Der Gründer von Aupen, dessen skulpturale Aupen-Taschen von Stars wie Taylor Swift, Olivia Rodrigo und Beyoncé getragen werden, zeigt in Manila seine erste Einzelausstellung bei 125 Projects.
Bevor Nicholas Tan seinen Namen an einer Galeriewand verewigte, waren seine Kreationen bereits weit gereist.
Vielleicht haben Sie eine seiner Aupen-Taschen bei Taylor Swift, Beyoncé oder Olivia Rodrigo gesehen. Die skulpturale, asymmetrische “Purpose”-Tasche, die von roten Teppichen bis hin zu privaten Anlässen bei zahlreichen Prominenten zu bewundern war, entwickelte sich zu einem der prägnantesten neuen Accessoires der Modewelt. Aupen wurde Ende 2022 lanciert, wobei Tan seine Identität als Gründer zunächst verborgen hielt. Schließlich trat der ehemalige singapurische National-Schwimmer und Harvard-Absolvent als kreativer Kopf hinter der florierenden Marke ins Licht der Öffentlichkeit.
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Above Madonna präsentiert sich stilvoll mit einer eleganten Aupen-Tasche.

Above Olivia Rodrigo trägt eine ikonische Aupen-Tasche als modisches Statement.
Der Sprung vom Biologie-Abschluss zum Handtaschen-Designer war bereits ungewöhnlich. Nun wagt Tan einen weiteren Schritt.
Seine erste Einzelausstellung in Manila, präsentiert von 125 Projects, überführt seine Arbeit vom Modedesign in die zeitgenössische Kunst. Sie stellt eine essenzielle Frage: Was geschieht, wenn eine Aupen-Tasche ihre ursprüngliche Bestimmung verliert? Für Tan beginnt die Antwort bei der Form.
“Ich sehe das als ein anderes Medium und eine andere Leinwand”, erklärt er, wie seine Tätigkeit mit Aupen-Taschen auf natürliche Weise zu Skulpturen, Drucken und anderen Formen führte. Eine Tasche ist schließlich eine mobile Leinwand, die Geschichten transportiert. Im Gegensatz zu einem statischen Gemälde bewegt sie sich durch Straßen, Flughäfen, Restaurants und Tanzsäle. Sie ist ständig auf Reisen.
Dieser Gedanke steht im Mittelpunkt der Ausstellung, die Tans Namen und nicht den von Aupen trägt. Es ist ein Debüt – zum ersten Mal stellt er seine eigene künstlerische Identität in den Vordergrund.

Above Nicholas Tan eröffnet seine erste Einzelausstellung bei 125 Projects in Manila (Foto: mit freundlicher Genehmigung von 125 Projects)
Die Ausstellung geht von der vertrauten Silhouette seiner Aupen-Taschen aus und dekonstruiert diese. Ein Werk befreit die Tasche von ihrem praktischen Zweck und transformiert sie in eine Vase. Diese Geste wirkt simpel, doch die tiefere Frage bleibt: Was bleibt von einem Objekt, wenn es seine gesellschaftlich definierte Funktion verliert?
Tan weiß, was es bedeutet, neu anzufangen. Vor seiner Zeit in der Mode war er ein wettbewerbsorientierter Schwimmer für Singapur und gewann Gold in der 4x100m-Freistilst-Freistilstaffel bei den SEA Games 2007. Später durchlief er Stationen im Modelbusiness, Management und der Modebranche, bevor er Aupen gründete.
“Ich denke, man muss sich oft erst einmal von alten Strukturen befreien, um zu sehen, was übrig bleibt”, sagt er. “Dann baut man sich neu auf, um herauszufinden, wer man im Inneren wirklich ist.”
Dieses Gefühl bestimmt den Fokus der Ausstellung. Die Werke sollen nicht einfach nur auf einem Sockel stehen. Tan wünscht sich, dass Besucher die Skulpturen umrunden und die Materialien haptisch erleben. Es gibt sogar ein Ringwurfspiel, bei dem ein exklusiver herzförmiger Anhänger winkt – eine fast spielerische Note für eine zeitgenössische Kunstausstellung, die den Kern von Tans Absicht trifft.
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Above Im Zentrum der Ausstellung steht die Aupen-Tasche Purpose, deren Form von ihrer Funktion befreit und neu interpretiert wurde (Foto: mit freundlicher Genehmigung von 125 Projects)

Above Nicholas Tan im Austausch mit Gästen während des Eröffnungsempfangs (Foto: mit freundlicher Genehmigung von 125 Projects)
Für Gwen Bautista, Gründerin von 125 Projects, spiegelt die Zusammenarbeit das Interesse der Galerie an Künstlern wider, deren Schaffen bekannte Kategorien sprengt. Anstatt Tan in ein starres Programm zu zwingen, gab ihm die Galerie den Raum, Ideen zu verwirklichen, die er seit Jahren mit sich trug.
“Wir investieren in die Positionierung von Künstlern innerhalb des kulturellen Ökosystems”, so Bautista.
Das erklärt auch die Wahl Manilas. Tan besucht die Philippinen seit seiner Jugend, reiste für Schwimmwettkämpfe ein und bewahrt Erinnerungen an die Stadt jenseits der olympischen Dörfer. Die Rückkehr in eine Stadt, die sich verändert hat, fühlt sich für ihn dennoch vertraut an.
Die Ausstellung kommt zu einem passenden Zeitpunkt: Bautista beobachtet, dass die Verschmelzung von Mode und Kunst Teil eines kulturellen Wandels ist. Traditionelle Grenzen lösen sich auf. Ein Designer darf Künstler sein; eine Galerie wird zum Ort für spielerische Experimente; und eine Aupen-Tasche wird zur Skulptur.
Diese Idee ist leicht nachvollziehbar. Wir umgeben uns mit Objekten, deren Wert weit über den Nutzen hinausgeht. Eine Uhr wird zum Erbstück, ein Kleid zur Erinnerung und eine Aupen-Tasche begleitet uns durch ein ganzes Kapitel unseres Lebens.

Above Nicholas Tan bei seiner ersten Einzelausstellung mit 125 Projects (Foto: mit freundlicher Genehmigung von 125 Projects)
Tans Ausstellung nimmt diesen Alltagsgegenstand und zwingt uns, ihn aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten.
Für ihn geht es um Möglichkeiten – und den Mut, jenseits der eigenen Rollenbilder zu denken. “Was man erreichen kann und wie man etwas umsetzt, findet letztlich im Kopf statt”, sagt er.
Für einen Designer, dessen Taschen den Weg von Singapur nach Hollywood gefunden haben, scheint die Galerie lediglich der nächste logische Ort zu sein.
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