Jenseits von Spektakel und Schatten entlarvt Antoine Fuquas Film über Michael Jackson den Ursprung einer globalen Ikone
In Nordamerika und Japan von Lionsgate veröffentlicht und vertrieben, international von Universal Pictures, ist das frisch gestartete “Michael” ein fesselndes Musikdrama. Unter der Regie des preisgekrönten Antoine Fuqua zeichnet der Film das Leben und Vermächtnis eines der einflussreichsten Künstler der Welt, Michael Jackson, eindrucksvoll nach. Durch seinen bewusst verengten Fokus entsteht ein intimes und kraftvolles Porträt eines Titanen der Popkultur.

Above Judah Edwards als junger Tito, Jaylen Hunter als junger Marlon, Juliano Krue Valdi als junger MJ, Nathaniel McIntyre als junger Jackie und Jayden Harville als junger Jermaine in “Michael” (Foto: mit freundlicher Genehmigung von Universal Pictures)
Produziert von Graham King, John Branca und John McClain, besticht der Film durch eine außerordentlich sorgfältige Ästhetik. Wie Kings Oscar-prämierte Arbeit an “Bohemian Rhapsody” sowie das ebenso mitreißende “Whitney Houston: I Wanna Dance with Somebody” unter der Regie von Kasi Lemmons, ist die visuelle und akustische Gestaltung von “Michael” bis ins Detail ausgearbeitet. Produktionsdesign und Kameraarbeit geben dem Publikum einen Platz in der ersten Reihe wie nie zuvor, von einigen der legendärsten Auftritte seiner frühen Solokarriere und der Jackson Five auf ihrem Höhepunkt bis hin zu seinem Durchbruch in den achtziger Jahren als Solo-Künstler.
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Above Jaafar Jackson als Michael Jackson in “Michael” (Foto: mit freundlicher Genehmigung von Universal Pictures)
Anstatt sein gesamtes Leben chronologisch nachzuzeichnen, konzentriert sich “Michael” klugerweise auf die prägenden Jahre des Künstlers und verfolgt seinen Weg von der Entdeckung seines außergewöhnlichen Talents als Frontmann der Jackson Five. Der Film blickt über die Musik hinaus und erfasst seinen unbeirrbaren Ehrgeiz und seine kreative Vision, der größte Entertainer der Welt zu werden. Diese fokussierte Erzählweise hebt seinen intensiven Kampf hervor, als Künstler eine eigene Identität zu finden und aus dem Schatten der Familie zu treten. Getragen wird die Darstellung von einem herausragenden Ensemble, allen voran Michaels Neffe Jaafar Jackson in einem bemerkenswerten Filmdebüt. Exzellente Leistungen von Juliano Krue Valdi, Nia Long, Laura Harrier, Miles Teller und Colman Domingo runden den Cast ab.

Above Jaafar Jackson als Michael Jackson in “Michael” (Foto: Glen Wilson / Universal Pictures)
Geschrieben vom dreifach für den Academy Award nominierten John Logan, verleiht das Drehbuch der Erzählung besondere Tiefe, insbesondere in der Darstellung von Jacksons Leben abseits der Bühne. Logans Skript scheut die dunkleren Töne von Michaels traumatischer Kindheit und Jugend nicht. Durch die genaue Betrachtung dieser frühen seelischen Wunden deutet das Schreiben geschickt auf die Komplexität, Exzentrik und die Kontroversen seiner späteren Jahre hin, auch wenn diese Jahrzehnte im Film bewusst ausgespart bleiben. So wird die Geschichte dieses visionären Künstlers in einer berührenden Realität geerdet und bietet Kontext für den Menschen, der er schließlich werden sollte.
Above Der offizielle Trailer von Universal Pictures zu “Michael” (2026)
“Michael” zeichnet den Ursprung einer Ikone überzeugend nach und erklärt unmissverständlich, dass “hier seine Geschichte beginnt”. Wer tiefer in die Kunst und Karriere von Michael Jackson eintauchen möchte, sollte unmittelbar nach “Michael” weitere Filme ansehen: “Michael Jackson History: The King of Pop 1958-2009”, “Michael Jackson: Video Greatest Hits - History” sowie die Blick-hinter-die-Kulissen-Dokumentation zu seinem vermeintlich letzten Konzert “This Is It”. Mit Fuquas erfahrener Regie und Logans bewegendem Drehbuch ist der Film eine Meisterklasse des biografischen Erzählens, die die Musik ehrt und zugleich den Menschen dahinter unerschrocken beleuchtet.
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