten Hintergrund für eine Erzählung über Zeit, Erinnerung und das FENDI-Erbe, die Callis hier vermittelt.

Above Die Kulisse der italienischen Hauptstadt unterstreicht die Eleganz der FENDI-Modelle.

Above Ein meisterhaftes Zusammenspiel von Licht und Schatten in der neuen FENDI-Kampagne.
Licht, Vorhänge, Wandleuchten und die Art und Weise, wie sich die Stoffe vor der Lichtquelle bewegen, wurden als bewusste Elemente der Komposition genutzt. In Verbindung mit FENDI-Kleidung und Accessoires löst sich die Szenerie vom Alltag und vermittelt das Gefühl, in einen Traum einzutreten.
Letztendlich versucht die Herbst/Winter-Kampagne 2026/27 nicht, das Phänomen der menschlichen Verbindung vollständig zu erklären. Vielmehr sind es die gewahrten Abstände, die unvollendeten Gesten und die flüchtigen Blicke, die einen wesentlichen Teil der Geschichte ausmachen. In der Welt, die Jo Ann Callis für FENDI erschafft, ist es gerade das Unerreichbare im Gegenüber, das das Bedürfnis nach Verbindung umso tiefer erscheinen lässt.
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