Loralee Soong, berufstätige Mutter von Zwillingen, verleiht intimen Treffen durch hausgemachte Speisen und von Reisen inspirierte Tischdekorationen eine persönliche Note, die das Thema Soong perfekt verkörpert.
Reisen fördert nachweislich die persönliche Entwicklung, und die Unternehmerin Loralee Soong lebt dies konsequent vor. Schon in ihrer Kindheit verbrachte sie die Sommer in den USA, wo ihre Familie ein Haus besaß. Doch Soongs Leidenschaft für die Welt wurde erst richtig geweckt, als ihr ihre Großmutter zum achtzehnten Geburtstag eine Europareise schenkte. “Wir drei — meine Großmutter, meine Mutter und ich — fuhren durch mehrere Länder. Meine Mutter saß am Steuer, und ich navigierte mit Papierkarten, lange vor Google Maps”, erinnert sie sich.
Eine weitere prägende Reise unternahmen sie zum sechzigsten Geburtstag ihrer Mutter, als sie gemeinsam mit Soongs Schwester zum Mount Everest wanderten. “Wir waren inspiriert von der Geschichte einer jungen Frau, die jedes Land der Welt bereist hatte. Seitdem ist es für meine Mutter und mich ein festes Ziel, so oft wie möglich neue Orte zu entdecken”, verrät Soong. “Sie hat mittlerweile über 100 Länder besucht, ich etwa 80. Gemeinsam haben wir alle sieben Kontinente erkundet und die sieben Weltwunder bestaunt, was für Soong einen unschätzbaren Wert hat.”

Above Loralee Soong an ihrem stilvoll gedeckten Esstisch
Auch während ihres Studiums im Ausland traf Soong wichtige berufliche Entscheidungen. “Damals war das Auslandsstudium der einzige Weg zu einer fundierten Modeausbildung. Während meine Mitbewohnerin Amina Aranaz-Alunan und ich in Mailand Mode studierten, erkannten wir, dass wir diese erstklassige Ausbildung auch auf den Philippinen etablieren könnten”, erklärt sie. Vor 18 Jahren gründeten sie das SoFa Design Institute, das heute zu den führenden Designschulen des Landes zählt. “Wir wollten exzellente Bildung zugänglicher machen und gleichzeitig die philippinische Modebranche professionalisieren”, sagt Soong. “Unser Ziel war es, eine Schule zu schaffen, die Kreativität, Wirtschaft und technisches Know-how vereint, denn all dies ist für eine nachhaltige Designkarriere unerlässlich.”
Trotz ihres ausgeprägten Sinns für Design und ihrer Reiselust ist Soong keineswegs extravagant. “Mein Stil beim Bewirten von Gästen ist preisbewusst und lebt von liebevollen Details”, gesteht sie. “Ich liebe es, hausgemachte Gerichte zu integrieren, besonders wenn mein Ehemann sie zubereitet, da dies Treffen persönlicher und wärmer macht.” Bei der Gestaltung ihrer Tischarrangements lässt sich Soong oft von ihrer Persönlichkeit leiten. “Jedes Stück, das ich verwende, erzählt eine Geschichte. Viele meiner Sammelstücke stammen von Reisen oder sind Geschenke enger Freunde. So wird der gedeckte Tisch zu einem Spiegelbild dieser Erinnerungen, bei dem jedes Element eine tiefere Bedeutung besitzt — ein Prinzip, das Soong in jedem Detail verfolgt.”
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Above Feine Canapés von Loralee Soong

