Wie lässt sich ein filmisches Meisterwerk auf die Theaterbühne übertragen? Ein Blick in die rohe, schonungslose Bühnenadaption von “About Us But Not About Us”, in der die Geister der Vergangenheit auf eindrucksvolle Weise zum Leben erweckt werden
Die Übertragung eines gefeierten Films auf die Bühne ist ein heikler Balanceakt, doch die Live-Adaption von About Us But Not About Us erweist sich als meisterhafte Neuinterpretation. Die Inszenierung, die noch bis zum 8. März im Power Mac Center Spotlight, Blackbox Theater in Makati zu sehen ist, haucht Jun Robles Lanas mit dem Palanca-Preis ausgezeichneter Geschichte auf erschütternde Weise neues Leben ein. Unter der Regie von Tuxqs Rutaquio konzentriert sich das Stück auf einen Literaturprofessor und seinen Studenten, die sich in einem Restaurant treffen, wo ein Austausch von Geheimnissen und Lügen eine finstere Verbindung zu einer vergangenen Tragödie offenbart.
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Above Eine Szene aus der Bühnenfassung von “About Us But Not About Us” (Foto: Sef Tafalla)
Während das Originalmaterial, das beim 1. Summer Metro Manila Film Festival als bester Film, für die beste Regie und das beste Drehbuch ausgezeichnet wurde, durch die Sprache des Films begrenzt war, macht sich Lanas Bühnenskript die offene, unverhüllte Natur des Live-Theaters zu eigen. Dies führt zu einer unter die Haut gehenden Inszenierung, in der die inneren Frustrationen der Charaktere so greifbar werden, dass sie förmlich durch die Wände dringen.
Die wohl drastischste Abweichung vom Film ist die Personifizierung von Marcus, dargestellt von Epi Quizon (im Wechsel mit Andoy Ranay). Einst nur eine geisterhafte Figur, ist Marcus nun physisch auf der Bühne präsent, lauschend und über dem Gespräch thronend, was den emotionalen Einsatz grundlegend verändert.
Regisseur Tuxqs Rutaquio veranschaulicht das innere Chaos der Charaktere auf brillante Weise durch das Design einer Welt des Übergangs. Das Bühnenbild besteht aus einem riesigen zerknüllten Papierhintergrund, der als Totem von Marcus’ Erinnerung fungiert, sowie Bildschirmen, die das Aufschneiden von Geheimnissen darstellen, und einer Drehbühne, die die Machenschaften von Erics Welt widerspiegelt.

Above Eine Szene aus der Bühnenfassung von “About Us But Not About Us” (Foto: Sef Tafalla)
Romnick Sarmenta verleiht Eric eine ganz andere Art von Feuer; im Gegensatz zu seinem unterdrückten und verlorenen Gegenpart auf der Leinwand besitzt der Bühnen-Eric einen festeren, manipulativeren Griff auf seine sich entfaltende Realität. Für Elijah Canlas als Lancelot ermöglicht der kontinuierliche Fluss des Live-Theaters eine tiefere, kohärentere Gestaltung des Handlungsbogens seiner beschädigten Figur.
Um der exponierten Natur der Bühne gerecht zu werden, verwarf Lana das mehrdeutige Textnachrichten-Finale des Films zugunsten eines direkteren und didaktischeren Endes.
Die Produktion behält klugerweise ihre Pandemie-Zeitlinie bei und nutzt diese Ära nicht nur als Hintergrund, sondern als vitalen kontextuellen Anker. Die Isolation der Pandemie verleiht der Entscheidung der Charaktere, die Quarantäne zu brechen und sich persönlich zu treffen, eine tiefe Dringlichkeit. Der Schauplatz spiegelt das verzerrte Zeitgefühl und die fragmentierten, desorientierten Geisteszustände wider, die eine Ära definierten, in der die Welt stillstand.

Above Eine Szene aus der Bühnenfassung von “About Us But Not About Us” (Foto: Sef Tafalla)
Im Kern ist das Stück eine schonungslose Autopsie toxischer Beziehungen und intergenerationaler Traumata. Die Bühnenfassung führt scharfsinnige neue Dialoge ein, die analysieren, wie junge Autoren ihre Jugend nutzen, um ältere Mentoren zu manipulieren, und so eine zyklische Tradition des Missbrauchs fortsetzen. Sie dient als schonungslose Erkundung dessen, wie Traumata Entscheidungen diktieren und Erinnerungen verändern, und zeigt, wie tief verletzte Individuen ihren Wunsch nach Kontrolle und Verbindung navigieren.
Letztendlich verlangt About Us But Not About Us, dass sich das Publikum mit der beunruhigenden Aufrichtigkeit toxischer Dynamiken auseinandersetzt. Es ist einer der vielversprechenden Auftakte des Theaterjahres auf den Philippinen, der noch lange nach dem letzten Vorhang nachhallt.
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