Cover Das Londoner Edition-Hotel vereint georgianische Architektur mit dem Flair eines New Yorker Lofts (Foto: Nikolas Koenig)

Ian Schragers Edition-Hotel in Fitzrovia besticht durch eine außergewöhnliche Atmosphäre, charakterstarkes Design und eine einjährige Partnerschaft mit dem Design Museum.

Einige Hotels werden für das perfekte Foto erbaut. Andere wiederum für unvergessliche Erinnerungen. Das Londoner Edition-Hotel schafft es, beides zu sein. Das überrascht kaum, wenn man bedenkt, dass sein Schöpfer Ian Schrager — der Impresario hinter dem legendären New Yorker Nachtclub Studio 54 — nie an offensichtlichen Motiven interessiert war, sondern stets an jenen, die einen nicht mehr loslassen.

In einem herrlich eleganten Teil von Fitzrovia hat er ein georgianisches Stadthaus (ein ehemaliges Teppichlager) in ein Refugium verwandelt und es mit Marmorsäulen, edlen Walnussholzvertäfelungen sowie einer eiförmigen Discokugel ausgestattet, die weniger wie eine bloße Spielerei, sondern vielmehr wie ein augenzwinkerndes Detail wirkt.

Das Ergebnis ist ein Haus, das seine historischen Wurzeln ehrt und gleichzeitig die pulsierende Energie eines New Yorker Lofts versprüht. Warmer Minimalismus. Ein meisterhaftes Lichtkonzept. Es herrscht die unerschütterliche Überzeugung, dass sich ein Hotel wie ein Ort anfühlen sollte, an dem man verweilen möchte, und nicht wie einer, an dem man lediglich übernachtet.

In diesem Jahr erstreckt sich diese Philosophie auch auf eine Partnerschaft mit dem Design Museum und der in London ansässigen Künstlerin Simone Brewster. Ihre Arbeit bildet das Herzstück der jährlichen Platform-Ausstellung des Museums, wobei während des London Design Festivals eine exklusive Installation in der Lobby-Bar präsentiert wird.

Erste Eindrücke

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Above Das Edition-Hotel fügt sich nahtlos in die historische georgianische Architektur von Fitzrovia ein (Foto: Nikolas Koenig)

Auf den ersten Blick wirkt “The London Edition” beinahe zu diskret. Seine weiße, mit schwarzen Geländern verzierte Stuckfassade verschmilzt mühelos mit den anmutigen georgianischen Reihenhäusern von Fitzrovia. Doch sobald Sie eintreten, verändert sich die Atmosphäre. Die Luft ist erfüllt von den würzigen, an Tee erinnernden Noten des New Yorker Parfumhauses Le Labo. Das Licht ist gedimmt und in einen goldenen Schimmer getaucht. Und überall — ob elegant auf ledernen Chesterfield-Sofas drapiert, an die lange Rezeption aus weißer Eiche gelehnt oder mit einem Cocktail am Kaminfeuer — begegnen Sie Gästen, die wirken, als kämen sie geradewegs von einem überaus faszinierenden Ort.

Das Anwesen befindet sich in einem ehemaligen Stadthaus aus den 1830er Jahren, das einst als Teppichlager diente. Heute präsentiert es sich als eine Meisterklasse der kontrollierten Kontraste. Die originalen Marmorsäulen und eine kunstvoll verzierte Kassettendecke harmonieren auf spannende Weise mit einer funkelnden Discokugel. Edle Eichenholzböden und Walnussholzvertäfelungen verleihen den großzügigen Räumlichkeiten eine wohlige Wärme. Die Wirkung ist überaus dramatisch und doch überaus einladend. Es ist eine Lobby, die einen zweiten Blick verlangt und diesen sogleich reichlich belohnt.