Above Die abwechslungsreiche Pica-Pica-Platte von Loralee Soong
Für die zweifache Mutter steht bei der Gastfreundschaft eines im Vordergrund: Leichtigkeit, Komfort und ein unverwechselbarer Stil, der einen Einblick in ihre kostbarsten Erinnerungen gewährt. Soong ist überzeugt, dass Gastfreundschaft zu Hause nicht überladen wirken muss; der Fokus sollte auf der wertvollen Zeit mit den Liebsten liegen. Als Designexpertin und Weltenbummlerin gibt sie Gastgeber-Neulingen einen praktischen Rat: “Sammeln Sie auf Reisen Tischgeschirr; es verleiht dem Tisch im Laufe der Zeit Charakter und Bedeutung. Vor allem aber sollten Sie Spaß daran haben. Es gibt keine strengen Regeln für die Bewirtung; bleiben Sie einfach authentisch und schaffen Sie ein Erlebnis, das zu Ihnen passt.”
Tatler spricht mit Soong exklusiv über das Thema Soong und ihre Reiseerfahrungen.
Wie beeinflusst Ihr reisegeprägtes Leben Ihre Art zu bewirten? Gestalten Sie Atmosphären oder Rituale aus anderen Kulturen nach?
Ja, absolut. Reisen spiegeln sich in meiner Gastfreundschaft wider — sei es ein Cocktail, den ich irgendwo probiert habe, ein Gericht, das mein Mann neu interpretiert, oder kleine Andenken, die ich auf den Tisch bringe. Es geschieht oft ganz natürlich, nicht immer mit Absicht.
Inwiefern spiegelt ein Treffen zu Hause die Raffinesse einer gut geplanten Reise wider?
Ich kombiniere gerne Gegenstände, die ich im Laufe der Zeit mitgebracht habe: Keramik eines lokalen Künstlers aus Quezon, Glaswaren aus Ägypten, gehämmertes Silber aus Thailand oder Leinen aus Sri Lanka. Diese Stücke bedeuten mir viel, und so wirkt der Tisch persönlich und vielschichtig.
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Above Der stilvolle Barbereich von Loralee Soong

Above Vorbereitungen für den Cocktail-Bereich durch Loralee Soong
Kann Gastfreundschaft eine Form der “Reise” sein, bei der Gäste transportiert werden, ohne den Tisch zu verlassen?
Ja, besonders durch Essen. Mein Mann kocht leidenschaftlich gerne — mal italienisch, mal koreanisch oder sogar chinesisch nach alten Rezepten seiner Großmutter. Das verändert sofort die Stimmung. Es muss nicht übertrieben sein, sondern einfach etwas, das den Abend besonders macht.
Was unterscheidet ein unvergessliches Treffen von einem bloß perfekt organisierten?
Für mich ist es die Sorgfalt dahinter. Ich genieße es, Dinge selbst zu tun, wie Blumen vom Markt zu holen oder ein selbstgekochtes Essen vorzubereiten. Mit der richtigen Musik und Freunden wird es etwas ganz Besonderes, was den Kern von Soong ausmacht.
Welche Praktiken haben Sie aus anderen Kulturen übernommen?
Ich habe gemerkt, dass ich mich zu Dingen hingezogen fühle, die persönlicher und weniger formell sind. Ich mag es, wenn Mühe erkennbar ist, ohne dass es erzwungen wirkt. Deshalb halte ich meine Abende meist eher entspannt und etwas lockerer.
Wann wird Schlichtheit zu einer Form von Luxus?
Ich glaube, Schlichtheit fühlt sich luxuriös an, wenn man sich wirklich Zeit für die Vorbereitung genommen hat — etwa indem man selbst kocht oder den Tisch mit Liebe deckt. Es muss nicht kompliziert sein, um besonders zu wirken.
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Above Die detailverliebte Tischdekoration von Loralee Soong
Wie finden Sie die Balance zwischen Planung und Spontanität?
Ich sorge meist für die richtige Atmosphäre — Beleuchtung, Musik, die Grundstimmung. Danach lasse ich alles fließen. Mir macht es nichts aus, wenn nicht alles perfekt ist; manchmal entstehen genau daraus die besten Momente, die man mit dem Namen Soong verbindet.
Welche Rolle spielt das hausgemachte Essen heute noch?
Es verleiht dem Abend eine sehr persönliche Note. Man spürt die Mühe dahinter, und es bringt Menschen auf ganz besondere Weise zusammen.
Was bleibt Gästen am ehesten in Erinnerung?
Wahrscheinlich das gesamte Zusammenspiel, aber vor allem das Gefühl. Das ist es, was Menschen wirklich in Erinnerung behalten.
Wann wird ein Haus zu einem Ort der echten Gastfreundschaft?
Wenn sich die Gäste wohl genug fühlen, sie selbst zu sein, und wenn sie sich wie zu Hause fühlen.
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