Von Maggie Gyllenhaals spekulativem neuen Kurzfilm “Flesh Impact” bis hin zu jahrzehntealten TV-Dramen: Hier erfahren Sie, wie verschiedene Filmemacher die Geschichte von Marilyn Monroe interpretieren.
Mehr als sechs Jahrzehnte nach ihrem Tod am 4. August 1962 bleibt Marilyn Monroe eine der am häufigsten neu interpretierten Ikonen des Kinos. Ihr Leben wurde in Biopics, Dokudramen und spekulativen Filmen rekonstruiert, wobei sich die Macher selten einig sind, wo die reale Frau endet und der Mythos beginnt. Manche bleiben nah an Biografien, Archiven und Zeitzeugenberichten, während andere auf Symbolik, Psychologie oder reine Fantasie setzen, um Wissenslücken zu füllen. Mit Marilyn Monroe als zentraler Figur bleibt dieses Spannungsfeld bestehen.
Diese Spannung bleibt auch in Maggie Gyllenhaals kommendem Kurzfilm Flesh Impact lebendig, der im September 2026 bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig gezeigt wird. Hier sind acht Darstellungen, angefangen mit dem neuen Flesh Impact, die zeigen, wie unterschiedlich Filmemacher den Marilyn Monroe-Mythos angegangen sind.
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“Flesh Impact” (September 2026) und das Bild von Marilyn Monroe

Above Dakota Johnson und Ellen Burstyn verkörpern unterschiedliche Facetten von Marilyn Monroe in “Flesh Impact” (Foto: La Biennale di Venezia)
Maggie Gyllenhaals 17-minütiger Kurzfilm, der in Partnerschaft mit dem Nachlass von Marilyn Monroe entstand, versucht erst gar nicht, eine klassische Biografie zu erzählen. Er entwirft ein Szenario, wie ihre Karriere ausgesehen hätte, wäre sie 96 Jahre alt geworden: Dakota Johnson verkörpert die junge Monroe und fängt ihre Leinwandvitalität der 1950er Jahre ein, während Ellen Burstyn die gealterte Version spielt. Der Film, der im September 2026 in Venedig Premiere feiert, verzichtet auf faktische Rekonstruktion zugunsten emotionaler Spekulation und nutzt die Legende von Marilyn Monroe als kreatives Rohmaterial.
“Blonde” (2022)
Above Ana de Armas verkörpert eine fiktionalisierte Marilyn Monroe im kontroversen Film “Blonde”
Adaptiert aus Joyce Carol Oates’ gleichnamigem Roman, war Blonde stets als Fiktion konzipiert. Ana de Armas erschafft eine Version von Marilyn Monroe, die aus imaginären Traumata und psychologischer Extrapolation besteht, statt auf Dokumenten zu basieren. Regisseur Andrew Dominik hat den fiktiven Charakter des Films betont, doch dessen visuelle Wucht verleitete viele Zuschauer dazu, die Dramatisierung für bare Münze zu nehmen, was Marilyn Monroe in diesem Kontext als hochumstrittenes Thema erscheinen lässt.
“The Secret Life of Marilyn Monroe” (2015)
Above Kelli Garner spielt die junge Marilyn Monroe in der Biografie “The Secret Life of Marilyn Monroe”
Diese Lifetime-Miniserie stützt sich direkt auf die Biografie von J. Randy Taraborrelli und stellt die Recherche über dramatische Freiheit. Kelli Garner führt als Marilyn Monroe durch eine mehrteilige Erzählung der turbulenten frühen Jahre des Stars. Die längere Laufzeit ermöglicht eine historische Breite, die über einen Spielfilm hinausgeht, und macht diese Darstellung zu einer der faktenorientierteren Interpretationen des Privatlebens von Marilyn Monroe.
“My Week with Marilyn” (2011)
Above Michelle Williams zeigt die verletzliche Seite von Marilyn Monroe in “My Week with Marilyn”
Basierend auf den Memoiren von Colin Clark bleibt dieser Film nah an den dokumentierten Ereignissen während der Dreharbeiten zu The Prince and the Showgirl im Jahr 1956. Michelle Williams, die für ihre Darstellung von Marilyn Monroe eine Oscar-Nominierung erhielt, zeigt die kurze Freundschaft zwischen dem Star und dem jungen Produktionsassistenten. Da der Film auf den Erinnerungen eines Augenzeugen beruht, bietet er einen der glaubwürdigsten Einblicke in die Verletzlichkeit von Marilyn Monroe in dieser Lebensphase.
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“Norma Jean & Marilyn” (1996)

Above Ashley Judd und Mira Sorvino teilen sich die Identität von Marilyn Monroe in “Norma Jean & Marilyn” (Foto: IMDB)
Statt das Leben chronologisch aufzurollen, visualisiert dieses Psychodrama die innere Zerrissenheit von Marilyn Monroe. Ashley Judd und Mira Sorvino verkörpern gemeinsam das Spannungsfeld zwischen ihrem privaten Ich und dem erschaffenen Studio-Image. Der Film konzentriert sich weniger auf belegbare Fakten als darauf, die emotionale Idee zu dramatisieren, dass die echte Person und die “Marilyn”-Persona nie völlig identisch waren.
“Marilyn & Bobby: Her Final Affair” (1993)

Above Eine dramatisierte Marilyn Monroe befeuert Gerüchte in “Marilyn & Bobby: Her Final Affair” (Foto: IMDB)
Dieser Fernsehfilm stützt sich voll und ganz auf unbewiesene Verschwörungstheorien über die angeblichen Beziehungen von Marilyn Monroe zu den Kennedys. Melody Anderson spielt eine Version, die primär auf Spekulationen und Boulevardgerüchten basiert. Das Werk gehört zum sensationslüsterneren Ende des Genres, bei dem die dramatische Freiheit fast vollständig die dokumentierte Historie überlagert.
“Insignificance” (1985)
Above Theresa Russell spielt eine fiktive Marilyn Monroe in der Komödie “Insignificance”
In der offen fiktionalen Komödie Insignificance trifft die von Theresa Russell gespielte Marilyn Monroe in einer New Yorker Hotelnacht auf Figuren, die Albert Einstein, Joe DiMaggio und Joseph McCarthy ähneln. Keines dieser Treffen hat tatsächlich stattgefunden. Der Film nutzt das Marilyn Monroe-Image allegorisch und bevorzugt philosophische Fantasie gegenüber biographischer Genauigkeit — er ist dem Geist von Flesh Impact näher als den literaleren Darstellungen auf dieser Liste.
“Marilyn: The Untold Story” (1980)

Above Catherine Hicks verfolgt das bewegte Leben von Marilyn Monroe in “Marilyn: The Untold Story” (Foto: IMDB)
Adaptiert aus Norman Mailers Buch von 1973, wählt dieser Fernsehfilm den konventionellsten biografischen Ansatz. Catherine Hicks verkörpert Marilyn Monroe in einem chronologischen Bogen von ihren frühen Jahren bis zum Tod und bietet einen geradlinigen Einblick, den spätere Filme mit weit mehr kreativer Freiheit für Marilyn Monroe interpretieren würden.
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