Bitte nicht stören

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Photo 1 of 2 Das luxuriöse Superior-Queen-Zimmer empfängt seine Gäste mit warmen Walnussholzvertäfelungen, Eichenholzböden und einem opulenten Queen-Bett mit makellos weißer Bettwäsche
Photo 2 of 2 Das kompakte, aber überaus elegante Badezimmer verfügt über eine Regendusche, die das Gefühl vermittelt, unter einem privaten, warmen Wasserfall zu stehen

Das Superior-Queen-Zimmer mag in seiner Grundfläche bescheiden sein, strahlt jedoch eine unaufgeregte Souveränität aus. Eine warme Walnussholzvertäfelung kleidet die Wände in harmonischen, durchgehenden Tönen. Ein opulentes Queen-Bett, bezogen mit makellos weißer Bettwäsche, bildet das Zentrum des Raumes, ohne ihn zu dominieren. Dies ist ein Zimmer, das seine Aufgabe perfekt versteht: Ein Ort, um tief und fest zu schlafen, sich ausgiebig zu erfrischen und anschließend wieder in das pulsierende Leben Londons einzutauchen. Das Bett ist wunderbar tief und umhüllend, ergänzt durch Verdunkelungsvorhänge, die das rastlose Leuchten der Metropole gänzlich aussperren. Das in reinem Weiß gehaltene Badezimmer ist mit einer Regendusche sowie maßgeschneiderten Le Labo-Pflegeprodukten ausgestattet, die durch einen exklusiven, unverwechselbaren Duft bestechen. Die gesamte Ästhetik des Edition-Hotels ist hier minimalistisch geprägt, wirkt jedoch niemals streng. Es fühlt sich an wie das Gästezimmer eines besonders stilvollen Freundes. Nichts ist überflüssig. Nichts fehlt.

Kulinarische Exzellenz

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Photo 1 of 3 Die Berners Tavern serviert Jason Athertons moderne britische Küche in einem Ambiente, das an einen privaten Speisesalon für die kreative Elite der Stadt erinnert
Photo 2 of 3 Versteckt hinter einer unscheinbaren Holztür präsentiert sich der Punch Room als intimer Rückzugsort aus Räuchereiche mit edlen Samtsitzbänken und Ledersesseln
Photo 3 of 3 Die Lobby-Bar ist ein überaus eleganter Ort, an dem aus einem Cocktail schnell drei werden, ohne dass jemand darüber urteilt

Die Berners Tavern, unter der Leitung des renommierten Küchenchefs und Gastronomen Jason Atherton, ist das unumstrittene Kronjuwel des Hauses. Der Raum selbst ist ein architektonisches Wunderwerk: Jeder Zentimeter der Wände ist mit goldgerahmten, schwarz-weißen Porträts und stimmungsvollen Stillleben geschmückt. Es gleicht einem privaten Speisesalon für die kreative Elite der Stadt. Hier werden Geschäfte abgeschlossen, Romanzen entfacht und der berühmte Sticky Toffee Pudding hat längst absoluten Kultstatus erreicht.

Die Speisekarte präsentiert eine moderne britische Küche, die mit meisterhafter Präzision umgesetzt wird. Bei unserem Besuch erwies sich das Wildbret aus Cumbria als ein Gericht voller tiefer, winterlicher Behaglichkeit: Zartes Lendenstück und ein köstliches Räucherspeck-Faggot hielten genau die herzhafte Note, die sie versprachen. Dazu gesellten sich Neeps und Tatties (Steckrüben und Kartoffeln), bunter Grünkohl und eine raffinierte Wacholdersauce, die alle Komponenten elegant verband. Als Beilage empfiehlt sich das charakteristische Makkaroni mit Käse und Hummer: Reichhaltig, dekadent und auf die bestmögliche Art und Weise kompromisslos opulent. Begleitet von einem kräftigen Rotwein, fachkundig vom Sommelier empfohlen, wird das kulinarische Erlebnis vollkommen.

Das Frühstück hier ist von gleichermaßen essenzieller Bedeutung. Für gesundheitsbewusste Gäste werden frische Säfte und cremige Joghurts serviert. Für alle anderen empfiehlt sich die volle Auswahl: Eier in jeder gewünschten Variation, Cumberland-Würstchen sowie erstklassiger lose zubereiteter Tee, der stilvoll in einer gehämmerten Kupferkanne gereicht wird.

Steigen Sie nach dem Abendessen in den Punch Room hinab. Dieser intime, holzgetäfelte Rückzugsort mit Samtsofas und gedimmtem, bernsteinfarbenem Licht fängt die Atmosphäre eines Londoner Herrenclubs des 19. Jahrhunderts ein. Die Cocktailkarte gleicht einem Rezeptbuch purer Erfindungsgabe: Ein Milk Punch, der durch tropische und komplexe Aromen besticht, sowie ein Rusty Tonic, dessen aromatische Schärfe den Gaumen auf wunderbare Weise weckt. Für etwas zwanglosere Momente bietet die Lobby-Bar eine sanfte Beleuchtung, exzellente Cocktails und Sitzgelegenheiten, die förmlich zu einer weiteren Runde einladen.

