Cover APEC-Delegierte bei den strategischen Gesprächen zur globalen Gesundheitspolitik in Dalian.

Bis 2050 wird der APEC-Raum voraussichtlich 313 Millionen Menschen über 65 Jahren zählen, während die Zahl der unter 65-Jährigen im Vergleich zu 2025 um 369 Millionen sinkt. Das APEC-Modell der Gesundheitspolitik rückt in den Fokus.

Wenn die Zahl der Pflegebedürftigen schneller wächst als die Zahl der potenziellen Betreuer, geraten Arbeitsmärkte, Gesundheitssysteme und die Lebenszeit von Frauen unter massiven Druck. Dies bildete den Hintergrund für das APEC-Bevölkerungspolitikforum 2026 in Dalian, wo der Fokus auf der praktischen Frage lag: Wie lässt sich Pflege neu organisieren, damit eine alternde Gesellschaft effizient funktioniert? Die APEC-Region strebt hierbei eine Vorreiterrolle an.

Wenn 9% des BIP außerhalb der Bilanz liegen

Im Jahr 2025 verabschiedete die APEC das “Übereinkommen über die Pflegeökonomie”, das Pflege als unverzichtbare soziale Infrastruktur für die wirtschaftliche Entwicklung definiert. Dies ist ein entscheidender Fortschritt, da ein Großteil der Pflegearbeit bisher informell blieb.

Laut APEC verbringen Frauen in der Region durchschnittlich 4 Stunden und 20 Minuten täglich mit unbezahlter Haus- und Pflegearbeit, fast dreimal so viel wie Männer. Die ILO schätzt den Wert dieser Arbeit auf 9% des weltweiten BIP, etwa 11 Billionen US-Dollar. In APEC-Volkswirtschaften schwankt dieser Wert zwischen 5,5% und 41,3% des BIP.

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Above Teilnehmer des APEC-Forums diskutieren nachhaltige Lösungen innerhalb des APEC-Rahmens für die Zukunft.

Die informelle Pflege ist ein Eckpfeiler der APEC-Gesellschaften, erscheint jedoch selten in den Wachstumsindikatoren. Wenn Familiengrößen abnehmen und die Lebenserwartung steigt, stößt dieses Selbstversorgungssystem an Grenzen. Die Nachfrage verschiebt sich hin zu professionellen Pflegediensten und langfristigen Gesundheitsstrategien.

Dabei unterscheiden sich Silberökonomie und Pflegeökonomie. Erstere betrachtet ältere Menschen als Konsumgruppe; die Pflegeökonomie hingegen vertieft die Arbeits- und Finanzstrukturen, die für eine moderne Gesundheitsversorgung innerhalb der APEC notwendig sind.

Frauen leisten den entscheidenden Beitrag für die APEC-Wirtschaft

In aktuellen APEC-Dokumenten steht die Pflegeökonomie eng mit der weiblichen Erwerbsbeteiligung in Verbindung. Frauen in der Asien-Pazifik-Region leisten 80% der unbezahlten Pflegearbeit und stellen 70% der globalen Arbeitskräfte im Gesundheitswesen.

Bei einem Durchschnitt von über 1.500 Stunden unbezahlter Arbeit pro Jahr stellt dies für APEC-Nationen ein massives, bisher ungenutztes Potenzial dar.

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Above Frauen bilden das Rückgrat der informellen Pflege innerhalb des APEC-Wirtschaftsraums.

Währenddessen bereitet sich die APEC auf einen akuten Arbeitskräftemangel vor. Einige Regionen könnten einen langfristigen Rückgang des Arbeitskräfteangebots um bis zu 35% erleben. Die APEC betont daher die Notwendigkeit hochwertiger Pflegesysteme, um Frauen den Verbleib im Berufsleben zu ermöglichen.

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Above Moderne Infrastruktur und APEC-Strategien fördern ein gesundes Altern.

Investitionen in Pflege bringen doppelte Vorteile: Sie decken den Bedarf einer alternden APEC-Bevölkerung und setzen Zeitressourcen frei, die zuvor außerhalb des Arbeitsmarktes gebunden waren. Es ist ein Paradigmenwechsel: weg von der Pflege als reiner Kostenstelle, hin zur Pflege als notwendiger Voraussetzung für wirtschaftliche Stabilität.

Design in Asien für die ganze Welt

Die APEC setzt verstärkt auf digitale Lösungen, um den Arbeitskräftemangel abzufedern. Im September 2026 kündigte die APEC Health Working Group eine verstärkte Nutzung von Telemedizin, künstlicher Intelligenz und Robotik an.

Hierbei geht es nicht nur um den Ersatz von Menschen, sondern um die Steigerung der Effizienz, etwa durch telemedizinische Betreuung in unterversorgten Regionen innerhalb des APEC-Raums.

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Above Technologische Innovationen zur Unterstützung älterer Menschen in der APEC-Region.

Südkorea dient der APEC als Beispiel für eine erfolgreiche Automatisierung. Das Projekt zur Modernisierung der Pflegeökonomie, initiiert von Australien, zielt darauf ab, digitale Tools so zu integrieren, dass sie die Arbeit produktiver gestalten.

Die Diversität der APEC-Mitglieder — von hochentwickelten Volkswirtschaften wie Japan bis zu schnell alternden Schwellenländern in Südostasien — bietet ein ideales Testfeld für globale Standards.

Die Idee der APEC lautet: “In Asien gestaltet, für die ganze Welt”. Ein Modell, das zwischen Japan und Südostasien funktioniert, ist skalierbar. Mit über 2,9 Milliarden Menschen dient die APEC so als globales Labor für die Zukunft der Pflege.

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Above Dalian als Zentrum des APEC-Austauschs für eine zukunftsorientierte Gesundheitspolitik.

Wenn es der APEC gelingt, professionelle Pflege erschwinglich zu machen und Technologie zur Entlastung von Frauen einzusetzen, exportiert die Region weit mehr als nur Roboter oder Apps: Sie exportiert ein neues Modell der sozialen Organisation. Die Pflege wird zum Marktmotor der APEC.

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