Das philippinische Designstudio feiert elf Jahre mit einem lebendigen, mitreißenden Launch im National Museum of Natural History und verwebt die Welten von Design und sozialer Verantwortung
Anlässlich des National Heritage Month erinnert die Tayo Archipelagic Design Agency alle Filipinos an eine beständige Wahrheit: Wenn Inselkulturen gewürdigt werden, kann die Gesellschaft aufblühen. Am 8. Mai versammelte das frauengeführte Tayo-Team Gäste aus den Bereichen Design und gesellschaftliche Verantwortung im National Museum of Natural History zu einer Veranstaltung namens “Salu-Salo Tayo”.
Im Mittelpunkt stand der philippinische Wert der kulturellen Zusammenarbeit, begleitet von köstlicher Kulinarik. Die Veranstaltung verfolgte zwei Ziele. Erstens war sie die formelle Wiedervorstellung von Tayos Designpraxis, die in den vergangenen zehn Jahren viele Ausprägungen angenommen hat. Zweitens markierte sie das offizielle Debüt des Archipelagic Design “Living Lexicon” und Archivs, das Filipinos erneut mit Vokabeln verbindet, die kulturellen Stolz und Gemeinschaftsbildung über gedachte Grenzen hinweg fördern.
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Above Die Mitgründerinnen Isabella Tanjutco und Natasha Tanjutco von der Tayo Archipelagic Design Agency
2015 erkannten die Schwestern Natasha und Isabella Tanjutco einen Mangel an langfristigem, nachhaltigem Wandel jenseits schulisch verordneter Gemeindedienste. Noch im selben Jahr gründeten sie ihre erste Initiative, Kids for Kids. Sie waren damals fünfzehn beziehungsweise dreizehn Jahre alt und fest überzeugt, dass Design und Verantwortung symbiotisch zusammenwirken.
Seit Tayo Architecture 2018 erste Projekte realisierte, dient das Haus als kreatives Zentrum für Beratung auf Graswurzelebene — für Branchenführende ebenso wie für junge Organisationen. Zu den bemerkenswertesten Projekten zählen Kooperationen mit dem Museo Pambata, PLDT-Smart und Toyo Eatery.

Above Gäste genießen eine köstliche Merienda mit der Tayo Archipelagic Design Agency im National Museum of Natural History

Above Eine Vignette aus dem “Living Lexicon” der Tayo Archipelagic Design Agency mit philippinischen Begriffen
Mit dem Ereignis “Salu-Salo Tayo” stellten sie sich als Full-Service-Designagentur erneut vor, die von Branding und Partnerschaften bis zur Event-Kuration reicht. Eine der markantesten Verdichtungen ihres Schaffens nimmt nun im “Living Lexicon” und Archiv Gestalt an. Dieses Forschungskompendium etabliert ein gemeinsames Vokabular für philippinische Designpraktiken in den kommenden Jahren. Anstelle westlich geprägter Ideologien tritt eine unverwechselbar philippinische Ökologie. Die Begriffe verknüpfen jede Designerin und jeden Designer mit indigenem Wissen und Materialkulturen aus dem gesamten Archipel.
Seine Grundlage bildet TAYOs Rahmenwerk “The 8 Pulses of Filipino Design”, das Kreativität nicht als isolierte Disziplinen begreift, sondern als lebendiges, vernetztes Ökosystem. Der Archipel ist die Metapher, die alle Begriffe verbindet. Sie erinnert daran, dass Bedeutung nicht nur auf einer einzelnen Insel entsteht, sondern in den Strömungen, die zwischen ihnen fließen.
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Above Erkundung des “Living Lexicon” der Tayo Archipelagic Design Agency mit philippinischen Begriffen, die Gemeinschaft, Innovation und Nachhaltigkeit feiern
Der Nachmittag gliederte sich in zwei Teile. Zunächst erfolgte eine formelle Präsentation des Lexikons vor textilen Installationen, die sich in bewusster Anspielung auf Wasser und atmungsaktive, wellenförmige lokale Materialien bewegten. Danach folgte die gemeinsame Tafel, mit Fia's Food co-konzipiert, zubereitet mit Zutaten direkt von örtlichen Fischerinnen und Fischern. Die Keramikerin Aly von Manibalang fertigte das Serviergeschirr, jedes Stück geformt nach der Geometrie von Wellenringen.
Die Gäste waren eingeladen, an den acht Installationen zu verweilen, die auf mehrere kunsthandwerkliche Kooperationen zurückgriffen. Dazu gehörten handgefärbte Tischdecken aus philippinischem Indigo von Muni-Muni, Lampen aus Altglas von Tiffany Stained Glass sowie Capiz-Installationen aus Lumban, Laguna. Zugleich prägte ein Klangprogramm von Bjork Calao, Miko Reyes und Jacob Mendoza die lebhafte Atmosphäre des Nachmittags.
“Es ist unsere Pflicht als Designerinnen und Kreative”, sagten die Mitgründerinnen Bella und Tasha, “alle unsere Systeme wieder in die Natur und Kultur einzubetten, die uns gedeihen lässt — eine Lebensweise, die uns daran erinnert, über westliche Maßstäbe hinauszublicken und auf das, was unserem Land, dem Meer und den Menschen entspricht. Für uns war das nie theoretisch. Es beruht auf Jahren des Zusammensitzens mit Gemeinschaften, des Lernens von dem, was bereits funktioniert, und der Frage, wie Design dem dienen kann, statt es zu ersetzen.”
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