Bei dieser herausragenden Hausrenovierung in Kuala Lumpur durch Core Design Workshop liegt der raffinierteste Schachzug nicht im neuen Betonbau, sondern in dem bewusst belassenen, 600 Millimeter breiten Freiraum zwischen Alt und Neu.
Das “Interface House”, eine herausragende Hausrenovierung in Kuala Lumpur von Core Design Workshop, ist rund um einen zentralen Freiraum konzipiert. Dieser Spalt ist exakt 600 Millimeter breit und nach Ansicht der Architekten das wichtigste Element des gesamten Projekts.
Kompakte Grenzbebauungs-Bungalows sind in Malaysias Vorstädten allgegenwärtig. Sie werden nach einem festen Schema errichtet und eher auf Flächeneffizienz als auf die spezifischen Anforderungen eines feuchtheißen Klimas optimiert. Ihre Raumaufteilung ist meist starr vorgegeben: funktionale Bereiche auf der Rückseite, repräsentative Räume auf der Vorderseite, mit wenig Spielraum für individuelle Abweichungen. Der Auftrag sah einen neuen Anbau vor, und das Architekturstudio reagierte mit einer Struktur, die sich ganz bewusst vom ursprünglichen Gebäude absetzt.
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Above Das neue Betonvolumen präsentiert sich als markantes architektonisches Statement, das sich von den einheitlich weiß verputzten Fassaden der umliegenden Bebauung abhebt.

Above Die Vorderansicht des “Interface House” besticht durch einen geschwungenen Betonanbau, der sich hinter dem ursprünglichen Bungalow erhebt und durch einen schmalen, verglasten Zwischenraum von diesem getrennt ist.
Anstatt dem bestehenden Haus einfach einen simplen Anbau hinzuzufügen, platzierte das Studio ein neues Volumen aus Sichtbeton daneben. Dieses wird durch einen schmalen, verglasten und mit Lamellen versehenen Zwischenraum getrennt, durch den Licht, Luft und Bewegung kontinuierlich fließen können. Eine derart durchdachte Hausrenovierung in Kuala Lumpur setzt wahrlich neue Maßstäbe.
“Uns faszinierte der Gedanke, dass Architektur nicht immer nahtlos in sich geschlossen sein muss”, erklärt Chun Hooi Tan, Direktor für Architektur und Design bei Core Design Workshop. “Die Schnittstelle zwischen Alt und Neu — diese 600 Millimeter breite Lücke — ist kein Problem, das wir zu verbergen versuchten. Sie wurde zum eigentlichen Herzstück des Projekts.”
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Above Das geschwungene Betondach direkt von oben betrachtet, flankiert vom Garten auf der Rückseite und der Dachlandschaft des ursprünglichen Bungalows darunter.

Above Das geschwungene Sichtbetondach des neuen Anbaus von oben gesehen, welches die doppelt so hohe Halle ohne zusätzliche Stützen elegant überspannt.

Above Der Straßeneingang des “Interface House” mit seinem Betonanbau, dem geschwungenen Profil und den stilvollen Holzlamellen, eingebettet neben dem ursprünglichen zweistöckigen Bungalow.
Im Erdgeschoss verläuft ein vor Ort gegossener Terrazzoboden nahtlos vom ursprünglichen Haus in die neue Halle und überquert die Trennlinie als ununterbrochene horizontale Ebene. Darüber gehen die beiden Strukturen ihre eigenen Wege. Das neue Betondach schwingt sich frei empor und überspannt die imposante Halle ohne Zwischensäulen und ohne strukturelle Unterstützung durch das bestehende Gebäude. Die Form, welche die Architekten zunächst anhand von Papiermodellen studierten, bezieht ihre enorme Stabilität aus der Biegung anstatt aus schierer Masse. Es handelt sich um eine ingenieurtechnische Meisterleistung, die ganz nebenbei eine atemberaubende Deckenkonstruktion kreiert.
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Above Die Arbeitsinsel der Hauptküche befindet sich im linken Betonanbau, während die repräsentative Küche mit ihren Holzschränken und der Marmorinsel im ursprünglichen rechten Bungalow untergebracht ist.

Above Der Speisesaal mit teilweise geöffneten Glaspaneelen, bei dem die entlang des Gartenrandes gepflanzten Bäume von schwarzen Stahlsprossen elegant eingerahmt werden.

Above Die Esszimmerstühle und der Holztisch von oben betrachtet, mit den schwenkbaren Glaspaneelen und dem dahinterliegenden üppigen Gartenbereich.
Die Halle beherbergt den Essbereich und eine voll ausgestattete Hauptküche — Funktionen, die im klassischen Grundriss malaysischer Häuser typischerweise an die Rückseite verbannt und eher als funktionale denn als gesellige Räume betrachtet werden. Hier jedoch nehmen sie den größten und großzügigsten Raum des Hauses ein. Zwölf raumhohe, schwenkbare Glaspaneele säumen den Übergang zum Garten. Im geöffneten Zustand verschmilzt die Halle fließend mit der Landschaft, ohne dass eine physische Grenze spürbar wäre. Geschlossen bleibt der Innenraum visuell mit dem Garten verbunden und bietet gleichzeitig perfekten Schutz vor Regen. Von den oberen Etagen des ursprünglichen Bungalows aus überblickt man diesen architektonischen Raum, der als halb-offener Bereich fungiert — eine brillante Lösung, die das tropische Klima gleichermaßen erfordert und erschwert.
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Above Das Innere des ursprünglichen Hauses ist im Erdgeschoss durch eine breite Öffnung nahtlos mit der neuen Halle verbunden.
Der verglaste Zwischenraum zwischen Alt und Neu ist weit mehr als nur ein konzeptionelles architektonisches Statement. Die dort integrierten Lamellen regulieren den Luftstrom durch das gesamte Gebäude, sorgen für eine natürliche Belüftung zwischen den beiden Strukturen und reduzieren so die Abhängigkeit von Klimaanlagen maßgeblich — ein Aspekt, den fast jede andere Hausrenovierung in Kuala Lumpur als absolut unausweichlich ansieht.
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Above Das Spülbecken und die Dunstabzugshaube der Hauptküche vor der rauen Sichtbetonwand, mit wunderschönem Blick auf den Garten durch die geschlossenen Glaspaneele.

Above Die Küchentheke der Hauptküche verläuft entlang der verglasten Gartenseite, mit freiem Blick auf den angrenzenden Speisesaal und die geschwungene Betondecke.
“Malaysische Vorstadthäuser neigen stark dazu, die Rückseite rein funktional und die Vorderseite ausschließlich repräsentativ zu gestalten”, erklärt Tan. “Wir wollten herausfinden, was passiert, wenn man den klimatisch vorteilhaftesten Teil des Grundstücks ernsthaft als echten, luxuriösen Lebensraum begreift.”
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Bei den meisten Umbauprojekten versucht man in der Regel, die Nahtstelle zwischen dem ursprünglichen und dem neuen Gebäude geschickt zu kaschieren — ein Verbindungsproblem, das üblicherweise durch aufeinander abgestimmte Materialien, durchgehende Decken und bündige Böden gelöst wird. Das “Interface House” macht genau das Gegenteil, indem es die bauliche Trennung ganz bewusst sichtbar lässt. Der exquisite Terrazzoboden, der diesen Spalt überquert, täuscht nicht vor, dass die Lücke nicht existiert; er stellt lediglich sicher, dass das Haus trotz allem als harmonisches Ganzes hervorragend funktioniert.
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credit.article.Fotografie: Bricks Begin









