Der Gründer von Läderach patentierte ein Verfahren zur Herstellung hohler Pralinen. Sechsundfünfzig Jahre und drei Generationen später hat der Familien-Chocolatier mit seinem hohen Anspruch an Luxusuhren-Qualität auch Hongkong erreicht.
Im Jahr 1970 patentierte Rudolf Läderach Jr. im schweizerischen Ennenda, Kanton Glarus, eine nahezu absurde Innovation: ein Verfahren zur Herstellung hauchdünner, hohler Schokoladenhüllen mit einem Gewicht von exakt 2,7 Gramm. Vor diesem Patent war die Produktion einer Pralinenhülle, die dünn genug für eine Füllung war, ohne zu brechen oder zu massiv zu wirken, eine mühsame Handarbeit. Sein Prozess ermöglichte erstmals eine präzise Fertigung im großen Stil und revolutionierte als Läderach-Innovation die moderne Pralinenherstellung. Jede gefüllte Praline mit einer feinen Schale basiert heute auf dieser bahnbrechenden Methode.
Diese Liebe zum Detail bestimmt bis heute die Firmenphilosophie von Läderach. Es ist diese kompromisslose Präzision, die den Chocolatier nun dazu bewogen hat, exklusive Boutiquen in Hongkong zu eröffnen — einer Stadt, die für solche handwerkliche Perfektion bekannt ist.
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Die Backstube hinter dem Patent
Die Wurzeln von Läderach liegen nicht allein in der Schokolade. Der Vater von Läderach Jr. betrieb seit 1926 eine Bäckerei in Netstal; der Sohn gründete 1962 sein eigenes Unternehmen für Konfektgeschenke. Das Patent von 1970 veränderte alles und machte die Marke zu einem Akteur, an dem sich andere Chocolatiers messen lassen mussten. 1994 übergab der Gründer das Geschäft an seinen Sohn Jürg, der die internationale Expansion nach Deutschland, Österreich und Großbritannien einleitete. Durch die Übernahme der Merkur Confiserie im Jahr 2004 konnte Läderach seine Kreationen fortan direkt an Endkunden vertreiben.
Seit 2018 liegt die operative Leitung in den Händen seiner drei Söhne: Johannes als CEO, Elias für Produktion und Innovation sowie David als Verantwortlicher für die digitale Transformation. Im gleichen Jahr wurde Elias als erster Schweizer Chocolatier zum World Chocolate Master gekürt.
Auch in der dritten Generation bleibt die Philosophie von Läderach unverändert: Die Schokoladenherstellung findet ausschließlich im Haus statt. Als einer der wenigen Premium-Chocolatiers kontrolliert Läderach den gesamten Prozess — vom Anbau bis zur Theke. Der Kakao wird direkt von zertifizierten Farmern in Madagaskar, Costa Rica, Trinidad, Ghana, Brasilien und Ecuador bezogen, wobei das Unternehmen weit über Marktpreisen zahlt. Dieses aufwendige Engagement ist der Grund, warum eine Tafel “FrischSchoggi” von Läderach so außergewöhnlich schmeckt und sich deutlich von industrieller Ware abhebt.
Rezepte neu gedacht
Im Jahr 2022 erweiterte Läderach das Sortiment um eine vegane Cashew-Linie. Auf Basis von Cashew-Milch statt Kuhmilch entwickelt, entspricht sie dem Bedürfnis moderner Kunden nach bewusstem Genuss ohne tierische Inhaltsstoffe. Auch wenn sie volumenmäßig einen kleineren Teil ausmacht, unterstreicht sie, wie innovativ Läderach mit neuen Trends umgeht.
Expansion nach Hongkong
Dieser Innovationsdrang führte Läderach im September 2025 zur Eröffnung des ersten Flagship-Stores in der K11 Musea in Hongkong, realisiert in Zusammenarbeit mit der Valiram Group. Kurz darauf folgte ein zweiter Standort am Hongkong International Airport. Der Flagship-Store bietet eine exklusive Auswahl an alkoholhaltigen Pralinen, die speziell für den lokalen Markt kreiert wurden, ergänzt durch das gesamte FrischSchoggi-Sortiment und 29 handgefertigte Pralinensorten aus Ennenda.
“Hongkong stand schon lange auf unserer Agenda. Die Stadt schätzt absolute Frische, handwerkliche Meisterschaft und Qualität”, erklärte Johannes Läderach diesen Monat gegenüber Tatler. “Die Konsumenten in Hongkong besitzen einen anspruchsvollen Gaumen, eine Vorliebe für Schweizer Handwerkskunst und eine ausgeprägte Geschenkkultur, die perfekt zu Läderach passt. Wenn wir in Asien expandieren, dann in einer Stadt, in der Exzellenz sofort erkannt und geschätzt wird.”
Weitere Standorte sind bereits in Planung. Ein Unternehmen, das fünf Jahrzehnte brauchte, um eine Pralinenhülle zu perfektionieren, setzt nun darauf, dass dieselbe Geduld auch in Hongkong zum Erfolg führt.
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