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Exklusive Annehmlichkeiten

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Above Dank der herausragenden Partnerschaft des Edition-Hotels mit dem Design Museum wird Brewsters Kunstwerk während des London Design Festivals in der Lobby-Bar präsentiert

Das rund um die Uhr geöffnete Fitnesscenter bietet alles, was Sie für ein anspruchsvolles Workout benötigen: hochmoderne Technogym-Geräte, Freihanteln und frische Handtücher. Doch das kulturelle Programm des Hauses ist der wahre Anziehungspunkt. Neben der Partnerschaft mit dem Design Museum — die in diesem Jahr die Ausstellung Platform: Simone Brewster unterstützt und als zweite Ausgabe der jährlichen Schau des Museums eine Designerin feiert, die den zeitgenössischen Diskurs maßgeblich prägt — veranstaltet das Edition-Hotel regelmäßige Jazz-Abende in der Lobby-Bar und präsentiert wechselnde Kunstinstallationen aufstrebender Londoner Talente.

Brewsters erste museale Einzelausstellung, die noch bis Januar 2027 zu sehen ist, umfasst Möbel, Schmuck, skulpturale Formen sowie architektonische Elemente. Sie erforscht Themen wie Identität, Herkunft und den schwarzen weiblichen Körper durch eine visuelle Sprache, die tief in afrikanischen Diaspora-Traditionen verwurzelt ist. Im Rahmen der Partnerschaft können sich die Gäste über das gesamte Jahr hinweg auf ein sorgfältig zusammengestelltes Programm freuen, das unter anderem eine Installation in der Lobby-Bar während des London Design Festivals im kommenden September umfasst.

Und dann ist da noch der herausragende Service. Die Rezeption hatte ihre Hausaufgaben vorbildlich erledigt. Ein kurzer Blick auf mein Instagram-Profil offenbarte meine Schwäche für außergewöhnliche Kartoffelchips. Und so geschah es, dass an einem Nachmittag, während ich in meinem Zimmer entspannte, einige sorgfältig ausgewählte Tüten nebst einer handgeschriebenen Notiz geliefert wurden. Es war keinerlei Anfrage vorausgegangen. Es war schlichtweg eine kleine Geste, die dafür sorgte, dass sich das Zimmer ein kleines Stückchen mehr wie ein echtes Zuhause anfühlte.

Tatler-Tipp

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Above Von der luxuriösen Penthouse-Terrasse erstreckt sich London in alle Richtungen, vom berühmten London Eye bis zu den historischen Dächern der Stadt

Da Soho, Covent Garden, die Oxford Street sowie die Theater des West Ends alle innerhalb eines zehnminütigen Spaziergangs erreichbar sind, zählt dies zweifellos zu den begehrtesten und kreativsten Adressen in London. Das Hotel ist zudem nur einen kurzen Spaziergang vom Oxford Circus, der Tottenham Court Road und einigen der besten Einkaufsadressen der Stadt entfernt, darunter Liberty London, Selfridges und die Carnaby Street.

Wir empfehlen, die Berners Tavern weit im Voraus zu reservieren. Besuchen Sie das Haus während des London Design Festivals (September 2026), um die beeindruckende Installation des Design Museums in der Lobby-Bar zu bewundern. Und reisen Sie auf gar keinen Fall ab, ohne den himmlischen Sticky Toffee Pudding probiert zu haben.

The London Edition
Adresse: 10 Berners Street, London W1T 3NP, Vereinigtes Königreich

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Fontaine Cheng
Regionaler Restaurantredakteur, Tatler Hong Kong
Tatler Asia

Tagsüber Geschichtenerzählerin, nachts Feinschmeckerin par excellence: Fontaine ist Regional Dining Editor bei Tatler Asia , wo sie die kulinarischen Inhalte in allen Regionen betreut und die redaktionelle Stimme der Marke in Bezug auf Essen, Köche und kulinarische Kultur prägt.

Sie ist außerdem Content Lead für Tatler Best und Co-Juryleiterin für Tatler Best Hongkong und Macau und verantwortet die redaktionelle Ausrichtung und den Bewertungsprozess der Awards. Mit über zehn Jahren Erfahrung in der Lifestyle- und Medienbranche in London und Hongkong bringt sie eine regionenübergreifende Perspektive ein.

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