Die olympische Freeskierin und Stanford-Absolventin Eileen Gu sprach mit Tatler in Hongkong über Schlaf, Selbstvertrauen und warum sie keine Angst davor hat, “dumme” Fragen zu stellen
Eileen Gu kennt keinen Stillstand. Zwischen olympischen Goldmedaillen, einem Universitätsabschluss in Stanford und einer stetig wachsenden Liste globaler Markenpartnerschaften ist die 22-jährige Freeski-Weltmeisterin daran gewöhnt, Höchstleistungen zu erbringen — stets vor großem Publikum und ohne den geringsten Raum für Zögern. Als sie diese Woche für das Launch-Event von Sun Life Private Wealth in Hongkong landete, nahm sich Tatler fünf Minuten Zeit mit der Ausnahmeathletin, um herauszufinden, wie sie das alles meistert — und was “furchtlos” eigentlich bedeutet, sobald die Skier abgeschnallt sind.
Hier sind die fünf Regeln von Eileen Gu, wie man furchtlos lebt und Erfolg hat.
Siehe auch: Matt Damons Vorbereitung auf “The Odyssey”: Der Preis der körperlichen Verwandlung in Hollywood
1. Stellen Sie “dumme” Fragen
Für Eileen Gu beginnt Furchtlosigkeit nicht auf dem Berg, sondern damit, den eigenen Standpunkt zu vertreten.
“Es ist keineswegs peinlich, eine Frage zu stellen oder im Unterricht die Hand zu heben”, sagt sie. “Es gehört dazu, auch einmal ein Nein zu akzeptieren. Fragen Sie also immer. Das Schlimmste, was passieren kann, ist ein Nein. Und dann haben Sie etwas gelernt. Was soll’s?”
Die Erkenntnis: Eine Ablehnung ist kein Rückschlag, sondern eine neue Information. Fragen Sie also trotzdem.
2. Schützen Sie Ihren Schlaf wie Ihre Arbeit
Eileen Gu betont, dass kein Ehrgeiz den Schlafmangel ausgleichen kann.
“Ausreichend Schlaf ist das Fundament für buchstäblich alles, was man tut”, erklärt sie. “Es ist besser, eine Stunde länger zu schlafen, als diese Stunde mit irgendetwas zu füllen, wenn man unter Schlafmangel leidet. Achten Sie also auf Ihren Schlaf. Schlafen Sie acht bis zehn Stunden.”
Die Erkenntnis: Disziplin bedeutet nicht nur, härter zu arbeiten — manchmal muss man einfach den Kopf ausschalten.
3. Seien Sie Ihr eigener Motor
Eileen Gu glaubt, dass außergewöhnliche Leistungen nur gelingen, wenn der Antrieb von innen kommt.
“Man muss selbst der Motor sein”, sagt sie. “Um Außergewöhnliches zu erreichen, muss man ein außergewöhnliches Maß an Arbeit investieren. Natürlich ist das schwierig. Aber wenn man sich bewusst dafür entscheidet, anstatt dazu gezwungen zu werden, ist das Ergebnis ein ganz anderes.”
Die Erkenntnis: Die gleiche harte Arbeit fühlt sich völlig anders an, je nachdem, wer sie verlangt. Stellen Sie sicher, dass Sie es für sich selbst tun.
4. Bauen Sie ein tiefes Selbstvertrauen auf
Da sie ständig zwischen Ländern, Sprachen und Identitäten wechselt, schöpft Eileen Gu ihr Sicherheitsgefühl nicht aus einem Ort oder einer Person, sondern aus sich selbst.
“Wenn es um Selbstvertrauen und Heimatgefühl geht, braucht man eigene Routinen und ein tiefes Vertrauen in sich selbst”, sagt sie, “denn egal was passiert, Ihr liebster Begleiter — oder die Person, der Sie am meisten vertrauen — ist immer bei Ihnen.”
Die Erkenntnis: Sicherheit ist nichts Äußeres. Es ist eine Beziehung, die man zu sich selbst aufbaut.
5. Vorbereitung schlägt jedes Selbstvertrauens-Trick
Fragt man Eileen Gu nach einem motivierenden Gespräch vor dem Wettkampf, winkt sie ab — zumindest in Bezug auf den Sport.
“Man kann sich selbst nicht austricksen. Es gibt keinen Weg, sich in letzter Sekunde zu überzeugen”, sagt sie über den Wettkampftag. “Man wächst nicht an der Herausforderung, man greift auf die eigene Vorbereitung zurück. Wenn man perfekt vorbereitet ist, kommt man durch den Tag.” Abseits der Piste sieht sie das etwas anders: “Es gibt Momente, in denen man sich entscheiden muss, die beste Version seiner selbst zu spielen, selbst wenn man sich nicht so fühlt — das klassische ‘Fake it till you make it’. Aber ich finde, daran ist nichts Verwerfliches.”
Die Erkenntnis: Selbstvertrauen ist kein Schalter, den man umlegt. Es ist das Ergebnis von Vorbereitung — oder eine Entscheidung, die man trotz aller Zweifel trifft.
Bonus-Regel
Auf die Frage nach der besten Investition in sich selbst zögert sie keine Sekunde: “Zur Schule zu gehen und mich bewusst dafür zu entscheiden, Vollzeitstudentin zu bleiben — das ist die beste Investition, die ich je getätigt habe”, sagt sie. “Lernen wird nie langweilig, und das Lesen von Büchern kommt nie aus der Mode. Auch jetzt, wo ich meinen Abschluss habe, werde ich nie aufhören zu lernen — oder neugierig zu bleiben.”
Furchtlosigkeit ist also keine angeborene Eigenschaft, sondern eine tägliche Entscheidung — und Eileen Gu hat diese mit wissenschaftlicher Präzision perfektioniert.
Topics





