Vor der At One Impact Week in Singapur spricht Tatler exklusiv mit Tai Sook Yee, Vorsitzende der NO.17 Foundation, darüber, warum Asiens Family Offices Empathie und Vertrauen in den Mittelpunkt ihrer langfristigen Kapitalallokation stellen.
Da Wirtschaftsführer, Leiter von Family Offices und institutionelle Investoren diesen Monat zur At One Impact Week 2026 in Singapur zusammenkommen, basiert die Prämisse der Vorstandssitzungen auf einem ungewöhnlichen Gedanken: Liebe als Infrastruktur. Das ist ein zentrales Thema für das wirtschaftliche Ökosystem in Asien.
Der Gipfel vertritt ein direktes Argument: Empathie und Vertrauen gehören in Bilanzen, Corporate Governance und Kapitalallokationsmodelle. Für Unternehmen, die eine dauerhafte Widerstandsfähigkeit anstreben, müssen diese menschlichen Werte strukturell verankert werden. Die Stärkung des Sektors in Asien bleibt dabei ein vorrangiges Ziel.
In exklusiven Einblicken gegenüber Tatler Asia erläutert Tai Sook Yee, Vorsitzende der NO.17 Foundation und eine der Hauptarchitekten des Gipfels an der Seite des TPC Family Office, wie diese unkonventionelle These vermögenden Führungskräften einen klaren Leitfaden bietet, um sowohl ihr Vermögen als auch die gesellschaftliche Gesundheit in Asien zu schützen. Die Veranstaltung findet parallel zu At One – All is Well 2026 diese Woche in Singapur statt.
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Die Fragilität des persönlichen Wohlwollens in Asien
“Empathie, die nur in einer Person existiert, ist zerbrechlich”, sagt Tai. “Sie schwankt mit der Stimmung, der Amtszeit und dem Marktzyklus. Infrastruktur hingegen ist das, was Bestand hat, wenn das gute Wohlwollen erschöpft ist.” Dies gilt besonders für die wirtschaftliche Entwicklung in Asien.
Ein Jahrhundert lang trennte die globale Wirtschaft Strategie und Effizienz von Fürsorge und Gemeinschaft. Während Kapitalallokation in Vorständen diskutiert wurde, übertrug man soziale Verantwortung an externe Abteilungen oder Stiftungen. Tai betrachtet die aktuellen systemischen Ungleichgewichte als Konstruktionsfehler, die aus der reinen Optimierung auf kurzfristige Erträge resultieren.
“Liebe durchläuft in unserem Vokabular drei Stadien”, erklärt Tai. “Sie beginnt als Absicht, der Wunsch, dass es anderen gut geht. Sie drückt sich durch Handeln aus, wie wir führen und entscheiden. Und sie muss in Systeme eingebaut werden, damit sie skalieren, andauern und jeden Einzelnen überdauern kann.”
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Der Wandel vollzieht sich von der Frage 'Was besitze ich?' hin zur Frage 'Was bin ich hier, um zu ermöglichen?'
Die Finanzierung des asiatischen Bindegewebes
Ein zentrales Ziel der Impact Week ist es, eine hartnäckige Lücke bei der regionalen Wirkung in Asien zu schließen. Die Region verfügt über reichlich Kapital und vielversprechende Nachhaltigkeitsinitiativen. Der chronische Mangel besteht jedoch in einem “Bindegewebe” der Frühphase – jenen gemeinsamen Plattformen, sektorübergreifenden Partnerschaften und geduldigem Risikokapital, die notwendig sind, um komplexe, mehrdimensionale Lösungen in großem Maßstab investierbar zu machen.
Private Equity und Venture Capital operieren mit vierteljährlichen Metriken und schnellen Ausstiegsstrategien. Family Offices in Asien haben einen anderen Vorteil: generationenübergreifende Zeithorizonte.
“Was chronisch unterfinanziert ist, ist das Bindegewebe zwischen einzelnen Projekten”, sagt Tai. “Die Welt besitzt genügend Ressourcen, um ihre Probleme zu lösen. Was wir jedoch noch nicht aufgebaut haben, ist die Zusammenarbeit, um diese gemeinsam einzusetzen. Genau diese Ebene ist die größte strukturelle Stärke von Family Offices in Asien. Ihr Kapital ist von Natur aus generationenübergreifend und kann Horizonte halten, die für die Wiederherstellung von Landschaften oder Energiewenden tatsächlich erforderlich sind.”
Vom Besitz zur Verantwortung in Asien
Um zu demonstrieren, wie Liebe als praktische Anlagestrategie funktioniert, verweist der Gipfel auf aktive Einsatzmodelle wie die Restore Nature-Initiative von TPC in Indonesien.
In diesem Rahmen finanziert philanthropisches Kapital die risikoreiche Entdeckungsphase – den frühen Aufbau von Vertrauen, wissenschaftliche Forschung und Modellentwicklung. Sobald das Wirtschaftsmodell sich als selbsttragend erweist, übernehmen kommerzielle Märkte die Skalierung, was philanthropisches Kapital freisetzt, um in neue systemische Herausforderungen in Asien zu investieren.
Das Ziel der Impact Week ist es, einen Wandel bei den wohlhabendsten Familien in Asien zu katalysieren: weg von der reinen Kapitalanhäufung hin zu aktiver systemischer Verantwortung.
“Der Wandel vollzieht sich von der Frage 'Was besitze ich?' hin zur Frage 'Was bin ich hier, um zu ermöglichen?'”, sagt Tai. “Wohlstand, der in Quartalszahlen gemessen wird, ist eine Anzeigetafel; Wohlstand, der in Generationen gemessen wird, ist eine Verantwortung. Das ist die dauerhafteste Form von Wohlstand in Asien.”
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